Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Tobias Job trainiert wieder Drittligisten TSG Haßloch

Tobias Job hat die ganze Zeit die TSG-Spiele verfolgt. Er sei nie ganz vom Handball weg gewesen, sagt er.
Tobias Job hat die ganze Zeit die TSG-Spiele verfolgt. Er sei nie ganz vom Handball weg gewesen, sagt er.

Nach 18 Monaten Auszeit vom Handball kehrt Tobias Job als Trainer zum Drittligisten TSG Haßloch wieder zurück. Der 41 Jahre alte Familienvater war schwer an Corona erkrankt. Die TSG weiß: Es war für ihn nicht einfach, ihr zuzusagen.

Der Wechsel auf der Trainerbank kommt nicht überraschend. Denn Thomas Müller machte in den vergangenen Wochen keinen Hehl daraus, dass die Doppelbelastung als Sportlicher Leiter und Trainer des Handball-Drittligisten TSG Haßloch ihm zu viel geworden ist. Deshalb hat der 58-Jährige in den vergangenen Tagen seine Bemühungen um eine Nachfolge im Traineramt forciert. Und das auch auf ärztlichem Rat: Müller ist zwischenzeitlich gesundheitlich angeschlagen. So kehrt jetzt mit sofortiger Wirkung Tobias Job an seine alte Wirkungsstätte zurück.

Erstes Training geleitet

Bereits am Donnerstagabend leitete Job, der erst kurz zuvor seine Zusage gegeben hatte, das Abschlusstraining vor der heutigen Partie gegen den Tabellendritten TSB Heilbronn-Horkheim (19.30 Uhr, TSG-Sportzentrum, Tageskarten sind noch an der Abendkasse erhältlich; es gilt die 2G-Regel). Mit dem Wechsel von Thomas Müller auf Tobias Job endet zugleich auch das Engagement des bisherigen Cotrainers Frank Herbert.

„Wir suchten schon länger nach einem Trainer, um die Ämter zwischen Sportlichem Leiter und Trainer zu trennen und auch die Aufgaben besser zu verteilen“, sagt Müller auf RHEINPFALZ-Nachfrage. „Tobi war unser Wunschkandidat. Es ist kein Geheimnis, dass wir damals mit ihm gerne verlängert hätten, ehe er sich für eine Pause entschieden hatte“, so Müller. Zuvor war der gebürtige Südpfälzer aus Hagenbach, dessen Vater Winfried ebenfalls schon die TSG trainiert hat, bereits fünf Jahre als Trainer bei den Bären aktiv. „Die Auszeit war mein persönlicher Wunsch, und diese tat mir auch gut“, meint Job. Der Diplom-Betriebswirt, der am 25. April 2020 letztmals an der Seitenlinie das Sagen hatte, erkrankte danach schwer am Corona-Virus und fiel drei Monate in seinem Beruf aus. Jetzt ist er vollständig genesen und hat wieder Lust auf Handball.

Familie hat zugestimmt

„Ohne der Zustimmung meiner Familie hätte ich die Aufgabe in Haßloch nicht angenommen“, sagt Job. Er verrät, dass die TSG schon seit Wochen um ihn gebuhlt habe. „Ich war vom Handball nie ganz weg, Ich habe alle Spiele der TSG im TV gesehen, habe deren Entwicklung mitverfolgt“, erzählt Job. Er hat einfach wieder Lust, Handball aktiv mitzugestalten. „Der Kontakt zu ihm war weiterhin da. Er hat ja den Großteil der Mannschaft jahrelang trainiert, kennt den Verein und das Umfeld und war daher in der Lage, direkt einzusteigen“, sagt Müller.

Zusage bis Saisonende

Er wird sich jetzt wieder ganz auf seine Aufgabe als Sportlicher Leiter konzentrieren. „Ich bin froh, dass Tobias bereit ist, uns zu helfen, da ich gesundheitlich angeschlagen bin. Allerdings wissen wir auch, dass es nicht so einfach war, uns zuzusagen.“ Jobs Engagement ist zunächst bis zum Ende der Saison 2021/2022 befristet. „Das war ausdrücklich mein Wunsch“, sagt Job. Mit dem neuen und alten Cheftrainer hofft Müller auch auf einen Impuls für die Mannschaft, um der unteren Tabellenregion zu entfliehen. Mit 2:8 Punkten belegt die TSG derzeit den vorletzten Tabellenplatz in der Staffel F. Damit hinkt sie deutlich ihren eigenen Ansprüchen hinterher.

Das hat auch Kreisläufer Lars Hannes bestätigt, der diese personelle Entscheidung ausdrücklich begrüßt. „Thomas hat sich stets große Mühe gegeben. Aber auch wir haben gespürt, dass es eine sehr hohe Belastung für ihn war. Deshalb ist die aktuelle personelle Lösung der richtige Schritt“, betont der Blondschopf.

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