Neustadt Ein Schlitzohr beim SC Neustadt
Neustadt. Der 23-jährige Luka Kolar ist ein richtiges Schlitzohr. So wünscht man sich die Wasserball-Spieler des Bundesligisten SC Neustadt, wenn es darum geht, den Gegner zu überlisten und den Ball im Tor zu versenken. Der Geschichtsstudent hat nämlich schon allerhand drauf, wenn es darum geht, sich in der für ihn fremden Sprache Deutsch auszudrücken.
Mit einem breiten Lächeln sagt er über SCN-Wasserballerin Kirstin Noll, die es übernommen hat, die drei Neuzugänge aus Kroatien in Deutsch zu unterrichten: „Sie ist gefährlich. Sie lehrt uns nämlich den Dialekt.“ Kolar weiß also schon, dass es zwei Arten von Deutsch gibt – nämlich die hochdeutsche Schriftsprache und das Pfälzische, das ja bekanntermaßen Fremde zur Verzweiflung bringen kann, wenn ein echter Pfälzer einmal richtig vom Leder zieht. Der Jugend-Weltmeister von 2009, der den Titel mit Kroatien errungen hat, hat bislang für Zagreb in der Ersten Liga in seiner Heimat Kroatien gespielt. Deutsch lernte er bereits in der Schule, sagt aber: „Jetzt habe ich natürlich mehr Gelegenheit, es anzuwenden. In der Schule war es fast nur Grammatik.“ Neben einem Praktikum in Ludwigshafen widmet er sich intensiv seiner Masterarbeit zum Thema „Adelsfamilien in Kroatien“. Mit Kevin Oliveira und Laurence Tummings lebt er in einer Wohngemeinschaft in Neustadt und fühlt sich pudelwohl. Auch wenn ihn ein bisschen das Heimweh plagt. Nach seiner Familie mit zwei Brüdern und einer Schwester. Und nach seiner Freundin, die in Kroatien lebt. Seine Aufgabe beim SCN: Angreifer auf der rechten Seite und Centerverteidiger. Also in die Mitte, dort, wo es weh tut, wenn sich der gegnerische Center positionieren möchte. Dann heißt es dagegenzuhalten und keinen Zentimeter freizugeben. Mit SCN-Trainer Davorin Golubic verbindet Luka Kolar ein enges Band: „Er war mein erster Wasserball-Trainer in Zagreb. Von ihm weiß ich alles, was Wasserball ausmacht.“ Kolar lobt Neustadt: „Die Menschen sind sehr nett.“ Einen großen Anteil spricht er auch SCN-Manager Michael Heinz zu, der sich engagiert um alles kümmere. Heinz scheint auch das richtige Händchen gehabt zu haben, als er Kolar zu Tummings und Oliveira in eine Wohnung steckte. Am Freitag, dem 13., haben die drei jungen Spieler das Datum zum Motto gemacht und eine „ruhige Party“ zu Hause veranstaltet. Sie haben sich Horrorfilme angesehen. In englischer Sprache übrigens, denn Oliveira und Tummings sind Amerikaner. (kle)