Neustadt Grüne Fassaden: Bericht der Klima-Manager

Alle wollen das Gleiche, der Weg dahin kann recht unterschiedlich sein. Das wurde am Dienstag im Stadtrat deutlich, als über den Antrag der SPD diskutiert wurde, die Bürger bei der Begrünung von Fassaden besser zu unterstützen.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand ein RHEINPFALZ-Artikel vom vergangenen Samstag. Darin ging es um eine Hauseigentümerin aus der Rathausstraße, die eine Weinrebe wieder entfernen musste, weil die Wurzeln die Kanalisation beschädigten. „Es kann doch nicht sein, dass wir die Bürger mit Haftungsfragen abschrecken, die Stadt zu begrünen“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Pascal Bender. Dem widersprach Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) mit den Worten: „Wir können doch die Beschädigung des Kanals nicht einfach ignorieren.“ Umweltdezernentin Waltraud Blarr (Grüne) stellte die Vor- und Nachteile des Ansinnens vor. Es diene dem Klima- und Schallschutz, der Regulierung des Wasserhaushalts oder der Optik. „Auf der anderen Seite können Schäden an Fassanden entstehen, die Pflanzen stark wurzeln beziehungsweise stark wachsen und ein entsprechendes Gewicht erzeugen, und auch die Frage des Denkmalschutzes ist zu berücksichtigen“, so Blarr. Außerdem sei die Pflege schwierig. Sie schlug vor, dass die neu eingestellten Klimaschutzmanager sich dem Thema annehmen. OB Weigel hat zwar grundsätzlich nichts dagegen, räumte aber ein, dass der Klimaschutzmanager der Bauabteilung sich erst um die energetische Sanierung der städtischen Gebäude zu kümmern habe: „Ich glaube, dass er damit bereits ausgelastet ist.“ Das veranlasste Pascal Bender zu dem Vorschlag, dass die Stadt bei ihren eigenen Gebäuden aktiv vorangehe. Vereinbart wurde, dass einer der beiden Klimaschutzmanager nach der Sommerpause dem Stadtrat berichtet. Zwischenzeitlich können sich interessierte Bürger an das Bauberatungszentrum in der Amalienstraße 6 wenden.