Neustadt „Für uns unerwartet und ohne Vorwarnung“

Neustadt. Janusz Gogola, seit August 2012 Trainer des Wasserball-Bundesligisten SC Neustadt, wird die Mannschaft nur noch bis höchstens Ende Januar 2015 trainieren. Dies teilte Gogola am Mittwochabend per Mail der RHEINPFALZ mit. Über die Gründe wolle er sich nicht äußern, die Mannschaft habe er aber informiert. SCN-Manager Michael Heinz bestätigte auf Anfrage Gogolas Kündigung.
„Wir bedauern diesen Entschluss, besonders nachdem er für uns unerwartet und ohne Vorwarnung kam“, schrieb Heinz, der sich zurzeit beruflich im Ausland befindet, per Mail. Heinz befürchtet, dass eine gute Vorbereitung auf die neue Saison unter diesen Umständen nur schwer möglich sein wird. „Kurzfristig einen Ersatztrainer zu bekommen, ist so gut wie unmöglich. Wir haben in der Vergangenheit jedoch schon viele Schicksalsschläge gemeistert. Diese Entscheidung wird uns als Mannschaft und hoffentlich auch als Verein enger zusammenrücken lassen“, betonte Heinz. Mannschaftskapitän Matthias Held antwortete auf RHEINPFALZ-Anfrage: „Ich bitte um Verständnis, dass ich mich dazu nicht äußern werde. Unser Manager Michael Heinz hat dazu bereits alles gesagt.“ Auch SCN-Wasserballwart Alexander Arsenow teilte lediglich mit, dass das Team dies sehr bedauere. Gogola habe in den vergangenen zwei Jahren eine hervorragende Arbeit geleistet. Aus Verbundenheit mit dem Team komme es auch nicht zu einer sofortigen Trennung, sondern Gogola habe angeboten, die Tätigkeit weiter auszuüben, bis ein Ersatz für ihn gefunden sei. Arsenow weiter: „Für diese noble Geste bin ich ihm sehr dankbar, sehe allerdings auch eine gewisse Verantwortung bei ihm, da er uns dies zu einem äußerst unglücklichen Zeitpunkt kurz vor Saisonbeginn mitgeteilt hat. Dass er uns weiter trainiert, ist aber mit Sicherheit nicht selbstverständlich, und wir schätzen das sehr.“ Zum jetzigen Zeitpunkt wolle sich Arsenow nicht weiter zur Trainersuche äußern. Die neue Wasserballspielzeit beginnt für den SCN am Samstag, 25. Oktober, mit einer Auswärtspartie beim SV Weiden. Wie berichtet, hat der SCN sieben Verstärkungen für die neue Saison verpflichten können, neben einigen Spielern aus Ungarn und den USA auch das Brüderpaar Martin und Oliver Görge. Beide sind in den Vorjahren für Vorwärts Ludwigshafen ins Wasser gestiegen. Für Gogola war, wie er mehrmals betonte, der jeweilige Umbau des Stadion-Freiluftbades ins „Moby-Dick“-Hallenbad zur Wintersaison ein besonders großes organisatorisches Problem – in diesen Zeiten können die Wasserballer nicht trainieren. Außerdem mahnte er bei verschiedenen Pressegesprächen oft eine stärkere Beteiligung an den Trainingseinheiten an. Gogola reiste bisher mehrmals wöchentlich von seinem Heimatort Frankfurt nach Neustadt, um im Stadionbad die Trainingseinheiten zu leiten. (kle)