Neustadt Irrfahrt über Philippsburg

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Erneut hat sich ein Busfahrer der Firma Viabus aus Speyer verfahren. Schüler, die er auf dem Weg von Schwegenheim zur Integrierten Gesamtschule in Rülzheim einsammelte, sind mehr als eine halbe Stunde zu spät zum Unterricht gekommen. Landrat Fritz Brechtel ist „stinksauer“ und kündigt Konsequenzen an.

Susanne Spielmann aus Westheim, deren Sohn im Bus saß, ärgert sich über den erneuten Vorfall – und fordert jetzt endlich Konsequenzen. Den „sehr schwerwiegenden Vorfall auf der Linie 596“ hat sie sofort der Schule, der Kreisverwaltung und Viabus gemeldet. Angesichts sich häufender Vorfälle betont sie: „Die Sicherheit meines Kindes sehe ich nicht mehr als gewährleistet an.“ Und der Kreisverwaltung schrieb sie: „Es ist nicht zu verantworten, dass Westheimer Kinder eineinhalb Stunden unterwegs zur Schule waren.“ Spielmann versteht nicht, weshalb ein Fahrer schon wieder den falschen Weg einschlug: „Dieses Spiel hatten wir schon mal.“ Die Mutter weiter: „Mein Verständnis hört hiermit auf. Nach den vielen Vorkommnissen hätte doch schon längst mal was passieren müssen. Muss erst noch was Schlimmeres passieren?“ Eigenen Angaben zufolge erhielt Spielmann um 7.17 Uhr von ihrem Sohn die Nachricht, dass der Fahrer falsch gefahren sei. Kurz darauf habe der Sohn ihr mitgeteilt, dass der Bus Richtung Philippsburg unterwegs sei und der Fahrer dort einen Parkplatz suche, um zu wenden. Um 7.28 Uhr habe sich der Busfahrer dann wohl bei einem Passanten nach dem Weg erkundigt. Erst um 8.13 Uhr, anstatt um 7.21 Uhr, sei der Bus an der Schule angekommen. Zudem informiert Spielmann darüber, dass am 7. November die Busse sowohl morgens als auch nachmittags stark verspätet abgefahren seien. Bereits im Januar hatte sich die Westheimerin über Viabus beschwert. Denn: Schon öfter hatten Fahrer den falschen Weg eingeschlagen. Und am 19. Januar hatte ein Fahrer auf der Bundesstraße 35 zwischen Rheinsheim und Huttenheim sogar mit dem Bus gewendet. „Es kann nicht sein, dass die Fahrer nicht wissen, wo sie hinfahren“, findet Spielmann. Viabus-Betriebsleiter André Burmeister hatte im Januar die Vorfälle bedauert, Besserung gelobt und Schulungen für Fahrer angekündigt. Astrid Brune-Neumann von der Pressestelle der Kreisverwaltung Germersheim hatte betont, dass es „bei erneuten Vorfällen dieser Art Vertragsstrafen wie in der Vergangenheit“ geben werde. Auf RHEINPFALZ-Anfrage betonte Burmeister, dass der Ankündigung im Januar Taten gefolgt, die Fahrer geschult worden seien. Der Betriebsleiter räumt ein, dass der Fahrer der Linie 596 trotzdem wieder falsch gefahren sei, was zu einer 30-minütigen Verspätung geführt habe. Er betont aber: „Das hatte nichts mit Streckenunkenntnis zu tun.“ Schließlich sei der Mann „die Strecke schon mehrere Tage gefahren“. Er habe den Weg gekannt. Dennoch sei er in Lingenfeld anstatt auf die B 9 auf die B 35 aufgefahren: „Wenn ich an dieser Stelle kurz unachtsam bin, schlage ich den falschen Weg ein. Und das ist passiert“, verdeutlicht Burmeister. Laut dem Betriebsleiter hat der Fahrer die Schüler nach einer Wendemöglichkeit gefragt, aber keine Antwort erhalten. Schließlich habe er an einer sicheren Stelle ordnungsgemäß gewendet. Ob er einen Passanten nach dem Weg gefragt habe, konnte Burmeister nicht sagen: „Manche Sachen müssen wir noch recherchieren.“ Er verstehe, dass die Eltern verärgert seien. Den Fehler begründet er so: „Es hat gemenschelt.“ Brune-Neumann teilt auf Anfrage mit, dass die Kreisverwaltung „nach Bekanntwerden der Irrfahrt umgehend Viabus und den Verkehrsverbund Rhein-Neckar kontaktiert und um Information sowie Stellungnahme gebeten“ habe. „Stinksauer“ ist Landrat Fritz Brechtel. „Aufgrund zahlreicher Vorfälle des gleichen Busunternehmens in jüngster Vergangenheit sind wir an einem Punkt angekommen, an dem unsere Geduld erschöpft ist“, erklärt er und erwartet vom Verband „ernsthafte Konsequenzen für diesen Vorfall“. „Wir werden alle rechtlichen Konsequenzen prüfen und ausschöpfen. Das Vertrauen in den Schülerverkehr wird durch solche Vorfälle erschüttert“, teilt Brechtel mit. |nti

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