Sportstypen
Fußball: Trainer Steffen Litzel ist wieder nach Haßloch gezogen
„Obwohl ich den größten Teil meiner Jugend in Haßloch verbracht habe, bin ich eigentlich gar kein Haßlocher. Ich bin in Böhl-Iggelheim geboren. Ich kam erst mit sieben Jahren ins Großdorf“, sagt Steffen Litzel und lacht. Dabei hat der 35-jährige Trainer des Fußball-Oberligisten FV Dudenhofen derzeit gar nicht so viel zu lachen. Einerseits war er als Lehrer kurz vor den Ferien natürlich in seinem Job gefordert. Andererseits laboriert er seit Ende Oktober an einer Corona-Infektion. „Ich wurde am 28. Oktober positiv getestet. Es folgten eine Woche lang grippeähnliche Symptome. Dann ging es mir langsam wieder besser. Doch ist der Infektionswert noch relativ hoch“, stellte Litzel kurz vor den Feiertagen fest. Zwar sei alles so weit in Ordnung, aber er bemerke die Nachwirkungen der Erkrankung. „Wenn ich im Garten arbeite oder Treppen steige, stelle ich eine Kurzatmigkeit fest, die ich vorher so nicht gekannt habe“, erzählt Litzel. Eigentlich sei er ein sportlicher Typ. Das wöchentliche Joggen, mit dem er Mitte Dezember wieder angefangen habe, falle ihm noch sehr schwer. Auch nach Wochen fehle ihm jeglicher Geruchs- und Geschmackssinn.
Mechtersheim, Hauenstein, Pfeddersheim
Litzel durchlief als Jugendlicher die Fußballabteilungen des 1. FC Kaiserslautern, des Ludwigshafener SC und des 1. FC 08 Haßloch. Dort schaffte er in Verbandsligazeiten den Sprung in die Erste Mannschaft. 2009 ging er dann zum damaligen Oberligisten TuS Mechtersheim. „Trainer Ralf Gimmy hatte bereits in den Jahren zuvor versucht, mich an die Kirschenallee zu locken. Da wollte ich noch nicht weg aus Haßloch. Aber dann hatte er doch noch Erfolg“, erinnert sich Litzel mit einem Schmunzeln. Vier Jahre später wechselte Litzel, inzwischen ein gestandener defensiver Mittelfeldspieler in der Oberliga, zum SC Hauenstein. Dort spielte er vier Jahre um den Aufstieg in die Regionalliga. „Meine Frau arbeitete damals in Worms. Ich wollte eigentlich auch dorthin, da wir in die Gegend gezogen waren, aber entschied mich für den FC Arminia Ludwigshafen“, erzählt Litzel. Dieses Engagement endete jedoch bereits nach einem Jahr. Der Defensivspezialist ging zur TSG Pfeddersheim. „Das hätte ich bereits ein Jahr früher tun sollen“, bilanziert er heute. Auch hier verbrachte er vier Jahre, bevor es zur letzten Station als Spieler, zum FV Dudenhofen ging.
Nach dem Abitur in Haßloch Studium in Landau
Litzel hatte währenddessen auf dem Hannah-Arendt-Gymnasium in Haßloch sein Abitur abgelegt und war zum Studium nach Landau gegangen. Sein Ziel: Lehramt für die Fächer Mathematik und Erdkunde. Inzwischen ist der 35-Jährige Lehrer an der Gesamtschule Erich Kästner im hessischen Bürstadt. Erst im Frühjahr sind Steffen Litzel und seine Frau wieder nach Haßloch zurückgezogen. Dem Fußball wollte er aber auch nach der aktiven Zeit verbunden bleiben. Und da ergab es sich ganz gut, dass er beim FV Dudenhofen zuerst als spielender Cotrainer und jetzt als Trainer einen Verein gefunden hat.
Beeindruckt von Gimmy und Schultz
Dass Litzel Erfolg hat, zeigt der Tabellenplatz seiner Mannschaft. Hinter dem Favoriten Worms belegen die Gelb-Schwarzen in der Süd-Gruppe der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar den zweiten Rang. „Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft, das zeigt sich auf dem Feld“, betont Litzel nicht ohne eine Spur von Stolz in der Stimme. Auf die Frage, welcher Trainer ihn während seiner aktiven Zeit am meisten beeinflusst habe, muss er einen Moment nachdenken: „Ralf Gimmy mit seiner detaillierten Gegneranalyse hat mich beeindruckt. Aber auch Norbert Hess in Pfeddersheim, wo ich erste Erfahrungen als spielender Cotrainer sammeln durfte, war ein Meilenstein“, erzählt Litzel. Aber am meisten beeinflusst habe ihn Christian Schultz in Dudenhofen. „Seine Art der Mannschaftsansprache und der Führung war schon prägend“, erklärt er. Dennoch sei er bestrebt, seinen eigenen Weg als Trainer zu finden.
Litzel hofft, dass es bald wieder auf den Platz geht. „Wir wollen natürlich da ansetzen, wo wir vor der Pause aufgehört haben“, sagt der Übungsleiter. Sein Ziel: Die guten Eigenschaften des FV Dudenhofen bewahren und das spielerische Element weiter ausbauen. „Wir kommen über Motivation und Willen. Das wissen die Gegner. Keiner spielt gern gegen Dudenhofen“, weiß Litzel. Daher wünscht er sich, dass seine Mannschaft bald wieder diese Eigenschaften präsentieren kann und die Folgen der Pandemie – auch für ihn – demnächst der Vergangenheit angehören.