Hassloch
Handball: Überraschende Personalie im Frauenteam der TSG Haßloch
Peter Motz kommt erst kurz vor Spielbeginn in die Halle. Unter ihm als Trainer war die TSG in der vergangenen Saison ungeschlagen in die Oberliga aufgestiegen. Jetzt nimmt er auf der Tribüne Platz, um sich das Spiel anzuschauen. Aus persönlichen Gründen sei er schon am Dienstagabend zurückgetreten, informiert Motz. „Manche Dinge sind nicht so gelaufen, wie ich mir das vorstelle.“ So begründet er seine Entscheidung. „Manche Dinge haben mir nicht gefallen.“ Details will er nicht nennen. Insgesamt sechseinhalb Jahre habe er das Frauenteam in Haßloch betreut. Die Zeit davor beim TV Kirrweiler mit eingerechnet, seien es 15 Jahre.
Motz: „Mir hat mein Gefühl gesagt, es ist Zeit.“ Schon vor Saisonbeginn habe er den Gedanken gehabt aufzuhören. Frischer Wind solle ins Team, „das braucht jetzt was anderes“. Und der Zeitpunkt sei „so schlecht nicht“. Motz verweist auf den vierten Tabellenplatz: „Die Mannschaft ist gut aufgestellt.“ Sein Aufhören sei ein ganz normaler Prozess, kein Drama. „Schockiert. Unerwartet zum jetzigen Zeitpunkt.“ So beschreibt die kranke TSG-Rückraumspielerin Marlena Schilling, die ebenfalls auf der Tribüne sitzt, wie sie den Rücktritt empfindet.
Eisel fehlt am Mittwoch
Als Interimscoach springt Marc-Robin Eisel ein, der sich bisher schon im Training der Frauen an der Seite von Peter Motz engagiert hat. Der Rückraumspieler des Zweitligisten Eulen Ludwigshafen wird allerdings nicht immer das Haßlocher Team coachen können. So fehlt er am Mittwoch, 20.15 Uhr, im Nachholspiel im TSG-Sportzentrum gegen die SF Budenheim. „Dann spiele ich selbst gegen Großwallstadt“, sagt er. „Aber wir finden intern eine Lösung.“
Vor der Partie gegen Zweibrücken hat er sich mit der Mannschaft zusammengesetzt, denn „diese Woche waren der Sportliche Leiter Peter Wingerter und ich nicht da“. Und er habe den Rücktritt von Motz „nicht einfach so im Raum stehen lassen wollen“.
Fehler hüben wie drüben
Es ist zunächst ein zerfahrenes Spiel gegen die jungen Westpfälzerinnen, die in der ersten Hälfte gut mithalten. Mit einem Altersschnitt von nur 19 Jahren und nach einem riesigen Umbruch sei das Ziel allein der Ligaverbleib, betont der Zweibrücker Trainer Rüdiger Lydorf, der zunächst nichts vom Trainerrücktritt in Haßloch mitbekommt. „Das hat mir ein Betreuer erzählt“, sagt er. Es sei schon überraschend, „wenn’s sportlich keinen Grund dafür gibt“. Vor allem die treffsichere Linkshänderin Janine Baus hält Zweibrücken mit ihren Treffern immer wieder im Spiel. Fangfehler, Fehlpässe häufen sich hüben wie drüben.
„Über die komplette Zeit gab es viele technische Fehler“, klagt Lydorf. Am Anfang der zweiten Hälfte habe es den Knackpunkt gegeben: „Wir kämpfen uns bis auf drei Tore ran und machen dann wieder einfache Fehler.“ Haßloch zieht zunächst auf 24:16 davon, ehe Zweibrücken aufholt. Von der 42. Minute an treffen für zehn Minuten nur die Gäste, verkürzen mit Toren von Baus, Vera Jänicke und Lucy Hilz von 17:25 auf 22:25.
Haßlocher Hektik
Denn auch die Gastgeber leisten sich viele Fehler: TSG-Linksaußen Katharina Schmitt scheitert bei einem Konter vollkommen unbedrängt an Torfrau Annalena Zahm (55.). Doch trotz Fangfehlern von Anouk Hagedorn (43.) und Lena Motz (46.), Fehlwürfen von Hagedorn (47.) und Flora Schilling (54.) – der Haßlocher Sieg ist nie in Gefahr. „Die Hektik ist unser Problem“, gesteht Eisel. In den vergangenen drei Jahren habe Haßloch nur Gegenstoß-Handball gespielt. „Jetzt müssen wir lernen, dass jeder Fehler bestraft wird.“ Marlena Schilling ergänzt: „Die Hektik können wir nur phasenweise ablegen, aber nicht immer.“