Neustadt „Frauen sollten sich Zeit für Sport nehmen“

Zwei Mütter beim Basketball-Training: Sarah Stein (links) und Simone Scheuermann.
Zwei Mütter beim Basketball-Training: Sarah Stein (links) und Simone Scheuermann.

«Neustadt/Deidesheim/ Hassloch.» Stets herrscht bei den Basketball-Frauen der Spielgemeinschaft TSG Deidesheim/Neustadt Personalnot. So auch heute, Samstag, wenn die SG um 16 Uhr die Fastbreakers Rockenhausen in der Spiel- und Sporthalle in Deidesheim erwartet. Dabei hat das Team im Januar Verstärkung von Sarah Stein erhalten, einer jungen Mutter. Stein ist nicht die Einzige im Team mit Kind.

Die 29-Jährige wohnt nach ihrem Studium wieder in der Pfalz. Während der Schulzeit war sie beim TV Bad Dürkheim in der Landesliga aktiv und hat nach Ende ihres Geografie-Studiums in Bremen gespielt. Dann kam die Familienphase. Tochter Camila wurde vor zwei Jahren geboren. Nach ihrem Umzug nach Deidesheim suchte Sarah Stein neue Bekanntschaften. „Mir war es wichtig, wieder mit Basketball anzufangen. Jetzt muss ich sehen, wie es zeitlich klappt, wenn wir Auswärtsspiele haben. Als Alleinerziehende brauche ich auch meine Mutter, die während des Trainings bei uns zu Hause aufpasst“, erzählt Stein. Auch die Urgroßeltern wohnen in der Nähe und freuen sich, wenn sie Camila betreuen können. Stein stemmt schließlich auch noch eine 25-Stunden-Woche bei den Pfalzwerken in Ludwigshafen. Ihre Tochter ist während dieser Zeit in der Ganztagsbetreuung. Stein schwärmt von ihrem Sport. Hier könne sie Stress abbauen, Leute kennenlernen. Dazu komme der Gesundheitsaspekt. Schließlich hat sie als Kind selbst ihre Mutter Annette Plitzko zu Training und Spielen begleitet. Und auch Tochter Camila ist schon ganz neugierig, wenn sie ihre Mami mit dem Ball in der Hand durch die Halle flitzen sieht. Stein sagt: „Frauen sollten sich das noch mehr zutrauen und sich diese Zeit für Sport nehmen.“ Simone Scheuermann, Abteilungsleiterin und Spielerin in Deidesheim, hat zwar zwei ältere Söhne, ist aber als Familienmanagerin zeitlich stark im Sport ihres Nachwuchses eingebunden. Sohn Pius trainiert Basketball und spielt erfolgreich in der U16-Mannschaft der Towers Speyer. Der 15-Jährige hat bereits eine tolle Basketball-Figur. „Er ist 2,01 Meter groß und wächst wohl noch“, erklärt Scheuermann. Der 13-jährige Bruder Kilian spielt in Königsbach Fußball. „Wir müssen schon mit den Terminen jonglieren. Manchmal fährt mein Mann, manchmal fährt Pius mit der S-Bahn. Und wenn ich ihn nach Speyer fahre, bleibe ich dort und erledige in der Zwischenzeit einige Sachen“, erklärt die freiberufliche Grafikerin. Ihre beruflichen Aufträge werden überwiegend am Vormittag bearbeitet. Scheuermann sieht den Mannschaftssport als Bereicherung für sich und ihre Söhne. „Es macht Spaß, wenn ich bei Spielen dabei bin und zusehen kann“, betont sie. Für Samstag indes stehen mit Annika Bentz, Barbara Breitschopf, Romy Möller, Lea Hartig und Natalie Lumma sowie Stein und Scheuermann wieder nur sehr wenige Spielerinnen zur Verfügung. Noch unklar ist, ob Hanna Humbert dabei sein kann. Also heißt es für die Frauen der SG weiterhin: „Spaß haben, weil wir uns untereinander so gut verstehen.“ Die Gorillas aus Haßloch spielen in der A-Klasse am Samstag, 20 Uhr, bei der TSG Maxdorf II. Nach dem Sieg im Hinspiel ist auch nun ein Erfolg eingeplant. „Wir sind in nahezu bester Besetzung“, freut sich Teamsprecher Tim Fleckenstein. Die TSG Neustadt erwartet in der Bezirksliga am Sonntag, 17 Uhr (Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium) den 1. FC Kaiserslautern III. Das Hinspiel ging mit 56:94 verloren.

x