Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Ernst-Reuter-Schule: Warum Eltern künftig deutlich mehr fürs Schulessen zahlen

Ab kommendem Schuljahr müssen Eltern für die Mittagsverpflegung an der Ernst-Reuter-Schule tiefer in die Tasche greifen.
Ab kommendem Schuljahr müssen Eltern für die Mittagsverpflegung an der Ernst-Reuter-Schule tiefer in die Tasche greifen.

Eltern von Kindern der Ernst-Reuter-Schule müssen fürs Mittagessen künftig tiefer in die Tasche greifen. Gestiegene Kosten sind nicht der einzige Grund für die Erhöhung.

Steigende Personal-, Transport- und Lebensmittelkosten machen sich auch bei der Mittagsverpflegung an der Ernst-Reuter-Schule bemerkbar. Eltern der Ganztagsschüler müssen ab dem kommenden Schuljahr deutlich mehr bezahlen. Für den Zeitraum von Januar bis Juli werden rückwirkend 532 Euro fällig. Für den Zeitraum vom 1. August bis zum Juli kommenden Jahres fällt eine Gebühr von 976,50 Euro an. Eine entsprechende Erhöhung hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Als Schulträgerin ist die Gemeinde Haßloch verpflichtet, die Schülerinnen und Schüler der Ganztagsschule an den Schultagen von montags bis donnerstags mit einem Mittagessen zu versorgen. Dafür arbeitet sie mit einem externen Caterer zusammen, der das Essen in der Mensa des Hannah-Arendt-Gymnasiums zubereitet. Der DRK-Ortsverein Haßloch übernimmt den Transport zur Ernst-Reuter-Schule, die Ausgabe erfolgt durch eigenes Personal. An dieser Struktur soll sich nach Angaben der Verwaltung auch künftig nichts ändern.

Gestiegene Löhne und Warenkosten

Auslöser für die Preiserhöhung seien gestiegene Kosten beim Caterer. Vor allem höhere Personalkosten, Sozialabgaben und teurere Lebensmittel schlagen sich in der Kalkulation nieder. Hinzu kommen weitere Aufwendungen für Transport, Reinigung, Getränke und die Organisation der Essensausgabe. Unter dem Strich steigt der Gesamtpreis pro Mahlzeit damit von 8,11 Euro auf 8,68 Euro.

Für Eltern fällt die Belastung auch deshalb stärker aus, weil die Gemeinde ihren Anteil an den Verpflegungskosten weiter senkt. Bis Ende Juli 2026 übernimmt sie noch 30 Prozent, die Eltern tragen 70 Prozent. Ab dem Schuljahr 2026/27 sinkt der kommunale Anteil jedoch auf 25 Prozent. Die schrittweise Reduzierung des Gemeindeanteils hatte der Rat bereits 2023 beschlossen. Damals wurde festgelegt, den kommunalen Anteil von zunächst 40 über 35 und 30 Prozent auf 25 Prozent ab August 2026 zu senken.

Neben den Gebühren wird auch der Erstattungsbetrag angepasst, der bei längerer Abwesenheit gezahlt wird. Fehlt ein Kind krankheitsbedingt oder aus einem anderen wichtigen Grund an mehr als acht zusammenhängenden Verpflegungstagen, kann auf Antrag eine anteilige Erstattung gewährt werden. Diese steigt laut Verwaltung von 4,19 Euro auf 4,49 Euro pro Mahlzeit.

CDU: Entscheidung fällt nicht leicht

Im Gemeinderat machte CDU-Fraktionsvorsitzender Daniel Mischon deutlich, dass die Entscheidung seiner Fraktion nicht leichtfalle. „Die Anpassung der Essensgebühren ist für viele Familien spürbar. Das ist uns sehr bewusst“, sagte Mischon. Auch in seiner Funktion als Schulelternsprecher an der Ernst-Reuter-Schule habe er „zahlreiche Rückmeldungen von Eltern erhalten, die diese Entwicklung durchaus kritisch sehen“.

Zugleich verwies Mischon auf die allgemeine Kostenentwicklung. Eine „qualitativ gute, ausgewogene, verlässliche Mittagsverpflegung“ sei ein zentraler Bestandteil des Ganztagsschulangebots. Vor diesem Hintergrund halte die CDU die Anpassung „so schwer es auch fällt“ für nachvollziehbar. Wichtig sei für seine Fraktion, dass die Qualität des Essens weiterhin stimme und die Kinder gut versorgt seien.

Mehr zum Thema
x