Zweibrücken
Handball: Drittligist Haßloch verliert auch in Zweibrücken
Die Keeper der TSG Haßloch boten starke Leistungen, machten gemeinsam mit ihren gleichfalls überragend haltenden Zweibrücker Torwartkollegen die Partie zum Spiel der Torhüter. Dass am Ende die SV-Keeper jubeln durften, lag am schwachen Angriffsspiel der Haßlocher.
Es wurde nichts mit der Revanche für die Hinspielniederlage. Im Duell Zweibrücken gegen Haßloch hatte am Ende der SV 64 Zweibrücken mal wieder die Nase vorn – mit 24:22 (8:8). „Das müssen wir uns selbst zuschreiben, das ist einfach zu wenig. Da muss die Chancenauswertung stimmen, dann kommen wir nicht in Zugzwang über die Abwehr“, analysierte der enttäuschte TSG-Trainer Tobias Job das Hauptproblem.
Nur 16 Tore in erster Hälfte
Das sahen auch die Männer zwischen den Haßlocher Pfosten so, die alles in die Waagschale warfen und am Ende feststellen mussten: „Da kann man sich über eine persönliche gute Leistung nicht freuen. Die bringt nichts.“ Dies sagte Marco Bitz. Immer wieder stand er den Zweibrücker Angreifern im Weg. Wie auf der Gegenseite der überragende Alex Dörr den Haßlocher Angreifern. „Krasses Spiel. 8:8 zur Halbzeit. Ich kann mich nicht erinnern, ob, und wenn ja wann, ich mal ein Spiel bestritten habe, in dem so wenige Tore nach 30 Minuten gefallen waren“, sagte der SV-Keeper.
„Was soll ich dazu sagen? Wir müssen gar nicht über Zweibrücken reden. Wir müssen erst mal über uns reden, so schlecht wie wir sind“, machte Bitz aus seinem Frust über die Niederlage und die Art und Weise, wie sie zustande gekommen war, keinen Hehl. „Ich stehe da nur hinten drin und guck mir das an.“ Er litt wie sein Torwartkollege Daniel Schlingmann, wenn mal wieder ein TSG-Angriff versemmelt wurde.
Schwache TSG-Angreifer
Job wechselte kräftig durch, aber kein TSG-Angreifer zündete. Die schnelle Zweibrücker Abwehr und der überragende Dörr entschieden das Duell vorm Zweibrücker Tor klar für sich. Dass es dennoch bis zum Ende ein spannendes Spiel blieb, dafür sorgten Bitz und Schlingmann.
Schlingmann betrat in der 14. Minute erstmals das Spielfeld. Das erste Duell gegen Zweibrückens Siebenmeter-Spezialist Kevin Knieps, der zuvor zweimal Bitz vom Punkt überwunden hatte. Schlingmann parierte. „Jetzt wacht mal endlich auf“, feuerte er nach der Parade, auf dem Weg zurück zur Bank, seine Vorderleute an.
Schlingmann pariert Siebenmeter
Vergeblich. In einem engen Spiel waren es immer die Zweibrücker, die bis zum Ende der torarmen ersten Hälfte vorlegten. An der Angriffsfrequenz lag es nicht, dass es mit diesem Ergebnis in die Pause ging. Beide Mannschaften hatten etliche Angriffsversuche nicht erfolgreich abschließen können. Dass der SV nicht 9:8 führte, lag daran, dass Schlingmann, als die Spielzeit bereits abgelaufen war, auch das zweite Strafwurf-Duell gegen Knieps für sich entschied.
Job hatte mit der Variante begonnen, mit zwei Kreisläufern zu spielen. Im zweiten Durchgang setzte er unter anderem auf den siebten Feldspieler und ließ SV-Spielmacher Tim Götz, der erst in der zweiten Hälfte richtig ins Spiel fand, über längere Phasen eng decken. Ohne zählbaren Erfolg. Dass er in den Schlussminuten neben Götz auch noch Zweibrückens Top-Angreifer Philipp Kockler in Manndeckung nehmen ließ, blieb ebenfalls ohne Erfolg. Im Spiel vier gegen vier nutzten die Zweibrücker die Räume. Knieps traf. Der hatte zuvor Schlingmann am Siebenmeterpunkt zum dritten Mal gegenübergestanden. Und sein Mut wurde belohnt. Knieps traf zum 18:16, nachdem Denni Djozic 45 Sekunden zuvor die Chance zum 17:17 vom Punkt nicht genutzt hatte.
TSG-Nachholspiel am Mittwoch
„Der Sieg geht in Ordnung“, befand Tim Götz, der das wichtige 23:20 erzielte, dem SV-Abwehrchef Tom Grieser mit dem Treffer zum 24:20 ins leere TSG-Tor die erste Vier-Tore-Führung im Spiel folgen ließ. Auf alles, was Haßloch taktisch probiert habe, habe Zweibrücken eine Antwort gehabt, analysierte Tim Götz. SV-Trainer Stefan Bullacher bestätigte: „Wir haben uns gut vorbereitet auf den Gegner. Die Jungs haben super umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben.“ Und das bescherte den Haßlochern eine neuerliche Enttäuschung. „Drei Niederlagen in Folge tun uns richtig weh“, bekannte Job mit Blick auf das Haßlocher Ziel, den sechsten Platz zu erreichen. Bereits am Mittwoch, 20 Uhr, muss sein Team wieder ran. Im TSG-Sportzentrum holt die TSG Haßloch die am 2. Oktober ausgefallene Partie gegen die SG Leutershausen nach.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Dörr, Alex Sema (Siebenmeter) - Bayer (1), Tim Götz (4), Kockler (8) - Hammann, Meister (2) - Knieps (8/3) - Grieser (1), Naumann, Max Sema, Ihl, Gohl.
TSG Haßloch: Bitz, Schlingmann (Siebenmeter) - Borodovskis (4), Surblys (1) - Gregori (1), Djozic (4/3)- Kern (5), Julius Herbert (2), Zech, Triebskorn (2), Seelos (3), Konstantin Herbert, Dennis Götz.
Spielfilm: 4:4 (16.), 6:5 (22.), 8:5 (25.), 8:8 (Halbzeit), 16:14 (42.), 16:16 (45.), 19:16 (50.), 20:19 (56.), 24:20 (57.), 24:22 (Ende) - Siebenmeter: 5/3 - 4/3 - Zeitstrafen: 1/3 - Beste Spieler: Dörr, Kockler - Bitz - Zuschauer: 150 - Schiedsrichter: Ekk/Walter (HV Hessen)