Böhl-Iggelheim / Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Elke und Wolfgang Renz feiern Diamanthochzeit: Wie lange Liebe erfolgreich gelingt

Wolfgang und Elke Renz aus Böhl-Iggelheim feiern am 26. März 2025 ihre Diamanthochzeit.
Wolfgang und Elke Renz aus Böhl-Iggelheim feiern am 26. März 2025 ihre Diamanthochzeit.

Ihr Leben war von PS geprägt, privat und beruflich sind Elke und Wolfgang Renz aus Böhl-Iggelheim Hand in Hand gegangen. Nun feiern sie Diamanthochzeit.

Liebe auf den ersten Blick, sei es gewesen, sagt Wolfgang Renz und fügt hinzu: „Ja wirklich, bis jetzt.“ Die erste Begegnung mit seiner heutigen Ehefrau Elke liegt inzwischen 62 Jahre zurück, doch beide erinnern sich noch lebhaft an jenen Rosenmontag, den sie im Saalbau in Neustadt feierten. „Ich hab' gesagt, das ist sie“, erzählt der gebürtige Aachener, der im Krieg mit seiner Familie nach Wachenheim gekommen war. Die damals 18-Jährige, die mit ihrer Freundin und Arbeitskollegen die Tanzveranstaltung besuchte, war ihm sofort aufgefallen.

„Ich hab’ ihn erst gar nicht gewollt“, gibt Elke Renz, geborene Lieberich, lachend zu. Als einzige weibliche Mitarbeiterin in einem Neustadter Stahlbaubetrieb sei sie zu der Zeit sehr umschwärmt gewesen und habe sich noch ein wenig Zeit lassen wollen mit der Entscheidung für einen Mann. Doch Wolfgang Renz leistete Überzeugungsarbeit. Beide tanzten den ganzen Abend miteinander und trafen sich am folgenden Tag direkt wieder.

Leidenschaft für Pferde weitergegeben

Am 26. März 1965 läuteten die Hochzeitsglocken. Und die junge Braut hing ihren Beruf als technische Zeichnerin an den Nagel, um fortan in der Fahrschule der Familie ihres Mannes in Haßloch zu arbeiten. Der Maschinenbau-Ingenieur war damals schon als Fahrlehrer tätig, und auch seine Frau unterrichtete später Fahrschüler. „Entgegen allen Ratschlägen“, wie sie sich erinnert. Denn die Tüv-Prüfer hätten sie gewarnt, dass Frauen durch diesen Beruf männlicher würden.

Während Elke Renz ihrem Mann in der Berufswahl folgte, gewann Wolfgang Renz durch seine Frau ein neues Hobby hinzu. Denn die Neustadterin war seit jungen Jahren eine echte Pferdenärrin, die schon früh arbeitete, um sich den Reitunterricht zu finanzieren. Wolfgang Renz packte ebenfalls die Leidenschaft fürs Reiten. Und die Liebe zum Pferd übertrug sich auch auf Sohn Thilo und Tochter Silke sowie auf die drei Enkelkinder. „Sogar die zwei Urenkel sitzen schon auf dem Pferd“, freut sich Elke Renz.

Leben auf dem Reiterhof

Zuvor war Wolfgang Renz in höheren Sphären unterwegs gewesen. „Er war der jüngste Sportpilot Deutschlands“, erzählt seine Ehefrau stolz. Schon mit 18 Jahren habe er ein Sportflugzeug gesteuert. „In München bin ich um die Frauenkirche herum geflogen“, berichtet der 87-Jährige und lächelt verschmitzt. „Heute würden sie mich dafür vermutlich einsperren.“

Um 1970 herum habe er seine Maschine verkauft und sei in der Freizeit ganz auf ein PS umgestiegen. Die Pferde waren denn auch der Grund dafür, dass die Familie nach zwei Jahrzehnten in Haßloch nach Essingen umzog, wo sie für weitere 20 Jahre auf einem Reiterhof wohnte. Diese Zeit war auch geprägt von der langjährigen Pflege ihrer Mütter. 2006 folgte schließlich der Umzug nach Iggelheim, wo die Fahrschule Renz bis heute ihren Sitz hat.

Große Pfalzfans

Lange arbeiteten die Eheleute zusammen. Dabei habe es durchaus einen Unterschied zwischen der privaten und der beruflichen Beziehung gegeben, berichten beide. „Im Geschäft war ich der Chef“, sagt der 87-Jährige. Im Alter von 58 Jahren übergab er die Fahrschule an seinen Sohn, der sie bis zur Übernahme durch Jörg Stephan leitete.

Neben dem Reiten und der Versorgung der Pferde blieb dem Paar nicht viel Freizeit. Auch Urlaubsreisen in ferne Länder haben die beiden nicht unternommen. Dafür waren sie viel in Deutschland unterwegs, vor allem in der Region. „Wir finden die Pfalz so schön“, schwärmt die 80-Jährige. Und oft sei sie mit dem Fahrrad zum Ziel gefahren, während ihr Mann dort bereits mit dem Wohnwagen und dem Familienhund wartete.

Mittlerweile sind die Senioren nicht mehr so mobil und wissen es zu schätzen, dass ihre Kinder, Enkel und Urenkel oft zu ihnen kommen und sie auch unterstützen. Familienzusammenhalt ist für sie das A und O. Und so feiern sie auch die Diamanthochzeit natürlich im Kreise der Familie.

Noch immer führen Wolfgang und Elke Renz eine harmonische Ehe. Miteinander hätten sie nie größeren Streit gehabt, erklärt die 80-Jährige. Und dahinter steckt für sie ein einfaches Rezept: „Jeder lässt dem anderen seinen Freiraum.“

Das Paar lernte sich an Rosenmontag in Neustadt kennen und arbeitete lange Zeit zusammen in der Fahrschule Renz.
Das Paar lernte sich an Rosenmontag in Neustadt kennen und arbeitete lange Zeit zusammen in der Fahrschule Renz.
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