Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: TSG Haßloch zum Derby nach Hochdorf

Gegen Pforzheim (rechts Tobias Müller) warf Theo Surblys in den letzten 75 Spielsekunden zwei Tore und sicherte der TSG ein Remi
Gegen Pforzheim (rechts Tobias Müller) warf Theo Surblys in den letzten 75 Spielsekunden zwei Tore und sicherte der TSG ein Remis.

Drittligist TSG Haßloch hat drei Spiele ohne Niederlage hinter sich. Im Derby in Hochdorf könnte Theo Surblys wieder das Zünglein an der Waage sein. Im Fitnessstudio schiebt er Sonderschichten.

Theo Surblys ist keiner, der viele Worte verliert. Der 21-Jährige kommt direkt auf den Punkt. „Wir sind heiß auf das Derby, aber die mHSG Friesenheim-Hochdorf II auch. Und beide Mannschaften brauchen die zwei Punkte“, sagt der 2,03 Meter große Rückraumhüne im TSG-Innenblock vor dem Auswärtsspiel (Samstag, 19 Uhr, TVH-Sportzentrum in Hochdorf). Derzeit belegt die mHSG Friesenheim-Hochdorf II mit 9:9 Punkten Platz sechs, während die TSG Haßloch mit 7:9 Zählern und einem Spiel weniger auf Rang neun liegt. Mit einem weiteren Erfolg, dem zweiten Sieg in der Fremde, könnte die TSG Haßloch die Siegesserie der Gäste unter Trainer Matthias Polifka stoppen. „Ob wir die Punkte mitnehmen können, das liegt ganz allein an uns“, sagt Surblys.

22-mal getroffen Er hat vor zwei Wochen in der Partie gegen die TGS Pforzheim mit seinen beiden Treffern in den letzten 75 Sekunden sein Team vor einer Niederlage bewahrt. Mit 22 Toren gehört Surblys in der internen Torjägerliste zu den besten Drei. Der angehende Physiotherapeut weiß um die Schwere der Aufgabe. „Wir müssen auf jeden Fall die Kreise von Eisel und Gerdon klein halten und dürfen Peribonio nicht noch stärker machen, als er schon ist“, überlegt der Rechtshänder mit Blick auf die beiden Rückraum-Asse der Gastgeber und den Torhüter.

Das Spiel des Gegners

Nach einem spielfreien Wochenende sei die TSG auf die Partie gut vorbereitet, habe die Spiele des Gegners analysiert. „Ich finde, wir hatten zwei gute Trainingswochen und sind gut vorbereitet. Tobi (Anm. d. Red.: Trainer Tobias Job) hat uns einiges mit auf den Weg gegeben. Jetzt müssen wir es eben im Spiel auch umsetzen“, sagt der in Edingen-Neckarhausen lebende Akteur. Surbyls gehört zur badischen Fraktion der Bären und bildet mit Lino Messerschmidt, Jan Triebskorn und Marco Bitz eine Fahrgemeinschaft zum Training.

Im Rhein-Neckar-Raum begann das Rückraum-Ass seine Laufbahn. Zunächst in der Jugend des TV Edingen-Friedrichsfeld, ehe Surblys die nächsten Schritte in der B- und A-Jugend bei den Rhein-Neckar-Löwen machte. Er kann sowohl in der Abwehr als auch im Angriff überzeugen. Nach seiner Jugendzeit im Nachwuchszentrum der Rhein-Neckar-Löwen wechselte er zum österreichischen Erstligisten HC Alpha Hard. Den verließ er nach einer Spielzeit wieder. „Mir fehlte einfach die Spielpraxis, und als ich die Möglichkeit hatte, nach Nußloch zur SG zu wechseln und damit wieder in die badische Heimat zurückzukehren, habe ich das Angebot angenommen“, erzählt der ehrgeizige Handballer. Die Insolvenz in Nußloch – letzter Trainer war hier Christian Job, Bruder von Tobias Job – führte ihn im Sommer 2020 ins Großdorf. Der Torjäger fühlt sich bei der TSG wohl. „Wir haben eine super Mannschaft, ein familiäres Umfeld und auch einen guten Draht zur Zweiten Mannschaft.“

Vertrag bis 2022

Sein Vertrag bei der TSG läuft bis 30. Juni 2022. Wie es dann weitergeht, ist offen. Die Gespräche mit dem Sportlichen Leiter Thomas Müller, seinem Berater Oliver Komarek und ihm stehen noch aus. Surblys will sich nicht nur beruflich, sondern auch sportlich weiterentwickeln. Den Schritt ins Profilager schließt er deshalb nicht ganz aus. Surblys: „Wenn sich die Möglichkeit ergibt, warum nicht?“ Seine Erfahrungen in der höchsten Liga Österreichs möchte er nicht missen. „Es war eine sehr wertvolle Zeit, sowohl sportlich als auch für meine Persönlichkeit.“ Aber ob der Zeitpunkt jetzt schon gekommen ist, lässt er offen. „Ich weiß auch, dass ich körperlich noch zulegen muss. Und ich glaube daran, dass es möglich ist.“ Ein Grund, weshalb er Sonderschichten im Fitnessstudio schiebt.

Derzeit genießt aber seine schulische Ausbildung zum Physiotherapeuten absolute Priorität. Die Ausbildung wird er im kommenden Jahr beenden. Ob er in der nächsten Saison noch das TSG-Trikot tragen wird, darüber macht er sich wenig Gedanken. „Ich konzentriere mich jetzt vielmehr auf die Spiele, die vor uns liegen“, sagt Surblys. Er ist davon überzeugt, dass die Bären nach der Hin- und Rückrunde nicht in der Abstiegsrunde landen werden. „Wir haben die Qualität. Wir sind jetzt wieder ein eingeschworenes Team und haben zwei erstklassige Torhüter, für mich sogar die besten in der Liga.“ Man merkt ihm seine Leidenschaft an. Er ist heiß aufs Derby.

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