Neustadt Hotel und Begegnungsstätte

In den Gebäuden der Stiftung Bürgerhospital Deidesheim wurde aus der einstigen Pflegeeinrichtung jetzt nicht nur eine barrierefreies Hotel, sondern auch eine Begegnungsstätte für Menschen aller Generationen geschaffen. In einer Feierstunde am Samstag übergab Architekt Martin Kerbeck (Wachenheim) nach über zehnmonatiger Bauzeit dem Spitalratsvorsitzenden Manfred Dörr den Schlüssel.
„Die Bürgerstiftung hat einen Leuchtturm für die Region geschaffen“, sagte Martin Kerbeck. Er lobte das Engagement der Handwerksbetriebe aus der Verbandsgemeinde, die die Arbeiten ausgeführt haben. Dabei ergänzte Geschäftsführer Stefan Wemhoener, dass die Betriebe nicht nur die Arbeiten vorbildlich ausgeführt, sondern auch einen nicht unerheblichen Beitrag an Spenden zum Ausbau geleistet hätten. Es sei ein Gemeinschaftsprojekt vieler Akteure voller Identifikation mit dieser seit 1494 bestehenden Stiftung. Die Sanierung war notwendig geworden, nachdem die Pflegeeinrichtung im vergangenen Jahr in dem erweiterten Gebäudekomplex des Caritas-Altenzentrums gemeinsam betrieben wird. Eine Fortführung als Pflegeeinrichtung wäre nur bei erheblichen Investitionen für Brandschutz und Sicherheit, aber auch an die gestiegenen Anforderungen an die Pflege möglich gewesen. Da entschied sich der Spitalrat für eine Auslagerung und machte den Weg für eine andere Nutzung frei. Der Erhalt des Stiftungszwecks und der historischen Gebäude standen außer Frage. „Wir haben über mehrere Monate ein Konzept entwickelt, das wir jetzt auch umsetzen können“, freute sich Wemhoener über die gute Resonanz. So konnten beim Tag der offenen Tür gleich 22 neue Zimmer und kleine Appartements besichtigt werden, die zum Teil von Rollstuhlfahrern und Menschen mit anderen Behinderungen genutzt werden können. Silvia Robert, die Leiterin des Hotels und Cafés „Ritter von Böhl“, stellte in mehreren Führungen die von der Stiftung betriebenen Räume vor. Pfarrer Bernhard Braun segnete in Anwesenheit zahlreicher Gäste das Gebäude und erinnerte an die Gastfreundschaft, die von diesem Komplex ausgehen soll. Ein neues Zuhause wird dort auch die weltweit einmalige Sammlung des Creativ-Kreises International von Gertrud Rittmann-Fischer bekommen. Die Künstlerin hat 1979 den Kreis in Deidesheim gegründet. Die Sammlung kehrt nun wieder zu ihren Ursprüngen zurück. Mit der Übergabe eines kleines Kunstwerkes an die Verantwortlichen der Stiftung brachte Gertrud Rittmann-Fischer ihre Freude zum Ausdruck. Neu ist auch die „Bewusstseins-Werkstatt“. Mit Vorträgen, Seminaren und wissenschaftlichen Treffen will man die Themenfelder Bewusstseinsbildung, Achtsamkeit und nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung fördern. In Kombination mit der kleinen Spitalkirche möchte die Stiftung auch die Tradition des Pilgertourismus neu beleben. Neu im Programm ist auch der Generationentreff. Ab 5. Mai startet in Kooperation mit der Stadt, Verbandsgemeinde und katholischem Frauenbund die Veranstaltungsreihe „Generationentreff Ritter von Böhl“ jeweils am ersten Dienstag im Monat von 14.30 bis 16.30 Uhr. (wij)