Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel Fatima darf sich freuen – „Stiftungsrock“ bringt satten Spendenerlös

Bestens aufgelegt: Nicole Metzger und ihr „Nicolème“-Projekt spielten zum Abschluss.
Bestens aufgelegt: Nicole Metzger und ihr »Nicolème«-Projekt spielten zum Abschluss.

6400 Euro Spendenreinerlös für ein Schulprojekt an der Elfenbeinküste kann der Verein „Zur Freude Fatimas“ nach dem am Sonntag erstmals in Maikammer veranstaltenden „Stiftungsrock“ verbuchen. Fünf bildende Künstler und zwei Bands traten dafür vor rund 500 Besuchern auf dem Gelände des „Kulturhofs 1590“ in der Hartmannstraße auf.

Hannah Iberer und Sascha Wolz, die Betreiber des „Kulturhofs 1590“, hatten das Anwesen inklusive der zugehörigen Weinstube kostenlos für den guten Zweck zur Verfügung gestellt. Los ging’s mit Musik der Gruppe „Apach-O-Matic“ aus Mannheim. Das Quartett, das sich voll und ganz dem sogenannten Surf-Rock verschrieben hat, besteht aus Schlagzeuger Ingo Zielske, Bassist Til Schneider, sowie den Gitarristen Helmut Frick und Christoph Maier. Letzterer wohnt seit geraumer Zeit in Kirrweiler, wodurch der Kontakt zwischen der Band und dem Verein zustande kam.

„Apach-O-Matic“ huldigen dem Surfrock der 60er Jahre

Das Besondere am Surf-Rock, der zu Beginn der 1960er Jahre total „in“ war und von Gruppen wie den „Shadows“ oder „Ventures“ dominiert wurde, ist, dass es sich dabei um reine Instrumentalmusik handelt und die Melodieführung von einer Gitarre, sehr oft der Marke „Fender“, übernommen wird. Dabei taten sich speziell Gitarristen wie Hank Marvin oder Duane Eddy hervor und beeinflussten mit ihrem Sound Generationen von nachfolgenden Musikern.

„Apach-O-Matic“ lassen bei ihren Gigs diese Zeit wieder neu aufleben. Die einheitlich in weiße Hosen und bunte Hawaii-Hemden gekleidete Kapelle überzeugt sowohl mit den größten Hits aus jener Ära wie auch mit diesem Sound angepassten Eigenkompositionen. Das tut sie so gut, dass ihre Zuhörerschaft im Laufe ihres Programms gar nicht bemerkt, ob das eben gehörte „Westwind“ von „Apach-O-Matic“ oder wie das zuvor gespielte „Walk Don´t Run“ von den berühmten „Ventures“ stammt. Die Leadgitarre spielt dabei meist Helmut Frick, lediglich bei „Chilli con Vodka“ übernimmt der sonst für die Rhythmusgitarre zuständige Christoph Maier die Führung. Das Publikum ließ sich von den vier Surfboys gerne mitreißen und tanzte unter anderem zu Klassikern wie „Apache“, „Dick Tracy“ oder „Misirlou“.

Künstler spenden ihre Werke für den guten Zweck

„Apach-O-Matic“ spielten drei Sets und gaben den Eventbesuchern damit genug Zeit, in den Pausen die ausgestellten Exponate von Jule Eisel, Elke Pfaffmann, Stefan Kindel, Mohammad Ali Mousa und Klaus Riedel zu besichtigen. Die angehende Ergotherapeutin Jule Eisel aus St. Martin hatte mit 15 Jahren erstmals einen Brennkolben in der Hand. Seither hat sie die Leidenschaft für Pyrografie nicht mehr losgelassen. Die 26-jährige sucht sich Motive aus, überträgt diese zunächst auf Papier und brennt sie anschließend in Holz. Die Ergebnisse weisen dabei eine gewisse Ähnlichkeit zu Tätowierungen auf. Rund 50 Stunden arbeitet die Künstlerin im Schnitt an einem Werk.

Elke Pfaffmann aus Offenbach/Queich ist eigentlich für Kunst am Bau bekannt. Mit einer eine Nummer kleineren Form trat sie nun in Maikammer auf. In Emailletechnik selbst hergestellten Schmuck, darunter Ohrringe, Ringe und Ketten, hatte sie in ihrem Stand vor sich liegen. Stefan Kindel, in Maikammer lebend, schafft es durch Abstrahierung Alltagsgegenstände in außergewöhnliche Fotografien festzuhalten. Daneben zeichnet er noch hervorragend.

Die vornehmlich in Spachteltechnik entstandenen Malarbeiten des Syrers Muhammad Ali Mousa stechen hauptsächlich durch ihre Vielfarbigkeit hervor. „Farbe ist Hoffnung“ sagt er, „ohne Hoffnung kann ich nicht arbeiten. Meine Bilder spiegeln den Zustand meiner Seele wider“. Klaus Riedel, ein Neustadter Maler, ist in seinem Leben weit gereist. Seine Eindrücke hält er in Acryl- oder Aquarellbildern fest. In Maikammer hat er, passend zum Thema „Hilfe für eine Schule in Afrika“ Gemälde ausgestellt, die bei seinen Expeditionen durch den schwarzen Kontinent entstanden.

Musikalischer Abschluss mit Nicole Metzger und „Nicolème“

Musikalisch ging der „Stiftungsrock“ schließlich mit einem Konzert der Neustadter Jazzsängerin Nicole Metzger und ihrem neuen Projekt „Nicolème“ zu Ende (wir berichteten). Die Musikerin stellte dabei ihr erst jüngst fertiggestelltes Album „I Found Someone“ vor. Neben den Songs daraus wurde der von ihr ausnahmsweise in Deutsch geschriebene groovende Sommersong „Weißt du denn?“ zu einem Höhepunkt der Darbietung. Metzger glänzte hier stimmlich und mit Scatgesang-Einlagen, improvisierte frei und ließ sich von ihrer glänzend aufgelegten Liveband zu Höchstleistungen anstacheln.

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