Neustadt Erster Einsatz für Dragan Matutinovic

Neustadt. Zum Viertelfinale um den Deutschen Wasserballpokal muss der SC Neustadt, Bundesligist der Gruppe B, am Samstag um 16 Uhr beim Tabellenzweiten der A-Gruppe, Wassersportfreunde Hannover, antreten. Obwohl Neustadt als Tabellenführer der B-Gruppe in dieser Saison noch ungeschlagen ist, rechnet auf Pfälzer Seite niemand mit einem Sieg.
Mehrere Gründe führen zu dieser pessimistischen Einschätzung: Trainer Janusz Gogola darf diesmal seine Spieler nicht von der Bank aus führen, denn er hat wegen Meckerns beim Achtelfinalsieg in Fulda eine umstrittene Rote Karte kassiert, die automatisch eine Sperre für ein Spiel bedeutet. Daneben haben die Neustadter Spieler eine über zweiwöchige Trainingspause hinter sich. Manager Michael Heinz genehmigte den Spielern über die Feiertage bis nach Neujahr einige freie Tage. „Viele unserer ausländischen Spieler waren verreist. Das ist etwas unglücklich, aber wir müssen den Auswärtigen die Gelegenheit geben, die Festtage mit ihren Familien zu verbringen“, erklärt er. Wegen der Sperre Gogolas wird Heinz als Betreuer die Auswechslungen und Auszeiten anzeigen. Unterstützt wird Heinz von Neustadts künftigem Trainer Dragan Matutinovic, der am Donnerstag erstmals beim Training des Teams vor Ort sein wird und die Nachfolge von Gogola antritt. Wie berichtet, hat Gogola sein Engagement im Herbst aufgekündigt. Er wollte nur so lange das Team betreuen, bis ein Nachfolger gefunden ist. Wegen Gogolas Sperre steht Matutinovic nun vorzeitig in der Verantwortung. Manager Heinz sagt: „Wir haben nicht einmal eine Außenseiterchance in Hannover. Daher verzichten wir auch darauf, dass wir die Anreise von Spielmacher Bojan Matutinovic für dieses Wochenende finanzieren.“ Dafür trifft am Freitag SCN-Neuzugang Kevin Oliveira in Neustadt ein. Ob der brasilianische Nationalspieler allerdings schon am Samstag eingesetzt werden kann, ist noch unklar. Ziel ist laut Heinz, sich dennoch gut zu präsentieren und einige Spielzüge für das nächste Bundesliga-Heimspiel am 17. Januar gegen Krefeld einzustudieren. Wichtig sei, dass die Begegnung gegen die Niedersachsen ohne Verletzungen über die Bühne gehe und kein Spieler eine Sperre kassiere. Heinz: „Wir werden zum ersten Mal erleben, wie es sein kann, wenn man in der A-Gruppe spielt.“ Zur Erklärung: Die A-Gruppe ist die spielstärkere Gruppe der zweigeteilten Bundesliga. Neustadt könnte, wenn das Team auch in der Rückrunde erfolgreich agiert, mit einem Sieg in den Relegationsspielen noch in der Endrunde der Saison in die A-Gruppe aufrücken. Die Hauptverantwortung für das Spiel liegt trotzdem noch einmal bei Gogola. Er moniert jetzt allerdings die mangelhafte Vorbereitung auf diese Aufgabe. „Eine hohe Niederlage kann psychologisch sehr schädlich sein und unser Selbstvertrauen beschädigen“, fürchtet er. „Ich wollte das Spiel nicht mit fehlenden Trainingseinheiten von vornherein aus der Hand geben. Aber wenn viele Spieler seit drei Wochen keinen Ball in der Hand hatten, werden wir gegen das Spitzenteam überhaupt keine Chance haben.“ Gogola weiß: „Hannover hat nur beim 5:5 gegen Rekordmeister Spandau Berlin bislang einen Punkt abgegeben.“ Von den beiden Angreifern Erik Bukosky (bislang 16 Tore) und Marko Bolowic (12 Tore) sowie Center Bojan Paunovic werde die SCN-Abwehr sehr beschäftigt werden. Außerdem spiele Hannover auch in „internationalen Gewässern“ im Europapokal und sei somit sehr erfahren. Das Pokalergebnis im Achtelfinale, das Hannover im Dezember „nur“ einen 16:11-Heimsieg gegen Plauen beschert hat, beruht laut Gogola darauf, dass die Niedersachsen nur mit der B-Mannschaft angetreten sind und lediglich mit halber Kraft gespielt hatten. Ob Gogola die Fahrt nach Niedersachsen mitmachen wird, weiß er noch nicht. „Ich werde der Mannschaft nicht helfen können, weil ich mich nur auf die Tribüne setzen kann. Für den neuen Trainer Dragan Matutinovic wird es eine sehr undankbare, schwere Aufgabe. Natürlich werde ich ihn so gut wie möglich mit allen Informationen unterstützen.“