Neustadt Ein Schwabe für die Pfalz

Kürbisschaumsüppchen mit Pfälzer Weinbergschnecken, Saumagen mit Grumbeerstambes, frisch gebackener Kerscheplotzer – am Montag tritt Holger Blank, Betreiber der Kaffeemanufaktur in der Mußbacher Landstraße, bei der wöchentlichen Koch-Doku „Das perfekte Dinner“ des Fernsehsenders Vox an. Mit einem typisch pfälzischen Menü will der Hobbykoch zum Motto „100 Prozent aus der Region“ überzeugen.
Die fünf Folgen sind abgedreht, das Menü ist gelungen – und alles ist offen. Denn wie das Duell ausgeht, ob Holger Blank die anderen Kandidatinnen und Kandidaten ausstechen und das Preisgeld von 1500 Euro einheimsen kann, ist erst am Ende der Woche klar. Was seine Mitstreiter nämlich in den Interviews gesagt haben – über sein Essen, das Ambiente seines Gartens in Wachenheim, in den er geladen hatte, über ihn als Gastgeber – weiß Blank nicht. Also muss er am Montagabend um 19 Uhr selbst den Fernseher einschalten. Aufgeregt? Der 49-Jährige, der „als gebürtiger Schwabe äußerst gerne die Pfalz vertritt“ (Blank über Blank), winkt gelassen ab. „Eigentlich“, sagt er, „ist es mir sogar relativ egal.“ Reizvoller sei vielmehr die Chance gewesen, als eine Art Botschafter die Pfälzer und ihre Lebensart repräsentieren zu dürfen. Seine „Kampfansage“ habe er so formuliert: „Ich gewinne das perfekte Dinner, weil ich sie alle wegröste!“ Auf das Pfälzer Leibgericht Saumagen zu setzen, auf Grumbeerstambes, Kürbissuppe, Weinbergschnecken, Kerscheplotzer, hatte für den Hobbykoch, der mit seinem Metzger per Du ist, etwa Strategisches. „Klar gab es erst mal Vorbehalte, aber ziemlich schnell Neugierde und Erstaunen“, erzählt Blank, der seit 2007 Kaffeebohnen über Rebenholz röstet und das beliebte Heißgetränk so zu einem regionalen Produkt veredelt. „Der Dialekt steht wie die Gerichte für die Region, für das Urige der Menschen, für ihre Mentalität“, sagt Blank, der sich auch ganz privat der regionalen und saisonalen Küche verschrieben hat. Der nichts von hektischen Mahlzeiten hält, dafür gern mehrere Stunden ins Kochen investiert. Der gern weiß, wo die Kartoffeln wachsen und die Äpfel, die er verspeist. Der auf Erdbeeren solange verzichtet, bis sie wieder Saison haben. „Die Pfalz bringt schließlich eine unermessliche Vielfalt an Früchten hervor“, sagt der Wahlpfälzer. Eines allerdings habe ihn doch etwas irritiert, an jenem Tag Anfang August, als sich das Fernsehteam in seinem Garten tummelte, er Gastgeber war und Gabriele aus Lehrte oder Leon aus Stuttgart all die pfälzischen Leckereien kredenzte. Irritiert hat ihn aber nicht etwa, dass die Mägen seiner Gäste den pfälzisch-üppigen Portionen nicht gewachsen waren. Nein, es war ihr Urteil, das schlicht „lecker“ lautete. Darüber sinniert er noch immer. (ikx)