Neustadt / Hassloch / Neidenfels
Fußball: Auch ohne Hallenrunde bleiben Junioren im Winter am Ball
Der Januar ist seit den 1970er-Jahren der Monat, in dem Fußball-Juniorenmannschaften fast ausschließlich in Sporthallen aktiv sind. Zumindest war dies bis 2020 so. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Hallenfußball-Meisterschaften, die seit 2010 nach Futsalregeln ausgetragen werden, in dieser Saison zum zweiten Mal in Folge abgesagt. Die Fußballvereine unserer Region haben Möglichkeiten gefunden, die Nachwuchsspieler trotzdem in Bewegung zu halten. Drinnen wie draußen.
„Mit Ausnahme unserer E- und G-Junioren haben sich alle unserer Mannschaften dafür entschieden, nur im Freien zu trainieren“, informiert Torsten Quell, Jugendleiter des 1. FC 08 Haßloch. Dies liege einerseits an den Corona-Schutzmaßnahmen, aber auch daran, dass in einigen Ligen bereits Ende Februar wieder der Spielbetrieb beginne. „Alle Teams finden es aber schade, dass in dieser Saison erneut keine Futsalrunde stattfindet. Sie hoffen, nächstes Jahr wieder in der Halle spielen zu dürfen.“
Krafttraining im Fitnessstudio
Beim TSV Königsbach habe die Absage der Hallenkreismeisterschaften dazu geführt, dass die Vorbereitungszeit nach den Weihnachtsferien nicht so forsch wie sonst begonnen habe. „Unsere Spieler haben Trainingspläne bekommen und sollten sich mit Läufen und Stabilisierungsübungen fit halten“, erzählt Königsbachs Jugendkoordinator Marco Stoll. Inzwischen habe zuerst bei den jüngeren Mannschaften, danach auch bei den A- und B-Junioren wieder der reguläre Trainingsbetrieb begonnen. Dabei gebe es regelmäßig Trainingseinheiten in Sporthallen. „Die A- und B-Junioren nutzen unsere Halle allerdings kaum und trainieren überwiegend auf den sich beim Schulzentrum Böbig liegenden Kunstrasenplatz. Den teilen wir uns mit dem VfL Neustadt, da altersbedingt bei diesen Mannschaften Hallentraining nur eingeschränkt möglich ist“, ergänzt er. Die A-Junioren hätten auch eine Kooperation mit einem Haßlocher Fitnessstudio, wo sie ihr Krafttraining absolvierten.
Viel Betrieb auf Kunstrasen
Beim FC 23 Hambach herrscht mangels Hallenturnieren auch in diesem Januar auf dem eigenen Kunstrasenplatz reger Trainingsbetrieb. „Die Spieler und deren Eltern haben sich dafür ausgesprochen, dass wir gleich draußen anfangen“, sagt Marc Rottmayer, der Manuela Hanewald seit März 2021 in der Jugendleitung unterstützt und für den sportlichen Betrieb zuständig ist. Hanewald kümmert sich mehr um administrative Dinge. Erfreulicherweise habe es trotz der coronabedingten Einschränkungen keinen Rückgang bei der Anzahl an Spielern gegeben. „Wir verfolgen das Ziel, zukünftig auf das Niveau von Haßloch und Königsbach, die uns noch ein paar Jahre voraus sind, zu kommen und von unten kontinuierlich aufzubauen“, sagt er selbstbewusst. Die Hambacher A- und D-Junioren befinden sich immerhin auf den ersten Plätzen der jeweiligen Kreisligatabellen und bestätigen in dieser Saison den Aufwärtstrend.
„Zum Glück haben wir keinen sibirischen Winter“, bemerkt Sebastian Putsche, Jugendleiter der TSG Deidesheim. Aufgrund der guten Infrastruktur könne der Verein den Ausfall der Hallenturniere gut kompensieren. „Durch unseren ganzjährig bespielbaren Kunstrasenplatz, die zum Trainingsgelände gehörende Sporthalle und die Möglichkeit, bei Bedarf auch nach Meckenheim und Forst ausweichen zu können, sind wir sicherlich gegenüber anderen Verein etwas privilegiert“, stellt er fest. Die Halle nutzten coronabedingt nur die ganz Kleinen zum Training. „Als Verein wollen wir sicherstellen, dass die Kinder und Jugendlichen auch ohne Futsal in Bewegung bleiben und sich auspowern können. Deshalb haben wir zusätzliche Trainingseinheiten im Freien angesetzt“, berichtet er. Alle seien gefordert, das bestmögliche Angebot für die Jugendspieler zu stricken.
G-Junioren in der Halle
Der TSG Neidenfels bereitet der Ausfall der Hallenrunde keine großen Probleme. „Wir bilden im Jugendbereich mit den anderen Fußballvereinen der Verbandsgemeinde Lambrecht eine Spielgemeinschaft und richten nur bei den A- und G-Junioren der SG Tal den Trainingsbetrieb bei uns aus“, sagt TSG-Jugendleiterin Jessica Dennerle. Die G-Junioren könnten altersbedingt weiterhin in der Halle trainieren. „Und unsere A-Junioren, von denen viele sowieso schon regelmäßig in den aktiven Mannschaften eingesetzt werden, nehmen deshalb auch einfach an deren Training teil“, sagt Dennerle. Da die Wetterverhältnisse im vergangenen Dezember relativ gut gewesen seien, hätten die Fußballer da auch noch lange draußen gespielt. Dies habe die Fußballpause verkürzt.