Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel Erstes Heimspiel für Zweitligisten SC Neustadt

Adel Yakout
Adel Yakout

Das erste Heimspiel des Zweitligisten SC Neustadt in dieser Saison ist zugleich das letzte in diesem Jahr. Kälte und Klausuren machen es Trainer Thorsten Preuß unmöglich, ein Mannschaftstraining durchzuziehen.

Auch Wasserballer sind nicht vor Infekten gefeit. Zweitligist SC Neustadt trifft am Samstag um 18 Uhr im ersten Heimspiel der Zweitliga-Saison auf den VfB Friedberg. Doch SCN-Trainer Thorsten Preuß hat oft nur die Hälfte des Kaders im Training versammelt. Im neuen Jahr geht es für den SCN erst am 5. Februar weiter.

Wasserballer sind hart im Nehmen. Doch gegen die zahlreichen Erkältungsviren, die inzwischen zwar die Corona-Gefahr zumindest teilweise verdrängt haben, sind auch die Wassersportler nicht immun. Zumal sie bei stark reduzierten Raum- und Wassertemperaturen im Stadionbad schnell auskühlen. „Dann müssen wir das Training abkürzen. Lange Erklärungen, während die Spieler nur am Beckenrand hängen und zuhören, kann ich gar nicht bringen“, sagt Preuß. Wenn er nach Plan Ausdauer und Schnelligkeit mit Schwimmtraining durchführt, gehören normalerweise ganz gezielte Pausen dazu.

Frieren im Training

Doch auch damit muss er jetzt variabler umgehen. Und wenn ein Spieler sagt, er friere zu sehr und müsse das Training beenden, dann müsse er es als Trainer akzeptieren, weiß Preuß. Wenn zudem nur wenige Akteure im Wasser sind, ist es für ihn auch schwierig, bestimmte mannschaftstaktische Ideen zu proben. „Dafür müssen drei oder vier Spieler im richtigen Moment die richtige Aktion durchführen. Das funktioniert nur, wenn diese Spieler auch da sind“, betont er.

Die Saison in der Zweiten Liga Süd ist noch nicht so richtig in Gang gekommen. Der SCN ist mit zwei Spielen und zwei Siegen zwar Tabellenführer. Einige Teams haben aber bislang noch kein Spiel bestritten. Gegner Friedberg hat nur ein Heimspiel auf dem Konto und 7:7 gegen München gespielt. In München hatte der SCN vor zwei Wochen mit 11:10 gesiegt. „Wir dürfen Friedberg also nicht unterschätzen“, mahnt Preuß. Und fügt hinzu: „Aber vielleicht sind wir im Vorteil, weil der Gegner ein wärmeres Bad gewohnt ist ...“

Zu kalt im Moby Dick

Apropos Kälte: Adel Yakout, Neuzugang des SCN, mag sie gar nicht: „Die Kälte ist das Schlimmste hier in Deutschland. Auch im Moby Dick ist es zu kalt für mich.“ Der 18-Jährige kommt aus Ägypten und studiert in Mannheim Medienkommunikation und Betriebswirtschaftslehre. In Ägypten besuchte er die deutsche Schule und spricht daher hervorragend deutsch. „Mein Vater, ein Unternehmer aus der Textilbranche, kennt und schätzt Deutschland. Daher hat er meine beiden Geschwister und mich auf die deutsche Schule in Kairo geschickt, weil er wollte, dass wir die deutsche Sprache und Kultur lernen“, erzählt er. So kam Yakout bereits mit vier Jahren in den dort angegliederten deutschsprachigen Kindergarten, danach in Vorschule, Grundschule und das Gymnasium. Es folgte das internationale Abitur. Und seit August lebt er in Mannheim.

2021 ägyptischer Meister

Wasserball spielt der Ägypter bereits seit zwölf Jahren. Mit dem Club Gezira in Kairo war er schon als Kind oft auf Turnieren in Europa und wurde 2021 mit der Herrenmannschaft ägyptischer Meister. „Ich habe keine besondere Position. Ich spiele da, wo mich der Trainer hinstellt“, beschreibt er seine Einsätze. Aber er räumt ein, dass er in Bezug auf das Niveau beim SCN noch Nachholbedarf hat. Vielleicht ist es auch nur die aktuelle Kälte, die ihm besonders zusetzt. „In Ägypten haben wir gar keine Hallenbäder, da spielen wir immer Freien“, erzählt er. Ob er gegen Friedberg spielen kann, weiß Adel Yakout noch nicht, weil er sich gerade in einer Klausurenwoche befindet. Auch Trainer Preuß weiß von aktuellen Belastungen aus dem Berufsleben seiner Spieler. Auch das sei ein Grund, wieso es so schwierig sei, alle zum Training im Becken zu versammeln.

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