Neustadt Golfer im Wartestand

Da lief es noch rund auf dem Platz: das Pächter-Ehepaar Haßlocher auf der Dürkheimer Minigolfanlage.
Da lief es noch rund auf dem Platz: das Pächter-Ehepaar Haßlocher auf der Dürkheimer Minigolfanlage.

Die Minigolf-Anlage im Bad Dürkheimer Kurpark bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Derzeit prüft das Gewerbeaufsichtsamt in Neustadt die Lärmschutzmaßnahmen, die die Stadtverwaltung ergreift, um das Urteil des Neustadter Verwaltungsgerichts von April 2016 umzusetzen.

Die Prüfung des Gewerbeaufsichtsamtes ist für den Bebauungsplan notwendig, den die Stadt bei der Kreisverwaltung für den Platz mit seinen 18 Bahnen stellen musste. Im Vorfeld hatte die Stadt ein Lärmschutzgutachten in Auftrag gegeben. Grund: Die erfolgreiche Klage wegen „unzumutbarer Lärmemissionen“ vor dem Verwaltungsgericht Neustadt. Wann der Bebauungsplan genehmigt wird und wann mit dem Bau der Lärmschutzwand begonnen werden kann, ist nach Auskunft des Ersten Beigeordneten Gerd Ester (CDU) noch nicht abzusehen. Im April hatte das Pächter-Ehepaar Haßlocher, das die Anlage seit 15 Jahren betreibt, noch gehofft, Ende Mai die Minigolf-Saison einläuten zu können. Wenn auch unter eingeschränkten Bedingungen: So darf an Sonn- und Feiertagen gar nicht mehr gespielt werden. Bereits im vergangenen Jahr konnte der Kläger, der seit 1993 ein an die Anlage grenzendes Grundstück mit einem Mehrfamilienhaus besitzt, eine Mittagspause an Sonn- und Feiertagen gerichtlich durchsetzen. Um die Dezibel-Werte zu drosseln, müssen die Bahnen in der kommenden Saison mit Stoff ausgekleidet werden. Außerdem bekommt jeder Spieler statt vier nur noch drei Bälle, der härteste (und lauteste) Ball wird aussortiert. Richtig teuer kommt die Stadt jedoch die Lärmschutzwand: 40.000 Euro stehen dafür im Haushalt. Regelrecht bombardiert werde er derzeit mit Briefen zum Minigolf-Platz, sagte Ester. Doch aufgrund der Rechtsprechung sei daran nichts zu ändern. „Es ist jedoch nicht einfach, dies den Leuten zu vermitteln“, meint er. Man könne nur auf ein Umdenken bei der Rechtsprechung hoffen. „Wenn jemand baut, wo bereits Lärm ist, dann sollte man das auch akzeptieren“, sagt Ester. Auch das Pächter-Ehepaar muss bei enttäuschten Minigolfern um Verständnis bitten. „Wenn wir am Wochenende auf dem Platz Eis und Getränke verkaufen, dann müssen wir viele Gespräche führen“, erzählt Ursula Haßlocher. Dass derzeit kein Öffnungstermin abzusehen ist sei besonders traurig für die vielen Kinder, die gerne spielen wollten. „Zum Glück hängt unsere Existenz nicht davon ab. Für uns Rentner ist der Platz aber ein schönes Zubrot“, erklärt die 68-Jährige.

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