Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Frauen der TSG Haßloch brauchen Zeit mit neuem Trainerteam

Philip Rogawski versucht in einer Auszeit, das Haßlocher Frauenteam aufzubauen.
Philip Rogawski versucht in einer Auszeit, das Haßlocher Frauenteam aufzubauen.

Keine Frage: Die Leistung der Haßlocher Oberliga-Handballerinnen im Heimspiel gegen die SF Budenheim ist indiskutabel. Das Team der TSG Haßloch ist nach dem überraschenden Rücktritt des Trainers Peter Motz die Nervosität anzumerken.

Als Philip Rogawski – der Cotrainer der Haßlocher Drittliga-Männer springt ein, wenn Interimstrainer Marc-Robin Eisel, Spieler des Zweitligisten Eulen Ludwigshafen, selbst nicht kann – nach der Haßlocher 18:26 (11:13)-Niederlage auf dem Weg in die Kabine ist, wird er an der Tribüne von zwei älteren Frauen aufgehalten. Sie machen ihm Vorwürfe ob der schlechtesten TSG-Leistung seit Langem. „Ich war am Dienstag zum ersten Mal überhaupt im Frauentraining“, erzählt Rogawski. Er sei zum ersten Mal bei einem Frauenspiel als Trainer im Einsatz. „Die Spielerinnen brauchen Ruhe. Die Mannschaft muss sich finden“, sagt er zur TSG-Situation.

Immer wieder Schrittfehler?

Haßloch fängt gut an, führt mit 3:1 und 4:2, lässt im schnellen Angriffsspiel sein Können aufblitzen, als auf Rechtsaußen Jessica Glaser zum 1:1 ausgleicht. Aber die Gastgeber können sich nie absetzen. Immer wieder entscheiden die Unparteiischen Simon Weißbrod (HF Köllertal) und Till Egler (HSG DJK Nordsaar) auf Schrittfehler der TSG. Vor allem Rückraumspielerin Marlena Schilling treffen die meist zweifelhaften Entscheidungen oft – zu Beginn gleich dreimal nahezu hintereinander, als sie im Zweikampf antäuscht, erst rechts, dann links an ihrer Gegenspielerin vorbeiziehen zu wollen. „Wir kommen gut ins Spiel – dann kommen die Pfiffe gegen uns. Die Mannschaft ist nervös. die Entscheidungen ziehen uns runter“, stellt Rogawski nach dem Schlusspfiff fest. Die Schritteentscheidungen hätten vor allem Marlena Schilling verunsichert, sagt ebenfalls der Sportliche Leiter der TSG, Peter Wingerter. „Natürlich hat mir die sportliche Leistung auch nicht gefallen“, fügt er kritisch hinzu. Torwarttrainer Bruno Spieß ergänzt, dass schon die Leistung beim 28:24-Sieg im Heimspiel zuvor gegen Zweibrücken nicht gut gewesen sei. „Aber da war der Gegner nicht so stark.“ Budenheim hingegen sei sehr eingespielt.

Unplatzierte Würfe

Unzählige Fehlpässe, unplatzierte Torwürfe prägen das TSG-Spiel gegen die Rheinhessinnen. Letztere wiederum legen in einer aggressiven Abwehr den Grundstein zum Erfolg: Carina Oberborbeck spielt vor der Deckung. In halbrechter Abwehrposition kommt Carla Schurich immer schnell weit heraus und stört den linken Haßlocher Rückraum bei Ballannahme und Weiterpassen.

Die im Angriff starke Alexandra Flebbe versucht Rogawski mit einer kurzen Deckung zu stoppen. Flora Schilling nimmt sich ihr an. Doch erneut sind es fragwürdige Entscheidungen der Unparteiischen, die die TSG nicht aufholen lassen: Sie pfeifen einen Schrittfehler gegen Aufbauspielerin Lucie Krein, obwohl sie zum Torwurf kommt und ihr Oberborbeck dabei am Trikot zieht (36.). Im Gegenzug treffen die SF zum 16:11 per Siebenmeter.

Training am Samstag

Wingerter: „Von der Nummer eins bis zur 99 war es nichts.“ Er sei sich aber sicher, dass die Haßlocherinnen selbst wüssten, was sie gespielt hätten. Nicht nur im Angriff unterliefen ihnen Fehler. Auch in der Abwehr: Die Gäste schaffen es immer wieder, ihre Kreisläuferin anzuspielen. Und sie kommen zu einfachen Kontertoren nach technischen Fehlern der TSG. Nach der Pause ziehen sie auf 19:15 und 21:17 davon. „Wir müssen viel miteinander reden und brauchen Zeit“, betont Rogawski. Es gehe um die Gesamtentwicklung der Mannschaft. Auch Lena Motz, mit Schilling Mannschaftsführerin, stellt fest: „Neue Trainer, neue Philosophie.“ Die Qualität im Team sei vorhanden. „Wir müssen uns Zeit nehmen, aber das kommt.“ Der Rücktritt sei im Team bereits kein Thema mehr. Am Wochenende ist Haßloch spielfrei. Und nutzt diese Zeit. Mit Eisel und Rogawski gebe es am Samstag eine extra Trainingseinheit, kündigt Wingerter an. „In drei Wochen sieht das anders aus – davon bin ich überzeugt.“

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