Maikammer
Infotafel auf Friedhof: Übersicht über Grabstätten wichtiger Persönlichkeiten
Die Informationstafel sei „ein kleiner Mosaikstein“ zur gelungenen Neugestaltung des Friedhofs, sagte Bürgermeister Markus Sell (SPD) am Sonntag bei der Übergabe. Initiatorin des Schildes war die vielseitig engagierte Maikammerer Bürgerin Rosina Schwaab. Unterstützt wurde das Projekt vom Club Sellemols.
Viele wüssten nicht, welche Maikammerer Persönlichkeiten auf dem Friedhof begraben sind und wo sich ihre Grabstätten befinden, so Sell. „Auf unserem Friedhof sind Persönlichkeiten beigesetzt, die sich um die kulturelle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung unseres Dorfs Maikammer verdient gemacht haben“, berichtete Rosina Schwaab. „Dieses Schild ist ein Wegweiser, der zu den Grabstätten der Maikammerer Persönlichkeiten führt.“ Auch Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft sowie Namenlose hätten hier ihre letzte Ruhestätte.
Informationen zu zwölf Grabstätten
Die Tafel enthält kurze Informationen zu zwölf Grabstätten von ehemaligen Maikammerer Bürgern oder bedeutenden Familien. Neben jedem dieser Infotexte finden sich ein Foto des Verstorbenen oder des Gebäudes, in dem die Familie gelebt hat, eine Zahlen-Buchstaben-Kombination und ein QR-Code. Die Zahlen-Buchstaben-Kombination steht auch auf dem großen, übersichtlichen Plan des Friedhofs, der ebenfalls Teil des Schildes ist. So finden Besucher mühelos den Weg zu den einzelnen Grabstätten.
Wenn man den QR-Code mit dem Smartphone scannt, kommt man auf die Plattform „Kulturlandschaft digital“, wie Matthias C. S. Dreyer, Sprecher des Clubs Sellemols, erläuterte. Auf dieser veröffentlicht der Club seit 2019 die Ergebnisse seiner Recherchen und hier sind auch weitere Informationen über die auf dem Friedhof Maikammer bestatteten Persönlichkeiten zu finden. Dreyer erinnerte daran, dass der Friedhof erst 1822 angelegt und 1837 der damalige Bürgermeister als Erster dort bestattet wurde. Früher habe sich der Friedhof bei der katholischen Kirche mitten im Ort befunden. Doch dort habe der Platz nicht mehr gereicht und es habe keine Erweiterungsmöglichkeiten gegeben. An den früheren Friedhof erinnern in der Kirche einige Grabplatten und das ehemalige Friedhofskreuz.
Umsetzung dauert ein ganzes Jahr
Der Friedhof sei „ein Ort der Besinnung und der Stille, des kulturellen Reichtums, der Begegnung mit der Vergangenheit und letzte Ruhestätte unserer Verstorbenen“, sagte Schwaab. Die Umsetzung der Idee zu der Informationstafel sei mit viel Arbeit verbunden gewesen und habe ein Jahr gedauert, berichtete sie. Die Initiatorin bedankte sich bei Bastian Bayer, der Fotografie, Gestaltung und Ausführung übernommen hatte, bei Kurt Garrecht für seinen Anteil an der Gestaltung und bei der Firma Frank Herrmann für das Aufstellen des Informationsschildes.
Die Tafel enthält auch Informationen darüber, wo die Gräber der Gefallenen der beiden Weltkriege sowie die verschiedenen Varianten von Urnen- und Kindergräbern zu finden sind. Schwaab berichtete, dass am Freitag auf der Grabstätte für die Opfer des Zweiten Weltkriegs ein neuer Gedenkstein aufgestellt worden sei, den das Neustadter Unternehmen Zwinger & Pitz gespendet habe. Musikalisch gestaltete Simon Stauch mit Trompetenmusik die kleine Feierstunde.