Maikammer
Guggemol: Raffinierte Personalsuche im „Kinderamt“
Im Erdgeschoss der Verbandsgemeindeverwaltung in Maikammer wurde ein Kinderamt in der Warteecke eingerichtet. Es soll die Wartezeit gefühlt verkürzen, während sich die Kinder spielerisch mit dem Thema Amt auseinandersetzen. An einem Schreibtisch mit Schubladen voller Papier, Stiften, einer Schreibmaschine und einem unverkabelten Telefonapparat probieren sich die Kinder als Sachbearbeiter aus. Daneben steht ein kleiner Tisch, auf dem kniffelige Aufgaben mittels einer Kugelbahn gelöst werden müssen. Natürlich dürfen Bücher im Büro nicht fehlen, auch wenn es in diesem Fall überwiegend bildlastige Ausgaben sind.
Ob es immer so aufgeräumt aussieht, wenn kreative Kindsköpfe am Werk waren, ist fraglich. Aber welches Büro bleibt nach intensiver Arbeit schon ordentlich? Dass die jungen Besucher das Kinderamt mit Leben füllen, steht außer Frage. Die Warteecke ist eine spannende, außergewöhnliche Idee.
Und doch drängt sich ein leiser Verdacht auf. Ist das schön eingerichtete Kinderamt nicht uneigennützig? Versucht man durch die Hintertür, die Kinder für die Arbeit in der Verwaltung zu begeistern? Wie überall wird auch im öffentlichen Dienst das Personal knapp. Mittlerweile wird um Fachleute gerungen. Da liegt es nahe, seinen Nachwuchs von der Pike auf an sich zu binden. Die Jüngsten bereits Amtsluft schnuppern und sie im Spiel gute Erfahrungen mit der Behörde machen zu lassen, ist ein bemerkenswert raffinierter Schachzug zum Rekrutieren von Personal.