Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Endlich geht’s los: Baubeginn „Am Lindenbaum“

Bernhard Adams übergibt die Baugenehmigung an Projektleiter Torsten Weil. Links daneben Vertriebsleiter Maurice Roth und Hochbau
Bernhard Adams übergibt die Baugenehmigung an Projektleiter Torsten Weil. Links daneben Vertriebsleiter Maurice Roth und Hochbau-Baulieterin Jessica Conrad.

Ein halbes Jahr nach dem symbolischen Spatenstich startete am Dienstag das lange ersehnte Bauprojekt am Mußbacher Bahnhof: Baudezernent Bernhard Adams übergab den „roten Punkt“ an Vertreter des Bauunternehmens.

Der Kran und zwei Baucontainer zeugen davon, dass es bald emsig zugehen wird auf der insgesamt 1,6 Hektar großen ehemaligen Brache, die künftig „Kurpfalz-Carré“ heißen soll: In einem ersten Bauabschnitt entstehen im vorderen Teil des Grundstücks zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 16 Wohn- und bis zu sechs Geschäftseinheiten. Parallel dazu soll noch in diesem Jahr die Erschließung des hinteren Geländeteils beginnen, wo in einem zweiten Bauabschnitt 16 Atelierhäuser in Reihenbauweise errichtet werden sollen. Die Adresse der künftigen Anwohner wird „Am Lindenbaum“ lauten – das hat der Mußbacher Ortsbeirat im Juni entschieden. Anfang 2027 sollen die ersten Bewohner einziehen können. Zuständig für das Projekt ist das Kaiserslauterer Unternehmen F.K. Horn, mit dem die Stadt zusammenarbeitet. Horn ist auch für die öffentlichen Erschließungsarbeiten zuständig.

Erste Bestrebungen, die Brachfläche inmitten Mußbachs zu bebauen gehen auf das Jahr 1997 zurück: damals wollte die VR Bank Mittelhaardt als Eigentümerin von 30 Prozent der Grundstücksfläche – 70 Prozent gehören der Stadt – das ganze Gelände als Gesamtinvestor entwickeln, nahm dann aber von dem Projekt Abstand. Nach vielen Höhen und Tiefen hatten sich der damalige Mußbacher Ortsvorsteher Dirk Herber und Baudezernent Bernhard Adams dafür eingesetzt, das Projekt zu einem guten Abschluss zu bringen.

Bereits zu diesem Zeitpunkt war es erklärter Wunsch aller Beteiligten, dort bezahlbaren Wohnraum und Platz für die medizinische Versorgung im Neustadter Norden zu schaffen.

Preise zwischen 247.000 und 458.000 Euro

Die Vermarktung des Projekts laufe hervorragend, unterstrich Maurice Roth vom Vertrieb der F.K. Horn: eine große Arztpraxis und eine Physiotherapiepraxis seien für den ersten Bauabschnitt bereits im Boot und die Mehrzahl der zwischen 55 und 97 Quadratmeter großen Wohnungen verkauft. Die Preise bezifferte er auf 247.000 bis 458.000 Euro. Er betonte die altersgerechte, barrierearme Bauweise mit Aufzügen und die Ausstattung der Gebäude mit Gründächern, Wärmepumpe und Photovoltaik, die die Nebenkosten dauerhaft niedrig halten sollen.

Auch eine günstige Anschaffung soll das Projekt attraktiv machen: F.K. Horn hat laut Projektleiter Torsten Weil eine Stiftung gegründet und über diese von der Stadt den hinteren Teil des Grundstücks gekauft. Über die Stiftung solle durch Erbpacht-Grundstücke „bezahlbarer Wohnraum für junge Familien“ ermöglicht werden, so Weil. „Wer will, kann die Grundstücke natürlich auch direkt oder zu einem späteren Zeitpunkt kaufen“, so Weil. Das Interesse an den dort projektierten Atelierhäusern sei groß, einige seien bereits reserviert.

„Aufwertung für Mußbach, Gimmeldingen und Königsbach“

Entsprechend erleichtert zeigte sich Adams am Dienstag bei der Übergabe der Baugenehmigung: „Bezahlbare Wohnungen werden dringend gebraucht, und dieser Platz bietet eine ideale Infrastruktur auch für ältere Menschen“, sagte der Baudezernent im Hinblick auf die unmittelbare Nähe zum Bahnhof und die zentrale Lage innerhalb Mußbachs. „Das ist eine Aufwertung für Mußbach, Gimmeldingen und Königsbach“, meinte Adams zur Ansiedlung der beiden Praxen, denn die wohnortnahe ärztliche Versorgung sei auch in Neustadt keine Selbstverständlichkeit mehr. Im Idealfall siedle sich überdies noch eine Apotheke im „Kurpfalz-Carré“ am Lindenbaum an.

Er hoffe, dass von der Bebauung auch eine „Initialzündung“ für weitere Flächen im Ort ausgehe. Für ihn sei die Innenentwicklung auf einem seit 20 Jahren brach liegenden Gebiet ein sehr wichtiges Projekt. Adams sprach von einem „tollen Standort“ und verwies auf die Infrastruktur im Mußbacher Ortskern und die Erholungsmöglichkeiten Richtung Pfälzerwald.

So soll die Bebauung entlang der Gleise aussehen.
So soll die Bebauung entlang der Gleise aussehen.
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