Hassloch Georg Bub wird 100 Jahre alt
Ein ganz seltenes Jubiläum kann heute Georg Bub aus Haßloch feiern: Er wird 100 Jahre alt. In dieser Zeit ist viel passiert.
Bub wurde in eine Nachkriegszeit hineingeboren, erlebte den Zweiten Weltkrieg, die Gründung der Bundesrepublik Deutschland, das Inkrafttreten des Grundgesetzes, den Mauerfall und vieles mehr.
Geboren ist Bub in Haßloch, und dort wohnt er auch heute noch. Nach der Schulzeit begann er 1939 eine Ausbildung zum Chemielaboranten bei der BASF. Da war er gerade mal 15 Jahre alt. Drei Jahre später, 1942, wurde er eingezogen und nach Russland in den Krieg geschickt. Auf dem Rückzug aus Russland wurde er im heutigen Tschechien festgenommen, kam zunächst nach Rumänien, dann nach Russland in Kriegsgefangenschaft.
Viereinhalb Jahre dauerte diese Zeit. Danach landete er wieder in Haßloch und bei der BASF. Da blieb er sein ganzes Berufsleben lang. Er spielte Handball im Sportverein TSG, wo er inzwischen Ehrenmitglied ist, und ist immer noch Mitglied im Gartenbauverein, allerdings passiv.
Wann er seine Frau Reinhilde kennen gelernt hat? Da stutzt er. „Oje. Das ist lange her“, sagt er und lacht verschmitzt. 1952 oder 1953 könnte es gewesen sein. Es war beim Tanzen. Daran erinnert er sich genau. Und natürlich auch daran, dass sie im Spätsommer 1954 geheiratet haben.
Eine Tochter, Edith, bekam das Ehepaar, später den Sohn Hans-Jürgen. Die Tochter wohnt in Ingelheim am Rhein, der Sohn nur ein paar Schritte von seinen Eltern entfernt. Drei Enkelkinder kamen zur Welt. Auf ein Urenkelchen muss der Jubilar noch etwas warten. Es soll im September geboren werden.
An alledem nimmt Georg Bub noch regen Anteil, auch wenn ihm das Sprechen manchmal nicht ganz leicht fällt. Und er pflegt seine alltägliche Routine. Nach der Rasur und dem Frühstück liest er sehr gründlich seine Tageszeitung, die RHEINPFALZ. „Er studiert sie mit der Lupe“, erläutert Sohn Hans-Jürgen. „Das gehört zur Struktur des Tages und ist für ihn unabdingbar.“ Bis vor nicht allzu langer Zeit habe er auch noch die Rätsel gelöst, doch das gehe wegen der nachlassenden Sehkraft inzwischen nicht mehr so gut.
Dafür hat er einen weiteren Zeitvertreib, das Fernsehen. „Am liebsten Sport.“ Da gebe es auch mal kleinere Diskussionen mit seiner Frau. Und nach dem Essen, das Melinda oder Judith, die beiden Damen, die das Ehepaar im Wechsel betreuen, zubereitet haben, ist erst einmal eine Ruhepause mit Mittagsschlaf angesagt.
Freude am Leben hat er immer noch. „Er ist immer noch glücklich. Jeden Tag“, bestätigt Melinda. „Und auch seinen Humor hat er nicht verloren. Er lacht noch sehr gern“, freut sich Hans-Jürgen Bub. „Ja, es geht mir immer noch gut“, wiederholt sein Vater und lächelt. „Ich bin zufrieden.“
Wie aber erreicht man ein so hohes Alter und diese Zufriedenheit? Hat er da vielleicht einen Tipp? Bub denkt nach und lächelt. „Man muss entsprechend leben“, sagt er dann. Jeden Tag ein kleiner Jägermeister gehöre dazu. Den gönnt er sich. „Ansonsten wenig Alkohol.“ Wichtig sei auch, dass ihm immer noch gut schmecke und er gern esse. „Vor allem Süßes“, gibt er zu, wobei wieder ein Lächeln über sein Gesicht gleitet. „Schokolade, Kekse, Eis. Alles.“
Einen Geburtstagswunsch hat er auch. „Meine Ruhe“, sagt er und lacht wieder. Gefeiert wird daher auch nur im ganz kleinen Kreis daheim. Und schließlich wird es in diesem Jahr noch mehr Gründe zum Feiern geben. Seine Frau Reinhilde wird im Juli 91 Jahre alt, die Gnaden- oder Platin-Hochzeit steht an, die Geburt des Urenkelkindes. Er freut sich darauf und über die kleinen Dinge des Alltags, die ihm noch möglich sind. Der 100-Jährige ist munter und kann zudem ganz beruhigt sein. Denn „wenn was ist, dann ist mein Sohn da.“