Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Am Freitag VfB Haßloch gegen 1. FC 08 Haßloch

Winfried Volkmer, hier 2011, wechselte einst vom 1. FC 08 zum VfB Haßloch.
Winfried Volkmer, hier 2011, wechselte einst vom 1. FC 08 zum VfB Haßloch.

Die am Freitag, 19.30 Uhr, am Eichelgarten angesetzte Neuauflage des Haßlocher Fußballderbys zwischen dem VfB und dem 1. FC 08 hat große Bedeutung: Beide Mannschaften müssen Punkte sammeln, um sich für die Aufstiegsrunde der Bezirksliga Vorderpfalz zu qualifizieren.

Das Hinspiel am 11. September hatte jedoch gezeigt, dass die Rivalität bei Weitem nicht mehr so groß wie noch im vergangenen Jahrhundert ist. Winfried Volkmer, aus der 08-Jugend hervorgegangener langjähriger Stammspieler des VfB, machte zu seiner aktiven Zeit ganz andere Erfahrungen.

„Als ich noch dabei war, war immer so viel los, dass man manchmal glaubte, in einem großen Stadion zu spielen“, erinnert sich Volkmer an Derbys in seiner aktiven Zeit. Von 1970 bis 1980 gehörte er zum Kader der Ersten Mannschaft des VfB, die in dieser Dekade lange gemeinsam mit den 08ern der Zweiten Amateurliga angehört hatte. Diese Liga war damals die vierthöchste deutsche Spielklasse. Die Haßlocher lieferten sich hier oft packende Duelle. Meist war die Anzahl der Zuschauer vierstellig. „Damals wurden noch viele Spieler von ihrer ganzen Familie zum Sportplatz begleitet. Auch die Jugendmannschaften sorgten am Spielfeldrand für Stimmung“, blickt er zurück. Dass das heute nicht mehr so sei, liege vor allem daran, dass auf beiden Seiten immer mehr Spieler, die nicht aus Haßloch stammten, aufliefen.

Zwei Konkurrenten

Die Konkurrenz zwischen beiden Vereinen bekam er zu Beginn seiner aktiven Karriere selbst wie kein anderer vor ihm zu spüren. „Ich stamme aus einer traditionellen 08-Familie. Schon mein Großvater war ein echter 08er und mein Vater Walter Volkmer Spielleiter, als ich 1970 von der A-Jugend des FC 08 zu den Aktiven wechselte“, erzählt er.

In diesem Jahr gab es dort einen Umbruch. Trainer Klaus Viehl hatte seine Tätigkeit beendet und wurde von Werner Ditsch beerbt. Außerdem wurde als Ersatz für Hans Brauch mit Werner Säftel, der vom VfL Neustadt kam, ein neuer Mittelstürmer verpflichtet. Ditsch hatte aber eine ganz andere Philosophie als ein Großteil der Mannschaft – er wurde noch während der Vorrunde von Albert Kelchner abgelöst. „Kelchner hat mich nicht mehr eingesetzt, aber ich wollte unbedingt spielen. Deshalb entschloss ich mich dazu, meine Karriere beim VfB fortzusetzen. Ich war der erste aktive 08-Spieler, der diesen Schritt wagte“, erzählt Volkmer. In einer Zeit, in der es sich bei den Haßlocher Fußballderbys noch um einen lokalen Konfessionskrieg handelte, sorgte dies natürlich für einen Skandal.

Sturmduo mit Martin Schlegel

Bei den 08ern hatte man sich viel von dem als Jugendspieler von den Trainern Hans-Dieter Drewitz und Otto Neubauer, dem späteren Zweiten Beigeordneten und Umweltdezernenten der Gemeinde Haßloch, trainierten Volkmer versprochen.

„Inzwischen bin ich schon über 50 Jahre Mitglied des VfB und fühle mich dort wohl. Mir ist aber ganz wichtig, dass ich mich nie negativ über 08 geäußert habe“, betont Volkmer. Sein Sohn Marc hat in den 1990er-Jahren bis zu seinem Wechsel zu den A-Junioren des SV Phönix Schifferstadt alle Jugendmannschaften des FC 08 durchlaufen und in diesen mit Martin Schlegel ein eingespieltes Sturmduo gebildet. Der trainierte am Ende dieser Zeit selbst diese Mannschaft. „Beim VfB war ich aber auch viele Jahre als Trainer von Jugendmannschaften tätig“, ergänzt Volkmer.

Scheurer und Volkmer die Ältesten

Mit Helmut Scheurer gehört Winfried Volkmer inzwischen zu den zwei ältesten VfB-Spielern. Auch er trainiere noch regelmäßig in der Ü60 mit. 2011 erreichte er als AH-Spieler noch einmal einen großen Erfolg, als er mit der Ü50 auf eigenem Gelände den Kreispokal Rhein-Mittelhaardt gewann und mit den VfB-Oldies dann um die Südwestmeisterschaft spielte.

Damals war er noch Leiter des Ordnungsamts der Haßlocher Gemeindeverwaltung. Seit 2015 pensioniert, verfolgt er aber das Geschehen im Großdorf weiterhin aufmerksam. „Ich habe den Eindruck, dass es in Haßloch inzwischen ruhiger als zu meiner Zeit geworden ist“, meint er. Auf jeden Fall habe er damals schon Situationen erlebt, welche nicht angenehmer als die in der Corona-Pandemie für seine Nachfolger neu hinzugekommenen Aufgaben sein könnten. „Außenstehende können sich nicht vorstellen, wie Wohnungen, die ich mit meinen Kollegen betreten musste, aussahen. Meistens hat eine Maske gereicht, aber einmal musste ich auch einen Schutzanzug tragen“, verrät er. Infektionskrankheiten habe es auch damals schon gegeben. Die Coronaschutzimpfung sei für ihn heute eine Selbstverständlichkeit. „Indem ich mich schütze, schütze ich auch andere“, sagt Volkmer.

Termine

  • Landesliga: TSV Fortuna Billigheim-Ingenheim - SV Geinsheim (Samstag, 16 Uhr);
  • Bezirksliga: VfB Haßloch - 1. FC 08 Haßloch (Freitag, 19.30 Uhr);
  • A-Klasse: TuS Diedesfeld - SG Edesheim/Roschbach/Hainfeld (Sonntag, 14.45 Uhr); TSG Deidesheim - SV Weingarten (Sonntag, 14.45 Uhr)

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