Wasserball
Erst Pech, dann Glück und viel Kampf: SC Neustadts U18 kommt weiter
Nach der unglücklichen und knappen Niederlage am ersten Tag gegen Duisburg mussten sonntags Punkte her für die Neustadter U18, um doch noch die Bundesliga-Endrunde zu erreichen. Es kam zu einem packenden letzten Spiel gegen den Favoriten Nürnberg. Der SCN verlor zwar mit 11:13 (1:2, 2:3, 3:2, 3:2, 2:4 nach Fünfmeterschießen), holte aber in der regulären Spielzeit ein Unentschieden und damit einen Punkt. Damit belegte der SCN Rang zwei hinter Nürnberg, Duisburg wurde lediglich Dritter.
Das Unglück im Spiel gegen Duisburg am Samstag bahnte sich beim SCN bereits zu Beginn des zweiten Viertels an. Trotz einer 4:0-Führung nach den ersten acht Minuten gab es eine 13:14 (4:0, 2:5, 4:1, 0:1, 3:4 im Fünfmeterschießen) Niederlage. Flynn Laux kassierte kurz hintereinander zwei Zeitstrafen in der 13. Spielminute. Nun musste einer der wichtigsten SCN-Spieler mit angezogener Handbremse agieren. Duisburg glich aus, doch der SCN konnte nochmals auf 7:5 davon ziehen.
Vorne zu wenig herausgeholt
Matteo Ananias war mit seinen wuchtigen Abschlüssen wichtigster Spieler des SCN. Doch nachdem Laux seine dritte Strafe im dritten Viertel kassiert hatte, fehlten die Schnelligkeit und seine Vorstöße. Die Westdeutschen kamen zum Ausgleich, das Fünfmeterschießen musste entscheiden.
SCN-Coach Peter Jacqué: „Wir haben zu wenig vorne gemacht, wir bekamen nur drei Zeitstrafen zugesprochen, das heißt, wir haben einfach zu wenig herausgeholt. Dass Flynn im dritten Viertel raus musste, hat uns zusätzlich geschwächt. Beim Fünfmeterschießen hat uns das Glück gefehlt.“
Brandenburg ebnet den Weg
Die erste Partie am Sonntag schloss der SCN mit einem 12:6 (4:0, 4:2, 2:2, 2:2) Erfolg gegen Brandenburg ab. Das Spiel absolvierten die Neustadter nach der klaren 8:2-Führung zur Halbzeit im leichten Schongang. Schließlich mussten die Kräfte für die entscheidende Begegnung gegen Nürnberg um 15 Uhr eingeteilt werden. Zu diesem Zeitpunkt ging der SCN davon aus, dass er gegen die Franken gewinnen muss. Doch dann knüpfte Brandenburg Duisburg überraschend beim 18:19 nach Fünfmeterschießen einen Punkt ab.
Jetzt musste der SCN gegen Nürnberg mindestens ein Remis holen. Dabei war Nürnberg als Verein der A-Gruppe, der nur unglücklich in die Relegation gerutscht war, deutlich favorisiert – zumal nach den deutlichen Siegen in den ersten beiden Spielen. Aber Coach Jacqué hatte einen Plan. „Wir wollten das Spiel verlangsamen, die Nürnberger nicht zu ihren Kontern kommen lassen.“
Entspanntes Fünfmeterwerfen
Tatsächlich konnten sich die Franken nie entscheidend absetzen. Erst beim 3:6-Rückstand kamen Zweifel auf, ob der SCN wirklich mithalten kann. Hoffnung brachte ein Konter von Flynn Laux zum 4:6 und der Anschlusstreffer von Matteo Ananias zum 5:6. Der SCN blieb dran, immer wieder setzte sich Ananias durch, es stand zwei Minuten vor Schluss 8:8. Nürnberg traf zur erneuten Führung, diesmal war es Abel Karagics, der mit dem neunten Neustadter Treffer das Remis sicherte.
Noch nie gab es solche entspannten Gesichter bei einem Penalty-Schießen, denn mit dem Neustadter Punktgewinn war bereits klar, dass Nürnberg und Neustadt in das Finalturnier einziehen. Trainer Ananias: „Nürnberg war ja schon vor der Partie sicher im nächsten Turnier. Es war auch eine Konditionssache. Heute hat sich das Pech von gestern ausgeglichen. Dennoch ist es ein unerwartetes Ergebnis, weil Nürnberg in den zwei Spielen zuvor sehr dominant war.“
Dominant war beim SCN während der gesamten Saison Kapitän Matteo Ananias. Er erzielte 85 Treffer in 15 Spielen und führt damit die Torjägerliste der beiden Gruppen A und B souverän an. Im Relegationsturnier traf er in drei Partien 15 Mal. Er peitschte sein Team in den letzten Spielminuten gegen Nürnberg mit viel Energie an. „Vor dem Spiel hatten wir nichts mehr zu verlieren, wir haben uns keinen Druck gemacht“, erzählte er. Eine tolle Partie zeigte auch Torhüter Joona Vagts. Eigentlich hat Vagts sogar als Feldspieler im Wasserball angefangen. Mittlerweile ist er gerne Keeper. „Es ist ein cooles Gefühl, wenn man die Bälle hält“, verrät er.