Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: TSG Deidesheim mit neuem Kassenhäuschen und Kunstrasen

Noch ist die Kasse leer. Am Sonntag aber werden die Deidesheimer, hier David Doll (links) und Dennis Gillmann, im neuen Kassenhä
Noch ist die Kasse leer. Am Sonntag aber werden die Deidesheimer, hier David Doll (links) und Dennis Gillmann, im neuen Kassenhäuschen die Eintrittsgelder kassieren. Und TSG-Wein sowie -Trikots zum Kauf anbieten.

Wer am Sonntag zum ersten Saisonheimspiel der TSG Deidesheim in der Fußball-A-Klasse Rhein-Mittelhaardt West gegen den TuS Diedesfeld geht, kann nicht nur den neuen Kunstrasen bewundern. Es gibt auch ein neues Kassenhäuschen – und das hat es in sich.

675.000 Euro hat der neue Kunstrasen der TSG Deidesheim gekostet. Am Sonntag, 17 Uhr, im Heimspiel gegen den TuS Diedesfeld wird er offiziell eingeweiht. Der Verein hatte einen Bankkredit über 300.000 Euro aufgenommen. Laut Vereinsvorsitzendem Bernd Anslinger hat die TSG mit ehrenamtlicher Arbeit ihrer Mitglieder zwischen 80.000 und 90.000 Euro eingespart. Die Fußballer haben unter anderem 80 Quadratmeter Pflaster verlegt, haben 250 Quadratmeter Pflastersteine gesandet und gerüttelt, Beton- und Estricharbeiten erledigt und haben zum Schluss die Baustelle aufgeräumt und gesäubert. Der Rest ist mit Spenden finanziert worden.

Das neue Kassenhäuschen, eine Art Container, ist von einer Bank gestellt worden. In ihm wird ebenfalls ehrenamtlich gearbeitet. Dennis Gillmann, eigentlich „ein echter Sechser“ in der A-Klasse-Mannschaft von Trainer Danko Boskovic, „so lange es noch geht“, sorgt dafür, dass immer „mindestens zwei Leute in Kassenhäuschen sitzen“. Gillmann: „Einer kassiert, der andere gibt die Eintrittskarte heraus.“ Zudem müssten die beiden gucken, dass sich jeder Zuschauer den Coronaregeln entsprechend in einer Liste registriere.

Mit Heizung und Klimaanlage

Der Container, der als Kassenhäuschen dient, hat es in sich. „Es ist eine Heizung drin, es gibt zwei Fenster und auch eine Klimaanlage“, verrät Gillmann stolz. „Und ein Kühlschrank kommt auch noch rein“, ergänzt er schmunzelnd. Wenn er selbst nicht spielen müsse, werde er voraussichtlich jede Woche in dem Häuschen im Einsatz sein.

Pullis und Wein

Gillmann und seine Helfer, die er in einer Whatsappgruppe organisiert, verkaufen nicht nur Eintrittskarten. „Da hängen TSG-Trikots, Pullis, TSG-Kappen, Ausgehhemden, Tassen. Und wir verkaufen dort den TSG-Wein“, erzählt der Deidesheimer, der immer nur bei der TSG Fußball gespielt hat. Ein Katalog mit der gesamten TSG-Kollektion werde ebenfalls ausliegen, verspricht der gelernte Kaufmann. Abteilungsleiter Andreas Anslinger lobt ihn, nennt ihn seine „rechte und linke Hand“: „Dennis unterstützt in wahnsinnig vielen Bereichen, die man gar nicht alle aufzählen kann.“ Der 29-jährige Gillmann indes betont, dass er Anslinger kennt, „seit wir zwei Jahre alt sind“.

Mülleimer mit Aschenbecher

In einem jener Bereiche, in denen er hilft, geht es um Sauberkeit auf den Sportplätzen. Auch hierfür hat Gillmann eine Whatsappgruppe eingerichtet: „Ich schaue, dass wöchentlich welche Liegengebliebenes wegräumen.“ Wichtig sei ihm, dass es nicht immer dieselben Helfer seien. Auch Müll beziehungsweise Zigarettenkippen sammeln die Fußballer ein. Doch erhoffen sie sich zumindest in Sachen auf den Boden geworfener Kippen eine Besserung. Gillmann: „Wir haben zwölf neue Mülleimer in unserer Vereinsfarbe Blau mit Aschenbecher am Kunst- und Naturrasenfeld.“ Weggeschnippte Zigaretten sind nicht nur auf deutschen Fußballplätzen ein Problem. Laut dem Nachrichtenmagazin spiegel.de landen in Frankreich, wo 22,4 Prozent der Menschen rauchen, pro Jahr etwa 23,5 Milliarden Kippen auf Straßen oder sonst wo. In Frankreich müssen nun die Hersteller für die Beseitigung der Kippen zahlen. In Deutschland liegt der Raucheranteil übrigens bei 15,9 Prozent.

Dennis Gillmann organisiert auch die Mannschaftskasse der Deidesheimer A-Klasse-Mannschaft. Jeder zahle monatlich fünf Euro ein. „Dann gibt es noch einen Strafenkatalog – eine Rote Karte wegen Meckerns zum Beispiel kostet extra Geld.“ Am Saisonende werde so ein Ausflug finanziert. Im Juni waren die TSG-Kicker Paintball spielen. „Aber wir sind eher im Fußball talentiert“, merkt Gillmann schmunzelnd an.

Greenkeeper mäht Rasen

Früher habe es sogar noch eine weitere Whatsappgruppe gegeben, deren Mitglieder sich um die Rasenpflege gekümmert hätten. „Jetzt haben wir aber einen Greenkeeper“, sagt Dennis Gillmann. Neben dem Kunst- gibt es in Deidesheim noch einen Naturrasen. Vorher hätten vor allem Andreas Anslinger, Frank Offenbach und er den Rasen gemäht. Gillmann: „Das muss regelmäßig gemacht werden. Das ist schon stressig.“

Hüpfburg und Glücksrad

Gillmann rechnet nach den zwei coronabedingten Saisonabbrüchen mit regem Zuschauerinteresse. „75 bis 100 Leute kommen immer im Schnitt“, weiß er. Zuletzt sei der Zulauf an älteren Zuschauern und ehemaligen Kickern größer geworden. „Die sehen, dass sich hier was tut“, betont der Deidesheimer. Ob er am Sonntag selbst im Kassenhäuschen zugegen sein wird, weiß der 29-Jährige noch nicht. „Aber auf jeden Fall werden zwei Leute dort sein.“ Die TSG bietet ihren Gästen Möglichkeiten zum Torwandschießen. Die VR-Bank, so Gillmann, will ein Glücksrad und eine Hüpfburg aufstellen.

Er sei ein Ur-Deidesheimer, erzählt Dennis Gillmann. „Als ich in der Jugend war, hat die ältere Generation alles für uns gemacht. Es war eine tolle Jugendzeit. Jetzt kann ich was zurückgeben“, begründet er sein großes Engagement.

Termine

Landesliga: FSV Offenbach - SV Geinsheim (Freitag, 19.30 Uhr)

Bezirksliga Vorderpfalz Süd: 1. FC 08 Haßloch - VfB Hochstadt (Samstag, 16.30 Uhr); SV Minfeld - VfB Haßloch abgesetzt;

A-Klasse Rhein-Mittelhaardt: TSG Deidesheim - TuS Diedesfeld (Sonntag, 17 Uhr).

Ärgerlich: Kippen, die auf den Boden geworfen werden.
Ärgerlich: Kippen, die auf den Boden geworfen werden.
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