Neustadt Gruppenbild mit Dame

Imposant: Peter Schraders „Farbkreis Nr. 7“ hat einen Durchmesser von 185 Zentimetern und entstand aus Bongossi-Eisenholz, das f
Imposant: Peter Schraders »Farbkreis Nr. 7« hat einen Durchmesser von 185 Zentimetern und entstand aus Bongossi-Eisenholz, das früher einmal die Terrasse von Galeristin Christa Wessa schmückte.

«Deidesheim». „Gruppenbild mit Dame“ – fünf Stammkünstler und eine -künstlerin präsentiert Galeristin Christa Wessa von morgen an in ihrer Frühlingsausstellung in der Galerie Backhaus in Deidesheim. Langeweile kommt trotzdem nicht auf, denn etliche davon zeigen Werkgruppen, die in Deidesheim bislang noch nicht zu sehen waren.

Der Mannheimer Fotograf Christian Dammert zum Beispiel, der mit seinen Mixed-Media-Arbeiten fast ganz allein den ersten Raum einnimmt, war um die Jahreswende 2017/18 schon einmal mit seinen „Plexidelic“-Foto-Lichtkunst-Skulpturen im „Backhaus“ zu Gast. Jetzt aber hat er etwas ganz Neues mitgebracht, Monoprints auf Papier, Unikatdrucke also, die daraus entstehen, dass man mit Farbe oder Tusche auf eine Glasplatte malt und das Ganze dann auf Bütten abzieht. Das Ergebnis sind abstrakte Arbeiten von großer Vielgestaltigkeit – mal schwarz-weiß, mal bunt, mal strukturiert, dann wieder eher gestisch –, die in ihren weißen Rahmen mit Passepartout aber alle ausgesprochen edel aussehen. Auch Peter Schrader, der sich erstmals 2017 mit konstruktivistisch inspirierten Gemälden in Deidesheim vorstellte, zeigt, dass sich sein Œuvre nicht einfach so über einen Leisten scheren lässt: Schon seit längerem hängt einer seiner imposanten „Holzfarbkreise“ im ersten Raum der Galerie – eine aus Fundhölzern kunstvoll zusammengeleimte und -getackerte Kegelform, die sich in diesem Fall sogar noch mit einem Original-Elektromotor der Flugzeugfirma Junkers in ein kinetisches Objekt verwandeln lässt. Dazu hat Christa Wessa nun noch einen zweiten aus ihrem Privatbesitz hinzugefügt: „Farbkreis Nr. 7“ aus Bongossi-Eisenholz, das früher einmal ihre Terrasse schmückte. Doch damit nicht genug – der in Dessau ganz in der Nähe des legendären „Bauhauses“ lebende Kunst- und Design-Tausendsassa Schrader verblüfft auch noch mit weiteren höchst unterschiedlichen Werken, Gemälden auf Leinwand und Holz, Stempeldrucken, einer witzigen Assemblage mit dem kryptischen Titel „Asthalter anonym“ und einer sehr dekorativen „Scratching-Plate“, entstanden durch kunstvolles Zerkratzen einer lackbeschichteten Holzfaserplatte. Auch die Königsbacher Künstlerin Kim-Britt Eigenberger, die nach ihrer Nominierung für den Pfalzpreis-Nachwuchspreis 2018 aktuell mit einer Ausstellung im Rektoratsflur des Mannheimer Schlosses weiter durchstartet, ist mit mehreren neuen Arbeiten zu sehen – farbintensiven Acrylgemälden und Mischtechniken auf Leinwand oder Büttenpapier, aber auch Bildern auf Aludibond-Platten unterschiedlicher Größe, in denen sich Malerei und Fotografie auf subtile Weise verbinden. Eine Waldlandschaft in Aquarelltechnik des Königsbachers Detlev Bucks, der als Grafikdesigner in Neustadt arbeitet, mehrere kleine Stahlskulpturen des Berliner Malers und Bildhauers Volker Nikel und drei neue skurrile Fundmaterialien-Objekte von Günther Seel aus Jockgrim, in denen sich unter anderem Tierhörner wiederfinden und Werkzeuge, wie sie in Griechenland zum Auskämmen von Schafhaar verwendet werden, komplettieren die Schau. Die Ausstellung Die Frühjahrsausstellung „Febru-Art“ wird morgen, Samstag, von 15.30 Uhr bis 18.30 Uhr in der Galerie Backhaus, Heumarktstraße 5, in Deidesheim eröffnet und läuft bis 31. März. Öffnungszeiten: samstags und sonntags 15.30-18.30 Uhr und nach Vereinbarung unter 0172-6893819.

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