Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel In IGS Deidesheim/Wachenheim spielt digitale Technik große Rolle

Die IGS Deidesheim/Wachenheim im Ausnahmezustand: Wegen der Bauarbeiten ist ein Teil des Unterrichts im Containern.
Die IGS Deidesheim/Wachenheim im Ausnahmezustand: Wegen der Bauarbeiten ist ein Teil des Unterrichts im Containern. Foto: Linzmeier-Mehn

Damit Bund und Länder den Digitalpakt Schule unterzeichnen konnten, ist sogar das Grundgesetz geändert worden. Darüber, wie und wann die neuen Möglichkeiten auch am Deidesheimer Standort der Integrierten Gesamtschule (IGS) Deidesheim/Wachenheim ankommen, hat der Leistungskurs Sozialkunde des 13er-Jahrgangs mit Achim Martin gesprochen. Er ist Schuldezernent des Landkreises Bad Dürkheim.

Die Schüler sind gut vorbereitet. Im vergangenen Schuljahr haben sie sich mit Katrin Heinrich, Leiterin des Leistungskurses Sozialkunde, mit dem Digitalpakt befasst. Sie haben den Ist-Zustand der digitalen Ausstattung ihrer IGS am Standort Deidesheim dokumentiert und analysiert. Ihr Fazit: Sie sind, sehr zurückhaltend gesagt, „nicht ganz zufrieden“ mit der teils veralteten Ausstattung, wissen aber auch, dass das mit dem „Ausnahmezustand“ ihre Schule zu tun hat: Es wird neu gebaut, ein Teil des Unterrichts ist noch in Containern.

Die jungen Leute wollen zunächst wissen, wie die Finanzierung aussieht: Auf jede Schule, haben sie recherchiert, entfallen 15.000 Euro für die Umsetzung des Pakts plus 408,93 Euro pro Schüler. Das habe der Bund so entschieden, sagt Achim Martin. Dieser Sockelbetrag des Bundes sei nur eine Berechnungsgröße, „ein Verteilerschlüssel“ für die Länder, die das Geld der zur Verfügung stehenden Gesamtsumme weitergeben. Über die endgültige Verteilung entscheide der Schulträger, in diesem Fall der Landkreis Bad Dürkheim.

In dem Landkreis sollen bis 2021 alle Schulen Zugang zu schnellem Internet mit 100 Mbits haben – Megabits geben die Datenübertragungsrate an, die besagt, wie viele Daten pro Sekunde verarbeitet werden. Ein früherer Zeitpunkt sei nicht möglich. Nun ist zwar die Ausstattung der Schulen mit Internet Sache des Kreises. Aber „was in der digitalen Unterrichtsversorgung stattfindet, muss schulintern geklärt“ und in einem Medienkonzept festgelegt werden. Das umfasse unter anderem die Nutzung von Bildschirmen, Beamern oder Tablets. „Da sind die Schüler auf jeden Fall dabei“, verspricht Schulleiter Georg Dumont.

Noch 2019 soll aus den Medienkonzepten der einzelnen Schulen ein Kreis-Medienkonzept erstellt werden, führt Martin aus. Wenn dann für die IGS 2020 ein Zuschussantrag gestellt wird, ist noch der Bewilligungsantrag abzuwarten. Es folgen die Ausschreibung für den Breitbandanschluss und die Auftragsvergabe. Da wäre man schon bei 2021. „Es geht einfach nicht schneller.“ Und wer soll die Wartung übernehmen? „Das ist ein Punkt, der die Schulträger bedrückt“, antwortet Martin. Anfangs seien für die Wartung Lehrer freigestellt worden. Jetzt erhalte der Kreis vom Land zehn Euro pro Schüler, um Informatiker damit zu betrauen. Optimal wäre es daher, wenn Schulen landesweit gleiche Programme hätten, um sie zentral warten zu könnten.

Ein Wunsch: Internet als Unterrichtsfach

Und noch eine Frage beschäftigt die Schüler: Welchen Stellenwert hat eigentlich die Bildung in Deutschland, dass erst das Grundgesetz geändert werde musste, um alle Schulen digital ausstatten zu können? Das, erläutert Martin, liege an der Struktur des deutschen Bildungswesens und daran, dass die Länder um ihre Unabhängigkeit in schulischen Dingen fürchten, wenn der Bund Geld gebe. Der Kreis Bad Dürkheim, fügt er an, investiere viel in Schulausstattungen. „Wir müssen uns nicht verstecken.“

Katrin Heinrich hat dennoch einen großen Wunsch: ein Unterrichtsfach zum Thema Internet, in dem die Schüler den richtigen Umgang damit erlernen, das ihnen aber auch Hilfe vor Tricks von Anbietern bietet und sie über rechtliche Aspekte aufklärt.

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