KREIS Bad Dürkheim / Neustadt
Forstamt: Augen auf beim Waldspaziergang
Der Starkregen Ende Juni hat massive Schäden an den Wegen im Wald hinterlassen, sagt Frank Stipp, Leiter des Forstamts Bad Dürkheim, zu dem auch das Forstrevier Wallberg (Verbandsgemeinden Deidesheim und Wachenheim) gehört. Wege mit Gefälle seien am schwersten von Schäden betroffen, da vom Hang oder der Böschung aus sandiges Material ausgewaschen worden sei – soweit, dass ganze Böschungen abgerutscht seien.
Straße zum Forsthaus Silbertal gesperrt
Das ist auch an der Forststraße passiert, die von Gimmeldingen aus zur K 16 und zum Forsthaus Silbertal führt. Die Straße ist derzeit gesperrt. Obwohl es eine Forststraße ist, war sie bisher für Pkw offen. Hintergrund ist, dass es sich ursprünglich um eine Kreisstraße handelte, die aber vor etlichen Jahren herabgestuft wurde. Wie es nun weitergeht, sei unklar, informierte der Deidesheimer Verbandsbürgermeister Peter Lubenau (CDU). Die Verbandsgemeinde ist federführend bei der Absperrung. Betroffen sind aber auch die Stadt Deidesheim, die Gemeinde Niederkirchen, die Stadt Neustadt und der Forst, die alle Eigentümer von Flächen entlang der Straße sind. Klar sei, dass eine Sanierung, die die Straße für Pkw-Verkehr ertüchtigen würde, sehr teuer werden würde, so Lubenau.
Um die Instandsetzung der Waldwege zu finanzieren, sind nach Angaben von Forstamtsleiter Stipp für die Gemeindewälder Fördermittel beantragt worden. Bei landeseigenen Wäldern habe man die Schäden gemeldet und bei der Zentralstelle der Forstverwaltung in Neustadt um die Freigabe weiterer Gelder gebeten. Für den Staatswald schätzt Stipp die Kosten auf mehrere Hunderttausend Euro.
Das Forstamt Bad Dürkheim will die Wasserführung an den Wegen verbessern. „Wir haben in den Wäldern Sand-Wasser-gebundene Wege statt Asphalt. Die werden zwar festgewalzt, aber das Material ist trotzdem lose“, erklärt Stipp.
Uhrglasprofil und Querabschläge
Deshalb gebe es mehrere Vorkehrungen, um das Wasser schnell vom Weg wegzuführen. Zum einen wird der Weg im Querschnitt gewölbt angelegt. Durch dieses Uhrglasprofil fließt das Wasser schneller nach links und rechts ab. Zum anderen werden sogenannte Querabschläge in den Weg eingebaut. Das kann etwa durch eine Mulde geschehen, die dafür sorgt, dass das Wasser von der Berg- auf die Talseite abgeleitet wird. So sammelt es sich nicht auf der Bergseite an, wo es in der Summe immer reißender würde.
Forstamtleiter Stipp macht aber auch klar: „Ab einer gewissen Regenmenge sind irgendwann alle Maßnahmen erschöpft, und die Zerstörung ist da.“ Das habe man auch bei der jüngsten Flutkatastrophe in den nördlichen Regionen von Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen gesehen.
Manchmal seien Schäden nicht sofort ersichtlich, warnt Stipp. „Waldbesucher sollten vorsichtig unterwegs sein.“ Man dürfe nicht davon ausgehen, dass alle Mängel mit Schildern gekennzeichnet seien. „Spaziergänger sollten den Blick auf den Boden richten und mit Schäden rechnen.“