Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Gimmeldingen: Neue Saison der „Pälzer Owende“ im Weincafé startet am 14. August

Die Neustadter Mundartdichterin Hilde Fuchs gehört fast zum Stammpersonal der „Pälzer Owende“ – auch in der neuen Saison ist sie
Die Neustadter Mundartdichterin Hilde Fuchs gehört fast zum Stammpersonal der »Pälzer Owende« – auch in der neuen Saison ist sie wieder zweimal dabei. Archivfoto: Mehn

Nicht weniger als 22 Veranstaltungen listet das Programm der „Pälzer Owende“ in „Baums kleinem Weincafé“ in Gimmeldingen für die neue Saison, die bis Juni 2020 reicht, im gerade frisch gedruckten Flyer auf. Den Auftakt gibt’s schon am Mittwoch, 14. August, mit einem kabarettistisch geprägten Abend mit dem schönen Titel „Männer und andere Katastrophen“, vorgestellt von einem Damen-Trio aus dem Raum Frankenthal-Ludwigshafen.

Neustadt-Gimmeldingen. Wie schon in den vergangenen Jahren hat Programmmacher Gerd Becht aus Edenkoben bei den „Pälzer Owenden“ auch diesmal wieder auf thematische Vielfalt geachtet. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf Pfälzer Mundart und Liedgut, aber auch Vorträge zur Geschichte und Volkskunde der Pfalz oder zu allgemeinen kulturellen Themen, zumeist präsentiert von ausgewiesenen Experten, stehen auf dem „Spielplan“. Das Herzstück sind für Becht freilich die Mundart-Musik-Runden, bei denen jeder, der gerne reimt, vorträgt, singt oder musiziert eingeladen ist, einen Beitrag von jeweils sieben Minuten vorzustellen. In der Saison 2019/20 sind davon zwei geplant – der erste schon am 28. August, der zweite am 27. Mai.

Besonders bewährt habe sich an den Abenden der Wechsel von Vortrag, gerne auch mit Bildunterstützung, und Musik. „Wo es passt, haben die Besucher auch die Möglichkeit mitzusingen oder mittels kleinerer Sprechrollen aktiv mitzuwirken“, erklärt Becht. Das Konzept, Kultur und Bildung mit Essen und Trinken, geselligem Schwätzen und Singen zu verbinden, orientiere sich an Goethes Gesellschaftsabenden, „mit gleicher Begeisterung, aber freilich auf niedrigerem Niveau“, wie der Edenkobener anmerkt. „Und alles in der angenehmen Atmosphäre eines ehemaligen Weinkellers.“

Bis Jahresende stehen insgesamt zehn Veranstaltungen an. Den Auftakt machen, wie gesagt, am 14. August „Männer und andere Katastrophen“, ein Programm mit Gedichten auf Hochdeutsch und Pfälzisch sowie Liedern und Couplets aus den 20er Jahren, die das männliche Geschlecht mit all seinen bekannten Schwächen humorvoll in den Blick nehmen, ohne Seitenhiebe auf das weibliche zu vergessen. Die Vortragenden sind Gisela Eisenhauer aus Bobenheim-Roxheim (Gedichte), Olga Lenkeit aus Ludwigshafen (Klavier) und Patricia Polizzano aus Kleinniedesheim (Gesang), die in dieser Konstellation ursprünglich schon 2018 die Saison der „Pälzer Owende“ eröffnen wollten, damals aber wegen einer Erkrankung absagen mussten.

Der September steht danach im Weincafé ganz im Zeichen von Vorträgen in Wort und Bild. Am 11. des Monats stellt Hans-Joachim Schatz, der frühere Leiter der Neustadter Heinz-Sielmann-Schule (ehemals Westschule), der selbst einige Jahre in Mittelamerika als Lehrer im Auslandsdienst tätig war, das Leben des vor allem durch seine mehrjährigen Forschungsreisen durch Lateinamerika bekannt gewordenen Naturforschers Alexander von Humboldt vor. Am 25. September folgt der Kaiserslauterer Burgenforscher Jürgen Keddigkeit, führender Kopf des „Pfälzischen Burgenlexikons“, mit einem Überblicksvortrag über die Pfälzer Burgen von der salischen Motte bis zur Festung der Renaissance.

Am 9. Oktober gibt sich dann wieder einmal das bereits gut eingespielte Trio mit der Neustadter Dichterin Hilde Fuchs und dem Gesangsduo Doris und Alexander Corda die Ehre, das im Mai noch einen weiteren Auftritt in gleicher Besetzung in Planung hat, bevor sich am 16. Oktober ein weiterer Vortrag anschließt, bei dem der Südpfälzer Historiker Rolf Übel über die badisch-pfälzische Revolution von 1848/49 referiert. Der Landauer Liedermacher Paul Reinig, bekannt unter anderem von Gruppen wie „Reinig, Braun und Böhm“ oder „Siebenpfeiffer“, trägt dazu die passenden Freiheits- und Revolutionslieder vor.

Ohne Musik müssen die Besucher auch danach bis zum Jahresende nicht mehr auskommen: „Mundart und musikalische Leckerbissen“ verspricht das Kaiserslauterer Ehepaar Renate und Klaus Demuth am 30. Oktober unter dem Stichwort „Molleköpp un Peffersooß“. Am 13. November steigt Organisator Gerd Becht zusammen mit dem Gimmeldinger Ludwig-Remmert Koch selbst in den Ring und präsentiert ein Programm mit dem Titel „Goethes letzte Liebe“, das von der Haßlocher Zither-Solistin Gaby Kiessling flankiert wird. Der „Pfalz im Herzen Europas“ widmen sich am 27. November der Sänger und Gitarrist Heiner Pfaff und der Akkordeonist Manfred Kleiner. Und am 11. Dezember beleuchtet die Nordpfälzerin Christel Schienagel-Delb mit dem „Zauber der Raunächte“ wie schon öfter in der Reihe wieder ein volkskundlich-kulturhistorisches Thema in einem Vortrag, zu dem erneut Gaby Kiessling die passende Musik beiträgt.

In der zweiten Programmhälfte, die am 15. Januar startet, geben sich dann unter anderem Michael Bauer, Manfred Letzelter, Michael Landgraf, Herrmann Settelmeyer und Matthias Zech, um nur einige zu nennen, ein mittwöchliches Stelldichein im Weincafé.

Mit der Resonanz der vergangenen Saison zeigt sich Becht sehr zufrieden. Inzwischen habe sich ein Stamm treuer Besucher gebildet, die fast bei jeder Veranstaltung anwesend sind. Bei fast allen Terminen herrsche volles Haus. Zum Prinzip gehört laut Becht dabei auch, dass alle Eintrittsgelder zur Gänze an die Aktiven der Abende gehen.

Noch Fragen?

Alle Veranstaltungen finden in „Baums kleinem Weincafé“, Holzmühlstraße 14, in Gimmeldingen statt und beginnen um 20 Uhr. Das Weincafé ist vor Programmbeginn jeweils ab 19 Uhr für Speis und Trank geöffnet. Der Eintritt zu den beiden Mundart-Musik-Runden ist frei, bei allen anderen Terminen beträgt er 8 Euro. Wegen des beschränkten Platzangebots wird Reservierung unter 06321/66833 dringend empfohlen.

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