Neustadt
Generationenwechsel in Neustadt: Diabetes - und Hormonpraxis stellt sich neu auf
Wenn Praxen über Jahre aufgebaut wurden, ist es oft gar nicht so einfach, alles in jüngere Hände zu übergeben. Bei der internistischen Praxis Zentrum für Diabetes und Hormonerkrankungen in der Neustadter Innenstadt sind alle Beteiligten überzeugt, dass der Generationenwechsel gut gelungen ist. Man habe die Übergabe schon vor Jahren eingefädelt, sagt Elke Redlin-Kress, die ab 1995 Praxis-Mitinhaberin war. Ab 1996 war auch ihr Mann Thomas Kress mit im Boot. Inzwischen sind Christian Guth und Jan Gröner die Praxis-Inhaber. Während Thomas Kress sich nun sogar ganz aus dem Praxisalltag zurückziehen wird, bleibt Elke Redlin-Kress noch als angestellte Ärztin halbtags dabei. „Der personelle Umbauprozess hat nun zehn Jahre gedauert“, sagt Redlin-Kress. Zum Mediziner-Team gehören nun nämlich auch noch Eva Doberstein und Anna Schaumann als angestellte Ärztinnen.
Weit verteilter Patientenstamm
Als Spezialisten für Endokrinologie und Diabetologie decken die Ärzte Themen ab, für die es nicht viele niedergelassene Praxen gibt. Entsprechend viele Anfragen landeten in der Praxis, das Einzugsgebiet habe einen Radius von 100 Kilometern, so die beiden neuen Inhaber Guth und Gröner. Ihr Ziel ist es, das aktuelle Versorgungsangebot stabil zu halten. Oft gebe es über mehrere Jahre andauernde Kontakte zu den Patienten. Denn bei Diabetes gehe es darum, die Betroffenen gut zu beraten und mit Tabletten, Insulin sowie bei allen Herausforderungen im Alltag und beim Lebensstil zu begleiten.
40 Patienten pro Woche in Fußambulanz
Das zweite große Aufgabengebiet in der Praxis ist die Endokrinologie, also die Behandlung von Hormonerkrankungen. Das betreffe alle Drüsen im Körper, unter anderem auch die Schilddrüse, meint Guth. Über die jahrelange Erfahrung und die Spezialisierung in der Praxis sowie das Vernetzen mit anderen Experten kenne man sich auch mit „vielen seltenen Erkrankungen“ aus, betont Gröner. Die Diagnose gleiche oft „einer Detektivarbeit“ und erfordere im Nachgang eine „lebenslange Behandlung, da diese auf jede Phase im Leben speziell angepasst werden muss“, erklärt Guth. Gröner ist den Vorgängern dankbar für die Art des Praxisübergangs und die Einarbeitung: „Das ist alles andere als selbstverständlich.“
Neuafstellung der Fußambulanz
Zum Gesamtpaket des Übergangs gehört mit dem Ausscheiden von Thomas Kress, dass auch dessen Spezialangebot einer Fußambulanz neu aufgestellt worden ist. Als Diabetologe habe er sich auf den sogenannten „diabetischen Fuß“ spezialisiert. Es geht dabei um kleine Verletzungen/Wunden am Fuß, die die Betroffenen aufgrund von Nervenstörungen nicht spüren. Werde das nicht entsprechend behandelt, könne das Krankheitsbild immer schlimmer werden und zu Komplikationen bis hin zur Amputation des Fußes führen.
In der zurückliegenden Zeit hat Kress nun Eva Doberstein und Anna Schaumann eingearbeitet – sowohl in der Praxis als auch mit Blick auf die Fußambulanz, die immer freitags im Hetzelstift angeboten wird. „Die Versorgung dieser Patienten ist im Prinzip eine eigene Disziplin“, verdeutlicht Kress. Bei der Fußambulanz handele es sich um eine „besondere Kooperation“ mit der Klinik. Er und seine Nachfolgerinnen hätten als Internisten die entsprechenden Zusatzqualifikationen für diese Form der Wundversorgung. Doch in manchen Fällen sei auch die Expertise von Gefäßspezialisten, Orthopäden oder anderer Klinikdisziplinen gefragt. 30 bis 40 Patienten kämen jeden Freitag zur seit dem Jahr 2010 bestehenden Fußambulanz ins Hetzelstift. Diese Nachfrage verdeutliche die große Bedeutung dieses Angebots, umso wichtiger sei, dass es bestehen bleibe, sagt Kress.