Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Interview: Schauspieler Tim Poschmann vor seiner Comedy-Solo-Premiere im Boulevardtheater Deidesheim

Tim Poschmann spielt in seinem ersten Solostück einen Mann namens Georg, der sich nach 15 Ehejahren plötzlich als Single wiederf
Tim Poschmann spielt in seinem ersten Solostück einen Mann namens Georg, der sich nach 15 Ehejahren plötzlich als Single wiederfindet – und feststellen muss: eine neue Frau aufzutun, ist trotz Speeddating, Parship und Tinder gar nicht so einfach. Foto: Boulevardtheater

Nach fast zwölf Jahren als Ensemble-Mitglied im Boulvardtheater Deidesheim wagt Tim Poschmann (33) jetzt den „Alleingang“ und steht kommenden Samstag im Stück „Warum heiraten? Leasing tut’s auch“ des Comedian Stephan Bauer erstmals ganz alleine auf der Bühne. Jochen Willner hat vorab mit dem Ruppertsberger gesprochen – über Lampenfieber, den Start einer Comedy-Karriere und was eine gute Premiere ausmacht.

Herr Poschmann, Sie klingen ja heute schon etwas nervös?
Oh ja, ich bin sogar noch nervöser als sonst. Das ist aber normal, das muss bei mir so sein. Es ist der Nervenkitzel, den ich auf der Bühne brauche.

„Warum heiraten?“ ist Ihr erstes Solostück. Da dürfte der Pulsschlag noch etwas höher sein?
Na klar. Denn diesmal sind alle Augen nur auf mich gerichtet. Puh, das ist noch mal eine ganz andere Nummer. Aber da muss ich durch, und ich will es ja auch.

Geht für Sie damit ein Traum in Erfüllung?
Ja, definitiv. Die Schauspielerei hat mich schon von klein an fasziniert. In anderen Rollen zu schlüpfen, fand ich immer spannend. Das hat mir immer Spaß gemacht. Es ist toll, dass ich jetzt diesen nächsten Schritt machen darf.

Wie kamen Sie eigentlich zu ihrer Premiere als Solist?
Ganz einfach, im September letzten Jahres kam Boris Stijelja, der künstlerische Leiter des Boulevardtheaters, auf mich zu und sagte. „Das ist jetzt dein Stück. Das kannst nur du machen.“ Ich war zunächst perplex und komplett überrascht, denn ich hatte mich immer als Ensemble-Spieler gesehen und nie daran gedacht, irgendwann mal ganz alleine auf der Bühne zu stehen.

Die letzten Wochen und Monate standen ganz im Zeichen der Vorbereitungen auf die Premiere. Gab es Momente, in denen Sie den Schritt bereut haben?
Es war schon eine harte Zeit. Ich musste viel proben. Trotzdem bin ich sehr froh, dass ich das jetzt machen darf. Es ist für mich aber definitiv ein Weg zu unbekannten Ufern. Ich weiß ja nicht, wie ich auf die Menschen, die im Saal sitzen, wirken werde.

Wann ist es für Sie eine gelungene Premiere?
Wenn ich mit dem Publikum spielen kann, ich die Leute zum Lachen bringen und begeistern kann. Das wird nicht einfach sein, aber ich werde jedes Mal an meine Grenzen gehen.

Und wenn es nicht klappen sollte?
Dann werde ich trotzdem alles versuchen, dass sie mit einem guten Gefühl nach Hause gehen können.

Schon vom Thema her sollte Ihr Solostück eigentlich genügend Stoff für Lacher bieten …
Das ist richtig, aber meine Aufgabe ist es, das Thema auf meine Art und Weise humorvoll zu präsentieren. Wenn die Leute Spaß haben, dann ist das auch für mich die beste Therapie. Es geht aber nicht um platte Mann-Frau-Klischees.

Um was geht es dann?
Ich habe mich in dem Stück nach 15 Jahren von meiner Ehefrau getrennt. Wie es dazu gekommen ist, werde ich spielen, aber auch wie groß mein Drang danach als Single ist, wieder an eine Frau zu kommen. Gerade in einem Zeitalter, wo Chat-Portale und so manche anderen Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Ob es was bringt, das werde ich aber jetzt nicht verraten.

Sie sind selbst noch Single. Stimmt es, dass Sie sich am Ende auf Bewerbungen freuen?
Na, klar, das muss so sein. Auch wenn es nicht ganz so ernst gemeint ist.

Von den 14 bislang im Boulevardtheater terminierten Aufführungen sind schon etliche nahezu ausverkauft. Und dann wollen Sie mit dem Programm ja auch noch auf Tournee gehen?
Definitiv. Ich arbeiten daran, dass ich ab Frühjahr auch bundesweit spielen werde. Die Details sind aber noch nicht alle festgezurrt.

Damit scheint der Start in eine Comedy-Karriere geebnet …
Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich konzentriere mich gerade zu sehr auf das, was jetzt als nächstes ansteht. Mein Regisseur Ole Lehmann aus Berlin ist gerade hier in Deidesheim, um mit mir an den letzten Details für die Premiere zu arbeiten. Da habe ich noch keinen Sinn für das, was im nächsten Jahr kommt.

Aber Sie werden doch sehr wahrscheinlich mittel- bis langfristig nicht mehr so häufig in Deidesheim spielen…
Das Boulvardtheater Deidesheim ist meine Heimat und wird es bleiben. Hier habe ich 2006 angefangen und mich von Jahr zu Jahr weiter entwickeln können– zunächst unter Hans-Dieter Willisch und jetzt unter Boris Stijelja. Das werde ich nicht vergessen.

Termine

Die Premiere des neuen Solostücks „Warum heiraten? Leasing tut’s auch!“ von Stephan Bauer am Samstag, 21. September, im Boulevardtheater Deidesheim ist ausverkauft – ebenso wie die Vorstellung am 22. September. Nennenswerte Restkarten-Kontingente gibt es noch für 26. und 28. September. Noch recht gut sieht es momentan für 4. und 26. Oktober, 7. und 23. November sowie 26. Dezember aus. An den Samstagen gibt es dabei neben der Vorstellung um 20 Uhr auch noch eine um 17 Uhr. Karten (16,50 Euro) bei Brillen-Bott in Deidesheim, unter Hotline 0172-4008201 oder www.boulevard-deidesheim.de.

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