Hassloch
Handball: Frauen-Pfalzligist TSG Haßloch überrollt HSG Mutterstadt/Ruchheim
Kaum ist die Begegnung beendet, verschwinden alle Spielerinnen des Handball-Pfalzligisten TSG Haßloch mitsamt Trainer Peter Motz in der Kabine. Der wird hier zum ersten Mal in der Partie gegen die HSG Mutterstadt/Ruchheim richtig laut: „Auf geht’s“, ruft er seinen Schützlingen begeistert zu. Die haben die Gäste mit 42:18 förmlich überrollt. Später erklärte er: „Wir haben beschlossen, nach jedem Spiel sofort in die Kabine zu gehen und uns kurz zu treffen.“ Das fördere den Zusammenhalt. „Und es verhindert, dass die Spielerinnen auf die Tribüne gehen.“ Was in Corona-Zeiten zum Schutz aller bei der TSG Haßloch nicht erlaubt ist.
Alle TSG-Spielerinnen eingesetzt
Die Haßlocherinnen hatten zuvor ihrem Trainer einen ruhigen Nachmittag im Heimspiel gegen die HSG gegönnt. Nicht einmal eine einzige Auszeit nahm Motz für sein Team in den 60 Minuten in Anspruch. Das war nach nervösem Beginn nicht mehr zu stoppen. „Die Mädels sind konditionell gut drauf, die sind fit“, begründete Motz den Verzicht auf Auszeiten. Alle Spielerinnen bekamen ihre Einsatzzeiten. Die Haßlocherinnen besiegten den Gast, der nur in den ersten 15 Minuten mithielt. Auch weil den Gastgeberinnen in der Anfangsphase viele Fehlwürfe unterliefen: weil sie an Torfrau Juliane Czizinski scheiterten (4., 9., 17.), weil Lucie Krein zweimal den Pfosten traf (8., 14.), Jessica Glaser einmal (3.).
Antreiberin im Haßlocher Team: der nimmermüde Neuzugang Lucie Krein. Die Oberliga-erfahrene Spielerin aus Zweibrücken war selten zu halten, hatte sie den Ball in der Hand. Egal, ob bei Tempogegenstößen oder in der Rückraum-Mitte. „Die Nervosität, die wir im ersten Spiel fast durchgängig hatten, hat sich diesmal aufgelöst“, stellte sie lachend fest. „Diesmal war es von jedem ein gutes Spiel. Wir haben als Mannschaft gespielt.“ Wie beim 7:5 von Rechtsaußen Flora Schilling, dem Kreuzbewegungen des ganzen Teams vorausgegangen waren (11.). Oder bei Schillings Konter zum 38:16 nach Pässen von Krein auf Lena Motz zum Rechtsaußen (54.).
Leichte Tore bei schnellen Gegenstößen
Variabel in der Abwehr – die TSG startete mit einer 6:0-Deckung und stellte später auf die offensivere 5:1-Variante um – waren die Haßlocherinnen immer aufmerksam, schalteten bei Toren, Fehlwürfen und -pässen der Gäste sofort auf Angriff um. Und ermöglichten sich so viele leichte Tore mit schnellen Gegenstößen. Jessica Glaser fing den Ball in der Abwehr ab. Ein langer Pass auf Flora Schilling, und es hieß 29:14 (41.). Julia Spieß reagierte bei einem Abpraller vom TSG-Tor am schnellsten, passte auf die davongeeilte Krein: 30:14 (43.). Tor Nummer 40 gelang Lena Motz nach einer Einzelleistung (57.).
„Wir haben am Sonntag ein schweres Spiel bei der HSG Dudenhofen/Schifferstadt. Deshalb war es wichtig, dieses Spiel durchzuziehen – damit die Mädels merken, wie gut sie sind“, betonte Peter Motz, ohne überheblich zu sein. Für Gegner Mutterstadt/Ruchheim tue es ihm sogar ein wenig leid. Motz rechnet auch nicht damit, dass seine Schützlinge vor Übermut abheben. „Das erledigt sich mit dem nächsten Gegner von selbst.“ Denn Dudenhofen/Schifferstadt kämpfe wie Haßloch um Tabellenplatz eins. Nur der Pfalzliga-Meister ist schließlich für die Aufstiegsspiele zur Oberliga qualifiziert. Die TSG-Frauen treten am, Sonntag, 16 Uhr, in der Wilfried-Dietrich-Halle in Schifferstadt gegen die HSG an.
So spielten sie
TSG Haßloch: Henrich, Wilde (bei 1 Siebenmeter); Glaser (5/1), Marlena Schilling (5), Flora Schilling (7), Jakob (1), Krein (15/3), Spieß (1); Lena Motz (3), Kripp, Bachtler, Lisa Motz (2), Schmitt (3).
Spielfilm: 5:3 (6.), 9:6 (16.), 11:8 (20.), 18:8 (27.), 20:10 (30.), 28:14 (40.), 39:16 (55.), 42:18 (60.).
Siebenmeter: 5/4 - 6/4. Zeitstrafen: 1/2. Beste Spielerinnen: Krein, Flora Schilling – Höbel. Zuschauer: 70 Schiedsrichter: Kischko (TV Wörth)