HASSLOCH
Handball: TSG Haßloch zum Derby bei der HSG Friesenheim-Hochdorf
Handball-Drittligist TSG Haßloch will seinen Erfolgskurs fortsetzen. Nach den ersten drei Spielen sind die Bären noch ohne Niederlagen. Diesen Lauf wollen sie auch im prestigeträchtigen Derby bei der HSG Friesenheim-Hochdorf (Samstag, 19 Uhr, TVH-Sportzentrum, Hochdorf) fortsetzen. Seine Premiere im Derby feiert Nils Knöringer.
Im Männerteam mittrainiert
Der 18-jährige hat schon in der vergangenen Saison fast durchgängig als A-Jugendlicher mit der Männermannschaft trainiert, ist aber in der abgelaufenen Spielzeit so gut wie nicht eingesetzt worden. „Ich kenne das Derby bisher nur als Zuschauer“, erzählt Knöringer. Der Linksaußen, der von den Minis bis zur A-Jugend alle TSG-Mannschaften durchlaufen hat, konnte sich zwischenzeitlich im Drittliga-Kader des Trainerduos Andreas Reckenthäler und Philipp Rogawski etablieren und wird auch im Pfalzderby spielen. In den ersten Partien belohnten die Trainer seinen Ehrgeiz – Knöringer nutzte die Chance. Gegen die DJK Waldbüttelbrunn erzielte er seine ersten beiden Tore in der Dritten Liga. „So kann es weitergehen“, meint Knöringer kess.
Der Haßlocher, der erst im Frühjahr das Hannah-Arendt-Gymnasium verlassen hat, macht keinen Hehl daraus, dass er die Zeit gebraucht hat, um sich an das höhere Niveau in der Dritten Liga zu gewöhnen. „Das ist schon ein Riesensprung“, weiß Knöringer. Er freut sich auf die Partie gegen den Lokalrivalen. „Es wird sicherlich ein spannendes Spiel. Wir wollen es unbedingt gewinnen und unseren Lauf noch lange fortsetzen“, erzählt das TSG-Eigengewächs.
Arbeiten und reisen
Bald wird Knöringer nicht mehr im TSG-Team sein. Im Oktober reist er mit Freunden nach Neuseeland und wird dort in den nächsten fünf Monaten ein „Work and Travel“-Programm (arbeiten und reisen) absolvieren. Dass er der TSG dann bis zum Rundenende nicht mehr zur Verfügung stehen wird, bedauert er einerseits, nimmt es aber auch gelassen: „Meine Entscheidung stand schon länger fest. Es ist schade, dass es jetzt sportlich bei mir gut läuft. Trotzdem freue ich mich auf das, was bald kommt.“
Abinote 1,0 und Sonderpreis
Seine Sehnsucht, Neues zu entdecken nach dem erfolgreichen Abitur sowie all den Einschränkungen der Pandemie, ist groß. Knöringer schaffte das Abitur mit der Note 1,0. Er wurde deshalb von der Schulleitung für sein „herausragendes Abitur“ sowie mit einem Sonderpreis im Fach Physik ausgezeichnet. „Die Schule hat mir schon Spaß gemacht, aber zuletzt war es auch für mich ein hoher Aufwand“, sagt der 18-Jährige.
Die Zeit bis zum Trip nach Neuseeland nutzt er als Nachhilfelehrer bei der Schülerhilfe. Besonders in den Hauptfächern wie Mathematik, Deutsch und Englisch ist er den Schülern gerne behilflich: „Das macht schon Spaß, es fällt mir auch nicht sonderlich schwer.“
Landwirtschaft und Weingüter
Aber die Vorfreude auf den baldigen Abflug ist groß. „Ich will einfach mal weg, die Welt kennenlernen“, erzählt Knöringer. Dies sei auch für seine weitere persönliche Entwicklung wichtig. Er wird in Neuseeland herumreisen und arbeiten. Meist in der Landwirtschaft und in den Weingütern. Zunächst auf der Nord-, dann auf der Südinsel.
„Dort werden viele Menschen gesucht“, weiß der Haßlocher. Die „gute Balance zwischen Reisen und Arbeiten“ möchte er wahren. Nach der Ankunft in Auckland will er sich mit seinem Freunden schnell zurechtfinden und ein Auto kaufen, um mobil zu sein. „Ich freue mich auf diese Zeit. Es wird sicherlich eine spannende Herausforderung.“
Spätestens im April 2023 will er wieder zurückkehren. Was dann kommt, lässt er offen. Fest steht lediglich, dass er zum nächsten Wintersemester studieren möchte. „Ich bin technisch interessiert, aber noch nicht schlüssig, ob ich Maschinenbau, Elektrotechnik oder andere Fächer studieren möchte. Ich denke, mein Weg geht in die Ingenieurwissenschaften“, überlegt Knöringer. Die TSG Haßloch hat er weiterhin im Blick. „Wenn es sich mit dem Studium vereinbaren lässt, dann möchte ich weiterspielen. Handball hat bei mir schon Priorität, aber es ist nicht die Nummer eins.“