Neustadt In erlauchtem Kreise

Maikammer gehört seit Neuestem zum erlesenen Kreis der sogenannten Cittaslow-Städte. Das hat Verbandsbürgermeister Karl Schäfer (CDU) am Donnerstagabend bei der Zukunftswerkstatt in der Gemeinde mitgeteilt. Dabei sei die Abstimmung im Entscheidungsgremium der „Internationalen Vereinigung der lebenswerten Städte – Cittaslow“ einstimmig gewesen.
Cittaslow können sich weltweit bislang lediglich rund 150 Städte und Gemeinden in 25 Ländern nennen. Diese stehen dafür, ihren typischen, meist historischen Charakter bewahrt zu haben, ohne sich dem Zeitgeist zu verschließen, und die Natur, Kultur und Gastfreundschaft zu pflegen. In Deutschland gibt es aktuell 15 Cittaslow-Städte, etwa Überlingen am Bodensee, Waldkirch im Breisgau, Blieskastel im Saarland und seit 2009 auch Deidesheim. Das Alleinstellungsmerkmal Cittaslow soll in Deutschland nicht mehr als 20 Orten zugesprochen werden, die sich darüber hinaus auch regelmäßig rezertifizieren lassen müssen. Die Bekanntgabe der Auszeichnung hatte sich Schäfer bis nach der Pause einer dreieinhalb Stunden dauernden „Zukunftswerkstatt“ aufgehoben, die, von dem Städteplaner Professor Karl Ziegler, Kaiserslautern, moderiert, bis dahin schon kräftig gearbeitet hatte. Der Workshop war Teil des Projekts „Starkes, lebenswertes und zukunftsfähiges Maikammer 2030“, das Missstände im Ort beseitigen und Verbesserungen oder ganz neue Ideen diskutieren und umsetzen will. „Oberstes Ziel ist die weitere Verbesserung der Lebensqualität für unsere Bürger und eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität für unsere Gäste“, erklärte Schäfer. Ein Netzwerk wie Cittaslow ermögliche diesbezüglich einen Erfahrungsaustausch auf hohem Niveau und biete interessante Kooperationsmöglichkeiten. Dazu brauchte es zunächst eine Bestandsaufnahme aus Sicht der Bürger, der gleich Verbesserungsvorschläge folgten. So wird die Parkplatzsituation als Problem gesehen. Oft werde wild geparkt, und Kurzzeitparkplätze seien nicht selten über Stunden von einem einzigen Auto besetzt. Auch müssten Einbahnstraßen auf den besten Verkehrsfluss hin geprüft werden und mehr für die Sicherheit der Fußgänger getan werden. Insgesamt wird das Parkplatzkonzept sowie das Parkleitsystem als verbesserungswürdig gesehen, wobei auch die Interessen der Geschäftswelt Beachtung finden sollten. Gleichzeitig solle der Schilderwald sinnvoll geordnet und gelichtet werden. Nach Zieglers Worten soll „das räumliche und funktionale Herz im öffentlichen Raum“ gestärkt werden. Dazu könnten mehr Sitzgelegenheiten auf den Plätzen und mehr Blumenschmuck an den Häusern gehören. In einer Zukunftswerkstatt dürfen aber auch unpopuläre Ideen ausgesprochen werden. So schlug ein Bürger vor, das General-Hartmann-Denkmal umzustellen, um den Marktplatz gänzlich neu und großzügig gestalten zu können. Dieses Ansinnen hatte eine sekundenlange Stille im Saal zur Folge. |stgi