Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Frauen der TSG Haßloch als Publikumsmagnet

Die Haßlocherinnen feiern nach ihrem zweiten Heimspiel an einem Wochenende den Sieg gegen die HSG Hunsrück.
Die Haßlocherinnen feiern nach ihrem zweiten Heimspiel an einem Wochenende den Sieg gegen die HSG Hunsrück.

Die Regionalliga-Frauen der TSG Haßloch absolvieren an einem Wochenende zwei Spiele, aus denen sie drei Punkte holen. Ihr Erfolg zeigt sich aber noch auf ganz andere Weise.

Frauenhandball wird immer populärer in Haßloch. Zum Spitzenspiel der beiden bis dahin noch verlustpunktfreien Tabellenführer in der Frauen-Handball-Regionalliga zwischen der TSG Haßloch und der HSG DJK Marpingen-SC Alsweiler sind am Samstagabend, so schätzt es Teammanager Peter Wingerter, gut 400 Zuschauer in die Pfalzhalle gekommen. Beide Teams trennen sich nach einem 60-minütigen Kampfspiel 22:22. „Ein gerechtes Remis“, sagt HSG-Coach Andreas Moßmann nach der bis zum Schlusspfiff spannenden Partie. Und am Sonntagabend sind die TSG-Handballerinnen schon wieder im Einsatz, besiegen ungefährdet die HSG Hunsrück mit 30:20 (13:6). Vor über 300 Zuschauern im vollen TSG-Sportzentrum.

Gegner kommen gerne nach Haßloch

„Es kommen immer mehr Haßlocher zum Zuschauen“, freut sich Wingerter über das Interesse. „Es ist das größte Kompliment, dass jeder Gegner sagt, er spiele gerne hier in Haßloch“, betont TSG-Trainer Marc-Robin Eisel nach dem Hunsrück-Spiel und bedankt sich bei den TSG-Fans fürs Kommen und für die Unterstützung. Bereits am Samstagabend hat Gästetrainer Moßmann die TSG gelobt für das, „was die hier auf die Beine stellen“. Mit Licht- und Nebeleffekten in abgedunkelter Pfalzhalle zu lauter Musik sind die Haßlocherinnen zum Spitzenspiel aufgelaufen. In der Pause ist das Männerballett des Carnevalvereins Haßloch aufgetreten. Von einem „Wahnsinnsspiel und einer Wahnsinnsatmosphäre“ schwärmt Moßmann. Fans beider Seiten sorgen für laute Anfeuerungsrufe und Getrommel. Im Frauensport, so der HSG-Coach, gebe es nur ganz selten eine solche Kulisse.

Eine ähnliche Kulisse am Sonntagabend im überraschend vollen TSG-Sportzentrum. Wieder machen Fans beider Seiten mächtig Krach. Dass die Gastgeberinnen gewinnen werden, ist irgendwie von Beginn an klar. Es dauert lange 13:23 Minuten, ehe der Gast zum ersten Mal trifft: 1:5. „Wir brauchten 30 Minuten, um reinzukommen – viel zu lang“, gesteht am Ende HSG-Trainer Maouia Ben Maouia und lacht. Die erste Hälfte sei eine Katastrophe gewesen, „unser Abschluss wirklich schlecht“. Aber nach der Pause habe sich ein komplett anderes Spiel entwickelt. Es sei dann ein Schlagabtausch gewesen. Mit einer offensiveren Abwehr und einer starken Aufbauspielerin Dunja Mohebzada – sie wird von ihrem Team zur besten Spielerin erkoren – hält die HSG mit. Tatsächlich ist der Haßlocher Sieg aber nie in Gefahr. Unrühmlich ist in der Partie gegen die HSG Hunsrück allein der Bodycheck von Ann-Kathrin Molz gegen Katharina Scheid. Molz sieht die Rote Karte (25.)

Wie eine Volleyballerin

„Insgesamt haben wir heute von unserem Tempo-Handball gelebt“, sagt Eisel. „Generell ist es schwer gegen eine offensive Abwehr – da muss man eins gegen eins gehen“, sagt Katharina Scheid, die wie Lucie Krein sechs Tore zum Erfolg beisteuert. Sehenswert ihr Treffer zum 26:18, als Maike Fetzner den Ball verliert und Scheid ruck, zuck reagiert, ihn in Volleyballmanier direkt ins Tor weiterleitet (54.). Zur besten Spielerin wählt am Sonntagabend das Trainerteam allerdings Kapitänin Ina Bühl, die viermal trifft. In der Abwehr ist sie ebenso hellwach, fängt einen Pass an den Kreis ab und passt auf die konternde Tabea Picabo Frey, die zum 4:0 trifft (7.). „Ina ist heute bis zur letzten Sekunde nach jedem Ball gehechtet und hat am Samstag über 55 Minuten auf der Platte gestanden“, begründet Eisel die Entscheidung.

Am Samstag gegen die Saarländerinnen ist TSG-Torfrau Medina Martinovic die Spielerin des Spiels, überzeugt mit zahlreichen Paraden. Mit ihren zwei gehaltenen Siebenmetern bringt sie ihre nach der Pause etwas nachlassende TSG zurück ins Spiel. Dabei habe sie in der Halbzeit den Kopf in den Sand stecken wollen, gesteht Martinovic. „Ich hatte nicht mehr an mich geglaubt.“ Doch Trainer und Mannschaft hätten sie in der Pause neu motiviert. Am Sonntagabend pariert sie erneut einen Siebenmeter, diesmal mit dem rechten Fuß (2.). Dazu hält sie Würfe von Rechtsaußen Molz (9.) und von Helen Schieke, die halbrechts frei zum Wurf kommt (12.). „Unser Start war überragend“, freut sich Haßlochs Cheftrainer Benedikt Hettich. „Vor allem mit Medina im Tor“, ergänzt Katharina Scheid. Sie erzählt, dass das Spiel gegen die HSG DJK Marpingen-SC Alsweiler motiviert habe.

Spannung bis zur letzten Sekunde

Auch gegen die Saarländerinnen gelingt der TSG ein famoser Start, führt mit 8:3 (11.) und 11:6 (15.). Zu Beginn treffen Ina Bühl, Katharina Gerdon und Angelina Schreyer in der Pfalzhalle gegen offensiv deckende Gäste vor allem von Linksaußen. Doch, so Hettich, hätten die Haßlocherinnen nach „zwei, drei Fehlern“ die Köpfe hängen lassen. Bis zum Schluss bleibt es spannend, leisten sich beide Teams immer wieder Fehler im schnellen Spiel. 32 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 22:22 ist die TSG in Ballbesitz, doch blockt die Gästeabwehr den Wurf von Katharina Scheid. Vier Sekunden vor dem Ende haben die Gäste den Ball, aber ihr letzter Wurf verfehlt das TSG-Tor.

Übrigens hat dieses Spitzenspiel den beiden Physiotherapeuten im Haßlocher Team noch viel Arbeit bereitet. „Wir haben bis 23 Uhr die Spielerinnen behandelt“, erzählt Benedikt Hettich, der sich die Arbeit mit Leonie Kripp geteilt hat. Angelina Schreyer (Schulter) und Julia Spieß (Knie) allerdings haben sie bis zum Anpfiff des Heimspiel gegen die HSG Hunsrück nicht mehr fit bekommen.

Nächstes Heimspiel am 18. Januar

Dieses Spiel war übrigens das letzte TSG-Heimspiel 2025. Erst am 18. Januar gegen die HSG Wittlich zeigen sich die Haßlocherinnen wieder zu Hause. Bereits am Samstag, 18 Uhr, reisen sie zu den SF Budenheim. „Wir rechnen mit einem schweren Auswärtsspiel“, sagt Marc-Robin Eisel und hält den Gegner „für eine der besten Mannschaften der Liga“.

Ein Neuzugang

Peter Wingerter plant derweil schon für die nächste Saison: Er kündigt an, dass mit Julia Zengerle eine dritte Torfrau zur TSG Haßloch komme. Mittwochs trainiert die Walzbachtaler Keeperin ohnehin mit dem TSG-Team. Sie kennt Benedikt Hettich von früher aus der Badenliga. Und die Hälfte des Haßlocher Teams, verrät Wingerter, habe ebenfalls schon zugesagt. Der Teammanager ist „super happy“ nach den beiden Heimspielen an einem Wochenende: „Es macht Spaß, den Mädels zuzuschauen.“ Zum Abschluss „eines überragenden Wochenendes“ ist die Mannschaft nach der Hunsrück-Partie noch gemeinsam essen gegangen.

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