Neustadt „Im Ministerium fehlen Praktiker“

Auch am Brandenburger Tor bestaunt: der aus Göcklingen angerollte Protestler Gerhard Hoffmann.
Auch am Brandenburger Tor bestaunt: der aus Göcklingen angerollte Protestler Gerhard Hoffmann.

Mit dem Traktor hatte sich Gerhard Hoffmann von Göcklingen aus auf den Weg gemacht, um in Berlin für eine bessere Politik für die deutschen Landwirte zu demonstrieren. Nun ist er wieder in der Heimat – und hat einiges über seine ungewöhnliche Tour zu erzählen. Sein Ruf als Kritiker der Landwirtschaftspolitik eilte ihm voraus: An einer Ampel in Berlin öffnete ein Fahrer plötzlich sein Autofenster und rief zu Gerhard Hoffmann auf dem Traktor: „Wie, Göcklinger?“ Den Südpfälzer hat die Begrüßung gefreut, wie er in einem Video auf seiner Facebook-Seite berichtet. „In der Hauptstadt ist bekannt, dass die Göcklinger da sind“, verkündet Hoffmann. Dort angekommen war er am Mittwochvormittag. Später fuhr er mit seinem Ackerschlepper auf dem Pariser Platz vor, wo er sich mit Carina Konrad vor dem Brandenburger Tor traf. Die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion hatte den aufmüpfigen Bauern zum Gespräch gebeten. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) wollte hingegen nicht mit ihm sprechen. Laut Hoffmann hatte sie am Donnerstag einen Termin in Münster. Beim Treffen im Bundeslandwirtschaftsministerium ließ sich die Spitzenpolitikerin von Staatssekretär Michael Stübgen (CDU) vertreten. Wie die Begegnung verlief, berichtete Hoffmann der RHEINPFALZ am Telefon: „Ich habe nicht erwartet, dass ich mit einem konkreten Ergebnis nach Hause fahre. Mein Ziel war es, die Dinge, die falsch laufen, vorzubringen.“ Das Gespräch sei entspannt und sehr fachlich verlaufen. Hoffmann findet jedoch, dass im Ministerium Praktiker fehlen, die wissen, wie es in landwirtschaftlichen Betrieben zugeht, und die das wahre Leben spiegeln.

x