Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Gleich zwei Gegner für Oberliga-Frauen der TSG Haßloch

Nach dem Spiel bedanken sich die TSG-Frauen, hier Jessica Glaser, bei ihren DJs.
Nach dem Spiel bedanken sich die TSG-Frauen, hier Jessica Glaser, bei ihren DJs.

Die Oberligafrauen der TSG Haßloch müssen für ihren Sieg kämpfen. Gegen Bassenheim führen sie stets klar. Doch haben sie es außer mit Bassenheim noch mit einem weiteren Gegner zu tun. Musik ist zudem im Spiel.

„Danke Schiri. Kein Schiri. Kein Gegner. Kein Fan. Kein Spiel.“ Mit diesem Plakat machen die Oberliga-Handballerinnen der TSG Haßloch vor ihrem Heimspiel gegen den TV Bassenheim darauf aufmerksam, wie wichtig Unparteiische für ihren Sport sind. Sie hätten das Plakat ergänzen können: „... Keine Siebenmeter. Keine Zwei-Minuten-Strafen.“ Die TSG-Frauen haben nicht nur gegen die Mannschaft aus dem Landkreis Mayen-Koblenz gespielt, sondern hatten auch die Schiedsrichter als Gegner.

Acht Zeitstrafen gegen die TSG, drei gegen Bassenheim. Neun Siebenmeter für die Gäste und nur ein einziger Strafwurf für die Gastgeberinnen. „Das war die bislang schlechteste Schiedsrichter-Leistung“, stellt TSG-Coach Benedikt Hettich sachlich nach dem Schlusspfiff fest. Eigentlich, so erzählt er, hätte die am Ellenbogen verletzte Ina Bühl für die TSG-Strafwürfe aufs Feld kommen sollen, „doch sie war nur einmal auf dem Feld“. Und Bühls Strafwurf hält Bassenheims Torfrau Nora Gabriel dann auch noch (32.). Hettichs Trainerkollege Marc-Robin Eisel hat derweil Gesprächsbedarf und ist nach dem Schlusspfiff noch lange bei den Unparteiischen Ralf Weiler (TSV Kandel) und Jochen Bentz (HSG Eckbachtal).

Ein Spiel mit Tempo

Die TSG-Spielerinnen feiern unbeeindruckt davon ihren 30:24 (19:14)-Sieg gegen Bassenheim, der trotz zahlreicher Fehlentscheidungen der Referees gegen die TSG nie in Gefahr geriet. Hettich: „Das Spiel war ansehnlich, es war Tempo drin. Die Schiris haben das Spiel kaputt gemacht.“ In der zweiten Hälfte muss Haßloch 41 Minuten lang gar ohne zwei Feldspielerinnen auskommen, als Jessica Glaser kurz nach Lydia Bachtler ebenfalls eine umstrittene Zeitstrafe erhält. „Schade ums Plakat“, ruft ein Zuschauer enttäuscht in die Halle. Weil die TSG im Angriff für eine weitere Feldspielerin auf Torfrau Herzig verzichtet, verkürzen die Bassenheimerinnen nach TSG-Ballverlusten mit Würfen ins leere Tor auf 19:25 und 20:25 (48.). Mehr aber auch nicht.

Drei junge DJs

Gute Stimmung gibt es trotz der Referees im TSG-Sportzentrum. Drei junge DJs, Stella Neubauer, Sarah-Marie Krist und Nora Heller aus der weiblichen Handball-C-Jugend, lassen fetzige Musik durch die Lautsprecher ertönen. Vor dem Spiel, in der Pause sowie nach jedem TSG-Tor. Und klatschen und wippen zur Musik begeistert mit. Die Musik, erzählen sie, stamme von der Playlist von Spielerin Jessica Glaser. Die ist als Musikwartin im TSG-Team für die richtigen Töne zuständig. „Da wir vorher schon Wischer waren, vertraut der Sportliche Leiter Peter Wingerter uns“, erzählt Stella Neubauer, wie sie an diesen Job gekommen sind. Die drei Mädchen betonen: „Es macht Spaß.“

Marvin Blaß hingegen hat es schwer, gegen die Musik anzukommen. Der Hallensprecher ist kaum zu hören. „Das Mikro des Hallensprechers geht nicht lauter“, erklären die drei DJs. „Bis nächste Saison haben wir eine bessere Ausrüstung, so dass die Musik leiser wird, wenn ich spreche“, sagt Blaß. „Die TSG-Frauen haben bei der Handball-EM der Männer gemerkt, wie Musik Stimmung in die Halle bringt“, verrät er, wie er und die drei Mädchen engagiert worden sind. Kriegt er ein Tor mal nicht mit, hat er Unterstützung an seiner Seite: Blaß zeigt auf seine Freundin Isabell Spieß, Abteilungsleiterin, Schwester von Kreisläuferin Julia Spieß und Tochter von Torwarttrainer Bruno Spieß.

Kreins Schlagwürfe

Die Haßlocherinnen imponieren mit schnellem Passspiel, das zu Toren führt. In der ersten Hälfte ist es vor allem Lucie Krein, die mit ihren Schlagwürfen die Lücken in der gegnerischen Abwehr findet. Achtmal ist sie in den ersten 30 Minuten erfolgreich, insgesamt trifft sie neunmal. „Schlagwürfe sind im Moment mein Ding“, sagt die Mannschaftsführerin. In der zweiten Hälfte hätten sich allerdings Bassenheims Abwehr und Torfrau darauf eingestellt, sagt sie. Weil die Abwehr sich mehr auf Krein konzentrierte, „hatte Mona (Illy) mehr Platz“. Krein: „Es ist egal, wer die Tore macht. Hauptsache, der Ball ist drin.“

Haßloch gelingen zudem viele Kontertore. Zu Beginn ist es zweimal hintereinander Katharina Schmitt, die nach Fehlern der Gäste auf 3:1 und 4:1 erhöht (4.). „Man sieht eine Entwicklung“, freut sich Benedikt Hettich. „Wir legen im Moment sehr viel Wert auf die individuelle Ausbildung.“ Das ist allerdings auch Personalsorgen im kleinen Kader geschuldet. Laut dem Trainer sind oft nur sechs oder sieben Spielerinnen im Training. Außer Bühl ist derzeit auch Katharina Scheid verletzt. „Wir haben noch keine festen Neuzugänge für die nächste Saison im Blick. Wir sind aber mit einigen im Gespräch“, verrät Hettich. Der Coach betont aber: „Wir wollen keinen austauschen. Das Team passt menschlich gut zusammen.“

Stella Neubauer (vorne), Sarah-Marie Krist (Mitte) und Nora Heller bringen Musik ins Heimspiel der TSG-Frauen gegen Bassenheim
Stella Neubauer (vorne), Sarah-Marie Krist (Mitte) und Nora Heller bringen Musik ins Heimspiel der TSG-Frauen gegen Bassenheim
Der Mann am TSG-Mikrofon: Hallensprecher Marvin Blaß.
Der Mann am TSG-Mikrofon: Hallensprecher Marvin Blaß.
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