Hassloch
Handball: Oberliga-Frauen der TSG Haßloch zahlen Lehrgeld
Es sind noch sieben Minuten zu spielen. Die Handball-Oberliga-Frauen der TSG Haßloch sind nach zwei Treffern von Lucie Krein und einem von Flora Schilling nach einem Acht-Tore-Rückstand bis auf drei Treffer an ihren Gast, Spitzenreiter HSG DJK Marpingen-SC Alsweiler, herangekommen. Der Fanclub der Haßlocher Handballerinnen trommelt lauter und lauter, hofft auf die Wende.
„Wir stehen immer zu unserer Mannschaft, wir feuern immer an“, hat Yvonne Orth, ein Fanclub-Mitglied, noch in der Pause erzählt. Zu diesem Zeitpunkt sah es nach einem Debakel für die TSG-Frauen gegen einen ausgebufft spielenden Gast aus. „Die erste Hälfte war eine Katastrophe“, sagt später auch der Haßlocher Coach Peter Motz zu den vielen Fehlpässen und -würfen seiner Schützlinge vor der Pause. „Da haben wir Lehrgeld gezahlt“, ergänzt Torfrau Selina Henrich. Sie spricht damit auch eine löchrige Deckung an.
Misslungener Start
Die Haßlocherinnen starteten mit drei Fehlwürfen in die Partie. Im Gegenzug trafen die Saarländerinnen, die nach der vergangenen Runde aus der Dritten Liga abgestiegen waren, dreimal in Folge vom Kreis. Entscheidend war aber auch die gute Leistung der HSG-Torfrau Carina Kockler: Sie parierte Würfe von Lena Motz (1., 30.), Marlena Schilling (3., 21., 48.), Lisa Motz (14.), Flora Schilling (54.). „Die Torfrau war der Faktor“, gibt Peter Motz zu. „Die Saarländerinnen setzen ihren Körper aber auch ganz anders ein“, weiß er einen weiteren Grund für einen am Ende ungefährdeten Sieg der Gäste.
In der zweiten Hälfte scheint die Partie zu kippen. Die Haßlocherinnen, die nun aggressiver in der Abwehr mit einer vorgezogen spielenden Lucie Krein agieren, holen Tor um Tor auf, kommen bis auf drei Treffer heran. Mehr ist nicht drin. „Es ist aber wichtig zu wissen: Auch wenn wir hinten sind, haben wir noch eine Chance“, zieht Henrich ein positives Fazit trotz der 25:33 (12:19)-Heimniederlage. „In der zweiten Hälfte haben wir die HSG gefordert – der Gegner hat sogar eine Auszeit nehmen müssen“, sagt Peter Motz und versucht ebenfalls, nur das Positive aus der Niederlage mitzunehmen.
Unzufrieden mit Torausbeute
HSG-Coach Sebastian Franz ist sich des Auswärtssieges immer sicher gewesen: „Angst hatte ich keine.“ Mit nur 33 Toren seiner Mannschaft ist er allerdings nicht zufrieden. „Wir haben es verpasst, in der ersten Hälfte den Sack zuzumachen“, kritisiert er zudem.
Dass es am Ende nicht mehr als 33 Gegentore sind, ist nicht nur ein Verdienst der besser verschiebenden und zupackenden TSG-Abwehr. Auch Selina Henrich im Haßlocher Kasten ist nun besser im Spiel, fängt den Ball nach Wurf der fünffachen Torschützin Linsey Houben (53.), pariert den Wurf von Rechtsaußen Jana Korn (51.). „In der zweiten Hälfte hat’s jedem von uns mehr Spaß gemacht. Wir haben in der Abwehr besser gestanden“, sagt sie nach dem Schlusspfiff etwas außer Atmen. Die Partie sei schnell, sei anstrengend gewesen. „Wir stehen nicht nur rum“, sagt die Torfrau über den Job zwischen den Pfosten.
Anstrengend für Fans
Nicht nur die TSG-Spielerinnen, auch der Haßlocher Fans geben bis zum Schluss alles: trommeln, schwenken Fahnen, klatschen. Und sind deutlich lauter als die mitgereisten Anhänger der Gästemannschaft. Das viele Anfeuern geht an den Haßlocher Zuschauern nicht spurlos vorbei. „Wir schwitzen auch“, erzählt Yvonne Orth und lacht. „Wenn nicht sogar mehr als die Spielerinnen ...“
So spielten sie
TSG Haßloch: Henrich, Herzig; Lena Motz (2), Marlena Schilling (4); Flora Schilling (3), Schmitt (1), Krein (9/1), Kayser; Hagedorn (6/1), Paul, Spieß, Glaser, Kripp, Bachtler, Lisa Motz.
Spielfilm: 0:3 (5.), 2:6 (9.), 7:12 (18.), 12:19 (30.), 13:21 (33.), 17:22 (38.), 18:24 (42.), 22:25 (47.), 25:28 (53.), 25:33 (59.); beste Spielerinnen: Henrich, Hagedorn, Krein - Kockler, Hartz; Siebenmeter: 3/2 - 4/3; Zeitstrafen: 3/1; Zuschauer: 70; Schiedsrichter: Müller/Freiherr von Wolff (TG Osthofen/SG Saulheim).