Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Gunnar Henrich: „Für mich gehört Wettkampf schon immer zum Tennis“

Gunnar Henrich (hier 2018) gewann sein Finale kampflos.
Gunnar Henrich (hier 2018) gewann sein Finale kampflos.

Hitze, dann Wolkenbrüche. Die Teilnehmer der offenen Tennis-Dorfmeisterschaften, die der TC Haßloch organisiert hat, erlebten Extreme. Wie geht ein 60-Jähriger seine Spiele an, wie präpariert ein Verein die Anlage, auf der das Wasser steht? Heike Klein sprach mit Gunnar Henrich, dessen Halbfinale über zweieinhalb Stunden ging.

Gunnar Henrich hat die Fahne seines Tennisclubs hochgehalten. Er gewann bei den 14. offenen Dorfmeisterschaft, die vom TC Haßloch organisiert wurden, in der Altersklasse M60. Der 60-jährige Haßlocher wurde mit dem Herren-55 Team des TC in der Medenrunde 2023 Meister der Verbandsliga und spielt mit der Mannschaft in der Saison 2024 in der Oberliga.

Die 132 Teilnehmer in den verschiedenen Kategorien trotzen in der vergangenen Wochen zunächst der Hitze, dann sorgten zwei Wolkenbrüche für Änderungen im Spielplan und kräftigem Arbeitseinsatz der Helfer.

Herr Henrich, Sie sind der einzige Turniersieger ihres Clubs bei den diesjährigen Dorfmeisterschaften der Senioren ab Altersklasse 50. Ihr Auftritt war bei den Herren-60 mit zwölf Teilnehmern. Die Dorfmeisterschaften sind traditionell ein Sommerturnier, bei dem große Hitze herrschen kann. Wieso tut man sich das als 60-Jähriger überhaupt an?
Für mich gehört Wettkampf schon immer zum Tennis. Es muss um etwas gehen. Ich möchte mich mit anderen Sportlern messen und nicht nur einfach so an Spaß an der Freude auf dem Platz sein.

Dennoch ist es auch eine Frage des Alters. Wie haben Sie sich diesmal gefühlt?
Der Körper spürt es natürlich schon, wenn man täglich ein Spiel hat. Deshalb spiele ich auch nicht so oft ein Turnier. In diesem Jahr waren es bislang drei Turniere. Jeder Sport mit viel Bewegung ist gesundheitlich aber immer hilfreich. Dazu kommt die soziale Komponente: Man ist mit anderen zusammen und an der frischen Luft.

Ihr vorgesehener Endspielgegner, Hans-Jürgen Kessel (Edenkoben-Haßloch) konnte am Finaltag nicht antreten. Was waren die Gründe?
Er hatte Probleme mit dem Knie bekommen und hat daher lieber verzichtet.

Sie selbst hatten noch ein hartes Halbfinale am Samstag zu bestreiten. Wie haben Sie sich auf das dritte Match innerhalb von vier Tagen vorbereitet?
Ich versuche über den Tag verteilt rund drei Liter zu trinken, überwiegend Apfelsaftschorle oder Mineralwasser. Vor dem Spiel nehme ich noch ein isotonisches Getränk zu mir. Das Match gegen Marino Rossi (TSV Haßloch) war dann sehr umkämpft und ging über 2,5 Stunden. Es endete 7:5, 6:7, 10:4.

Am Samstag war immerhin die schlimmste Hitze vorbei, zu Turnierbeginn am Dienstag war es noch sehr drückend und schwül. Doch dann hatten Sie als Veranstalter am Donnerstag und Freitag mit dem Regen zu kämpfen. Wie brachten Sie das Turnier über die Runden?
Am Donnerstag hat es dann abends sehr heftig geregnet. Wir mussten die restlichen Paarungen absagen und stellten den Zeitplan um. Ich war gerade mit meinem Match fertig, danach war aber wirklich „Land unter“. Ein dickes Lob an die Turnierleitung: Die Spiele wurden so gelegt, dass neben dem Freitag mit jeweils einem Match für die Teilnehmer auch der Samstagvormittag belegt wurde. Es war für ein eventuelles zweites Match am Abend genügend Zeit, um sich zu erholen.

Über Nacht gab es ja am Freitag nochmals einen starken Regenguss. Womit machten Sie die Plätze bespielbar?
Viele Mitglieder haben dann spontan geholfen, auch viele Jugendliche unseres Vereins. Das meiste Wasser stand auf vier Plätzen, bei denen der Ablauf teilweise verstopft war. Wir hatten eine Pumpe im Einsatz und rückten dem Wasser mit großen Schwämmen zu Leibe. Ich kann gar nicht zählen, wie viele Eimer wir herausgeschafft haben. Und nach der Behandlung musste der jeweilige Platz gut „abgezogen“ werden. Da war dann unser umgebauter Rasenmäher gefragt. Wir sagen „Rasenmäher-Gokart“ dazu. Wir haben einen stabilen, breiten Abziehbesen als Aufsatz, damit kann der Platz sehr effektiv bearbeitet werden.

Ergebnisse

Die Finalspiele: Herren-50 (Leistungsklasse LK 4-16): Jürgen Mandery (TUS TA Waldhambach) – Stephan Passavand (TC SW 1896 Landau) 4:6; 6:4; 8:10; Herren-50 (LK 14-25): Andreas Blüthner (TC SW 1903 Bad Dürkheim) - Michael Ripberger (TC Haßloch) 6:0; 6:3; Herren-55 (LK 4 – 16), Mathias Scholl (TC Mutterstadt – Steffen Kruse (TC RW Wiesloch) 7:5; 5:7; 10:6; Herren-55 (LK 14 -25): Christian Wolf (TV 1991 Hanhofen) – Klaus Kriebus (SKV Sandhofen) 4:6; 0:6; Herren-60 (LK 4 – 16): Gunnar Henrich (TC Haßloch) – Hans-Jürgen Kessel (TC GW Edenkoben) kampflos, da Verzicht Kessel; Herren-60 (LK 14 -25): Rainer Argus (TC GW Edenkoben) – Uwe Himmighöfer (TC Böhl-Iggelheim) 6:3; 6:3; Herren-65 (LK 4 – 16): Bernhard Pollich (TC SW 1896 Landau) – Karl-Heinz Klapper (TC Mutterstadt) 6:1; 6:2; Herren 65 (LK14 – 25): Gerhard Raquet (TC Haßloch) – Joachim Barry (TC SW 1896 Landau) 6:2; 2:6; 8:10; Herren 70 (LK 4 -16): Gerhard Pfitzer (TC Mutterstadt - Reinhard Sebastiani (TC Haßloch) 6:2; 7:5

Damen-50 (LK 4 – 25): Kerstin Gellweiler (TC SW 1896 Landau) – Brigitte Herzinger (TC Modenbachtal Hainfeld) 6:3; 6:0.

Markus Schmitt und Luca Scheid saugen mit großen Schwämmen das Regenwassre vom Platz.
Markus Schmitt und Luca Scheid saugen mit großen Schwämmen das Regenwassre vom Platz.
Platzwart Horst Ebenrecht zieht mit dem Rasenmäher-Gokart den Platz ab.
Platzwart Horst Ebenrecht zieht mit dem Rasenmäher-Gokart den Platz ab.
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