Neustadt Gemeindeschwester bleibt Zukunftsmusik

Auch in Wörrstadt weist ein Plakat auf das Projekt hin: Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (links) und die rhein
Auch in Wörrstadt weist ein Plakat auf das Projekt hin: Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (links) und die rheinhessische Gemeindeschwester Maria Di Geraci-Dreier.

Wann gibt es die „Gemeindeschwester plus“ endlich auch in Neustadt? Diese Frage werde dem Seniorenbeirat oft gestellt, berichtet dessen Vorsitzender Dieter Brixius. Eine Entscheidung steht aber aus. Sollte das Land das Projekt neu auflegen, werde die Stadt erneut prüfen, ob es in Neustadt möglich sei, sagt auf Anfrage Sandra Gröschel-Krämer, Leiterin der Abteilung Behinderte, Senioren, Betreuung.

Wie am 17. Mai auf unserer Seite „Südwestdeutsche Zeitung“ berichtet, ist das bundesweit einmalige Modellprojekt des Landes gedacht für Senioren, die allein leben und noch nicht pflegebedürftig sind. Die speziell ausgebildeten Gemeindeschwestern machen Hausbesuche und beraten die alten Leute, wie sie ihren Alltag bewältigen können. So informieren sie über Angebote für Senioren in der Umgebung. Ziel ist es, den Menschen möglichst lange ein selbstständiges Leben zuhause zu ermöglichen und der Vereinsamung vorzubeugen. Das Pilotprojekt startete 2015 und läuft Ende 2018 aus. Zu den sieben Modellregionen gehören in der Pfalz der Kreis Südliche Weinstraße (unter anderem in dem Gebiet Verbandsgemeinden Edenkoben/Herxheim/Offenbach) mit der Stadt Landau sowie Stadt und Kreis Kaiserslautern. Die Stadtverwaltung habe sich im Frühjahr 2015 intensiv mit den Ausschreibungsbedingungen für die Gemeindeschwester plus beschäftigt und dabei festgestellt, dass damals eine wesentliche Voraussetzung nicht erfüllt werden konnte, erinnert Gröschel-Krämer. So hätten alle Fachkräfte-Stellen für die Beratung und Koordinierung in den Pflegestützpunkten besetzt sein müssen. Wegen des plötzlichen Todes eines Mitarbeiters im Pflegestützpunkt Neustadt sei eine solche Stelle aber vorübergehend unbesetzt gewesen. Sobald das Ministerium informiere, ob und wie es mit der Gemeindeschwester plus weitergehen soll, werde die Stadt erneut prüfen, ob das Modell „denkbar und angezeigt ist“. Laut Ministerium sei mit ersten Hinweisen nach den Sommerferien zu rechnen. Allerdings hat sich Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler bereits Mitte Mai positioniert und dabei auch erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung präsentiert. Demnach ist in jenen Gemeinden, in denen die Gemeindeschwester plus im Einsatz war und ist, die Lebensqualität der unterstützten Senioren deutlich gestiegen. Daher soll das Projekt über die vierjährige Pilotphase hinaus fortgesetzt und möglichst ausgebaut werden. Dabei wolle das Land zwar weiterhin finanzielle Verantwortung übernehmen, gleichzeitig aber auch Kranken- und Pflegekassen sowie die Kommunen in die Pflicht nehmen, die beide von der Arbeit profitierten. Das empfiehlt der Ministerin zufolge auch der Kölner Sozialforscher Frank Schulz-Nieswandt, der das Projekt wissenschaftlich begleitet. Bisher arbeiten laut Sozialministerium in den sieben Modellregionen an 13 Standorten 18 Gemeindeschwestern. Rechnerisch handelt es sich dabei um 12,5 Vollzeitstellen. In den mehr als drei Jahren seit Projektbeginn wurden über 5500 Beratungen gezählt. Die Kosten für das Pilotprojekt betragen 2,9 Millionen Euro, die das Land trägt. Für Dieter Brixius bleibt es folglich spannend: Der Seniorenbeirat hoffe auf jeden Fall darauf, dass Neustadt künftig mit dabei sei, gibt er die Richtung vor. Wochenspiegel

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