Sportstypen
Ernst Ohmer etabliert neue Angebote beim Kneipp-Verein
Ernst Ohmer ist in Neustadt kein Unbekannter. Als langjähriger Stadtrat bei der CDU und ehemaliger Leiter des Caritas-Zentrums St. Ulrich in Winzingen setzte er viele Akzente. Seit seinem Ruhestand 2018 ist in zahlreichen Ehrenämtern aktiv und ist besonders im sportlichen Bereich ein Vorbild für Senioren und Menschen mit Handicaps. Neben seinen Ämtern als Vorsitzender des Seniorenbeirates und des Clubs Behinderter und ihrer Freunde sowie als Sprecher des Netzwerkes Alzheimer Demenz ist er seit einem halben Jahr Vorsitzender des Kneipp-Vereins und hat dort neue sportliche Angebote etabliert.
Der 68-Jährige hat seit zwei Jahren zwei neue Hüftgelenke. Als sich sein Körper nach den Operationen stabilisiert hatte, stieg er in eine neue Sportart ein. Jetzt spielt er seit einem Jahr Volleyball im Kneipp-Verein. Ohmer hält gut mit, obwohl diese Volleyballgruppe auf ein gepflegtes Zuspielen achtet. Alle Mitspieler sollen dabei eingebunden werden. Anders als beim herkömmlichen Volleyball ist es hier Pflicht, dass der Ball erst beim dritten Zuspiel wieder über das Netz zum Gegner gespielt werden darf. Ohmer: „So werden viele angespielt und nicht nur direkt geschlagen.“
Ohmers Beispiel macht Mut
Diese integrative Gruppe ist lange beim Versehrtensportverein Hambach (VSG) angesiedelt gewesen. Die Mitspieler der Volleyballgruppe haben teilweise leichte gesundheitliche Handicaps oder altersgemäße leichte Einschränkungen. Ohmers Beispiel macht Mut, er betont: „Einfach mal ausprobieren.“ 2021 ist die VSG mit dem Kneipp-Verein verschmolzen. Und damit hat Ohmer, der vorher Vorsitzender der VSG war, Einblick in die Kneippsche Philosophie gewonnen. Als 2024 dort Vorstandswahlen anstanden und kaum Personen bereit waren, Verantwortung zu übernehmen, sprang Ohmer ein und wurde Vorsitzender.
Ohmer: „Ich habe mich schon immer viel mit dem Alter beschäftigt. Der Kneipp-Verein bietet viele Inhalte für Senioren. Dazu zählen nicht nur die sozialen Kontakte, sondern auch die Bewegung, vor allem für Menschen mit Einschränkungen.“ Er selbst kennt die Problematik von Kindesbeinen an. Sein Vater Rudolf verlor in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges ein Bein. Doch der Senior verlor nicht seinen Lebensmut, fand vor allem im Sport einen Ausgleich. Ohmer: „Und ging es meinem Vater auch noch so schlecht, er ging immer montags abends zum Schwimmen und nahm an weiteren sportlichen Angeboten teil.“ Ohmer erwarb daher bereits 1978 die Übungsleiter Lizenz für den Rehasport. Und jetzt gilt für Ohmer das Credo: „Sich in Bewegung halten, ist gut für das Alter.“
Neue Projekte in Planung
Seit Januar 2025 ist die Homepage des Kneipp-Vereins modernisiert. Dort gibt es Informationen zu vielen Bewegungskursen. „Wir wollen die Leute vom Sofa holen. Wir haben ein engagiertes Vorstandsteam, ohne dessen Unterstützung ich das nicht schultern könnte. Und viele speziell ausgebildete Übungsleiter“, dankt Ohmer. Wanderungen, Bewegungstraining, Yoga, Rückenschule, Spaziergänge oder Kegeln sind im Angebot. Ergänzt wird dies durch offizielle Rehakurse, die über ärztliche Verordnungen abgerechnet werden. Eine Mitgliedschaft im Verein ist dabei keine Voraussetzung. Angebote gibt es in vielen Ortsteilen Neustadt, eine kleine Zweigstelle existiert sogar in Freimersheim in der Südpfalz. Ohmer denkt auch an neue Projekte. Beispielsweise wäre Kinderturnen noch ein wichtiges Angebot.
Er selbst war auch als Fußballer und -trainer aktiv, spielte in der Freizeit Badminton, Tischtennis und Tennis. Kein Wunder, dass er beim Volleyball sofort erfolgreich punktet. „Das ist ein ähnliches Bewegungsmuster“, betont Ohmer und macht Interessenten Mut. Er macht Werbung für diese Gruppe, die sich dienstags um 16 Uhr in der Sporthalle der Hambacher Grundschule trifft. „Wir können noch Spieler aufnehmen“, freut er sich. Auch montags wird im Kneippverein Volleyball gespielt. Diese Gruppe ist allerdings bereits komplett belegt.