Neustadt Fünf fertige Spieler gesucht

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NEUSTADT. Wie sehr hat doch Janusz Gogola, Trainer des Wasserball-Erstligisten SC Neustadt, in der laufenden Wasserball-Saison bei einigen Spielen jongliert, um wenigstens sieben Bundesliga-taugliche SCN-Akteure im Aufgebot zu haben. Für SCN-Manager Michael Heinz ist der jüngst geschaffte Klassenverbleib das Startsignal, um für die Saison 2014/2015 nach Neuzugängen zu suchen und dafür zu sorgen, dass Gogola mit einer gut besetzten Bank ruhiger schlafen kann.

Gogola

hat bereits zugesagt, ein weiteres Jahr beim SCN zu bleiben. Er muss in der nächsten Saison auf Ersatztorwart Robert Idel verzichten. Der Mathematiker, der immer für gute Laune in der Mannschaft gesorgt hat, tritt eine Arbeitsstelle in Westdeutschland an. Christoph Kuhn, der schon in der laufenden Saison etliche Trainingseinheiten nicht mitmachen konnte, ist ebenfalls nicht mehr dabei. Alle anderen Spieler bleiben voraussichtlich an Bord. Auf Heinz’ Wunschzettel steht nun ein weiterer Keeper neben Stammtormann Michael Knelangen. Der spielt in der zweiten Saison beim SCN und ist ein wesentlicher Rückhalt der Pfälzer. Mit dem 17-jährigen Eigengewächs Kai Ulrich ist bereits Ersatz da. „Kai hat sich hervorragend entwickelt, aber für die Erste Liga kämen Einsätze noch zu früh“, weiß Heinz. Der Manager erwartet, dass zur übernächsten Saison neben Ulrich weitere A-Jugendliche das Zeug haben, die Erste Mannschaft zu verstärken. Jetzt macht sich Heinz auf die Pirsch nach einem Linkshänder sowie einem typischen Centerspieler. „Wir brauchen außer dem Torwart mindestens fünf neue, fertige Spieler“, betont er. Heinz winkt dabei nicht mit dem Geldbeutel: „Es fließt kein Geld.“ Einzig eine mietfreie Wohnung in der Wasserball-Wohngemeinschaft wird angeboten, bis der Spieler einen Job gefunden hat. Bei der Suche nach Praktika und Anstellung sind die SCN-Betreuer intensiv behilflich. „Wir kümmern uns um korrekte Bewerbungsunterlagen, erklären, auf was es bei einem Vorstellungsgespräch ankommt“, verrät Heinz. Wichtigstes Mittel, um neue Spieler zu gewinnen, sei das persönliche Verhältnis, die positive Atmosphäre, das familiäre Umfeld. So übernachteten die Spieler bei den Schnupperwochen immer privat bei „Mike“, wie Heinz von allen Wasserballern nur genannt wird. Das bestätigt auch Bojan Matutinovic, der bereits als Wasserball-Profi europaweit im Einsatz war: „Woanders bekommt man den Schlüssel für die Wohnung in die Hand gedrückt und muss einfach zum Training kommen. Dort fragt niemand nach dem Menschen. Hier in Neustadt kümmert man sich um uns.“ Mit den Namen der Neuzugänge will Heinz erst dann an die Öffentlichkeit gehen, wenn zwischen 1. und 31. August das Meldeprozedere beim Deutschen Schwimmverband (DLV) abgeschlossen ist. „Momentan stehe ich mit rund zehn Spielern in Kontakt. Namen nenne ich noch keine, denn die Saison läuft noch, die Spieler sind noch in ihren Vereinen aktiv“, erklärt Heinz. „Unser Ziel ist, in den kommenden Jahren mindestens 40 bis 50 Prozent mit Eigengewächsen zu füllen. Bei fünf Jugendmannschaften und einem regelrechten Boom, den die Erste Mannschaft bei uns ausgelöst hat, sind wir auf einem guten Weg.“ Neuen Schwung erwartet er auch von Alexander Arsenow, der als ehemaliger Spieler nun von Harald Keene von Koenig das Amt des Wasserballwarts übernommen hat. Auch für die aktuelle Saison hatte Heinz akribisch geplant. Mit Bojan Matutinovic hatte er einen Star ins Team geholt, der sich ganz ohne Allüren zu einem der wertvollsten Spieler entwickelt hat. Auch die anderen Neuzugänge wie Robert Patas, Laurence Tummings, Fernando Mongrell, David Csente und Tolga Coskun wurden zu wertvollen Spielern. Doch kam im Laufe der Saison Frust bei Heinz auf. „Es gab einige menschliche Enttäuschungen“, gesteht er. So hat Jakob Arndt kurz vor Saisonbeginn den Dienst quittiert. Regisseur Atilla Cseh zog es im Winter zurück nach Ungarn. Abiturient Cem Hasirci, ein SCN-Eigengewächs, fiel mit Undiszipliniertheiten auf. Er wurde suspendiert. Zwei weitere Nachwuchsspieler hörten aus beruflichen Gründen auf. Warum Heinz, der auch im wahren Leben als Manager in der ganzen Welt unterwegs ist, seine rare Freizeit für den SCN opfert? „Es erdet mich, wenn ich Sportler motivieren muss. Und ich möchte etwas zurückgeben, was ich selbst als junger Mensch und Spieler erfahren durfte“, antwortet er. (kle)

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