Neustadt Eine Auge auf das dänische Super-Duo

NIEDERKIRCHEN. Der Spitzenreiter kommt: Am Sonntag (14 Uhr) gastiert der Tabellenführer der 2. Frauen-Fußball-Bundesliga Süd, 1. FC Köln, beim FFC Niederkirchen – auf dem Kunstrasenplatz in Wachenheim. Es ist ein interessantes Duell, weil der FC nach dem ersten Unentschieden zurück in die Siegerspur will und der FFC unter seinem neuen Trainer Markus Bähr noch ungeschlagen ist.
Hinzu kommt, dass die Kölnerinnen an Niederkirchen nicht die allerbesten Erinnerungen haben. Denn in der vergangenen Spielzeit waren sie schon einmal im März in der Pfalz zu Gast. Damals bedeutete das 3:3-Unentschieden, in dem FFC-Torhüterin Ramona Emig das Spiel ihres Lebens gemacht hat, für den 1. FC Köln das Ende aller Aufstiegsträume. Das hat wehgetan. Und eins gezeigt: Wenn Köln den Sprung in die Bundesliga schaffen will, muss noch eine gute Stürmerin her. Die ist längst angekommen, heißt Lise Munk (25), ist dänische Nationalspielerin und führt die Torjägerliste mit 17 Treffern an. Aber nicht nur im Sturm setzt der 1. FC Köln auf dänische Qualität. Das Tor hütet seit Saisonbeginn Stina Lykke Petersen (29), die vom Bundesligisten MSV Duisburg ein Stückchen den Rhein runter ging. Das Duo hat den FC entscheidend weitergebracht. Mit neun Punkt Vorsprung führt Köln die Tabelle an. Allerdings ist der große Aufstiegsanwärter mit einem blauen Auge in die Rückrunde gestartet. Denn beim 1. FC Saarbrücken hat es am vergangenen Sonntag das erste Unentschieden gegeben. Das 3:3 sprach allerdings für die Moral des Teams, denn nach einer Viertelstunde schon hatte Tugba Tekkal nach einer Notbremse die Rote Karten gesehen. Und trotzdem hat Köln weiter offensiv mit drei Spitzen gespielt und nicht umgestellt. Der Respekt vor einem solchen Gegner ist da. Aber Markus Bähr sieht immer und gegen jeden Widersacher Chancen. „Es geht immer wieder bei 0:0 los“, sagt der FFC-Coach, unter dem Niederkirchen bisher zweimal gespielt – und zweimal auf dem Kunstrasenplatz in Wachenheim auch gewonnen hat. Das 2:0 über Montabaur war ein erzitterter Pflichtsieg, schon viel besser war vor Wochenfrist das 5:1 über den SV Weinberg. „Das hat natürlich sehr gut getan. Wir wissen ja alle, dass wir’s können“, sagt Stürmerin Jenny Schlee, die im Mittelfeld zum Zug kam. „Und das hat sie sehr gut gemacht“, sagt Bähr mit Blick auf die 20-Jährige, die zurzeit eine der wenigen gesunden Spielerinnen in seinem Kader ist. Die Dudenhofenerin ist froh, dass sie nach dem Abitur nun auch wieder mehr Zeit hat. Auf der Sechser-Position hat sie sich wohlgefühlt. „Früher in Hoffenheim war das ja auch schon meine Position, man ist da mehr ins Spiel eingebunden und hat mehr Übersicht“, sagt sie. Dass Köln eine harte Nuss ist, liegt auf der Hand. Aber beim FFC ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. „Wir haben uns vor dem Spiel gegen Weinberg die Tabelle in die Kabine gehängt. Es war nicht schön zu sehen, dass wir Drittletzter sind. Absteigen will keine von uns“, sagt die Spielerin mit der Nummer 24, die weiß, dass Köln eine überragende Saison spielt, die aber auch darauf spekuliert, „dass sie uns vielleicht falsch einschätzen werden“. (cka)