Neustadt Ein Klassiker der Siebziger

«HASSLOCH.» Erstmals seit dem 4. Mai 2007 treffen heute, Dienstag, 19 Uhr, an der Adam-Stegerwald-Straße die beiden langjährigen Fußball-Verbandsligisten 1. FC 08 Haßloch und SV Viktoria Herxheim in einem Pflichtspiel aufeinander, diesmal in einer Begegnung der ersten Verbandspokalrunde.
Da die TSG Deidesheim und der SV Geinsheim ihre Pokalspiele bereits am vergangenen Wochenende verlorenen haben, handelt es sich bei den Haßlochern bereits jetzt um die letzte im Wettbewerb verbliebene Mannschaft aus unserer Region. Spiele zwischen den 08ern und Herxheim haben eine lange Tradition. Höhepunkte waren dabei die vier Duelle von 1976 bis 1978 in der Südwestliga, der damals dritthöchsten Spielklasse, sowie die zwei Verbandsligaspiele der Saison 1978/79, nach der die Südpfälzer in die Oberliga Südwest aufstiegen. Nachdem die Haßlocher in den 1980er-Jahren zwischenzeitlich bis in die A-Klasse abrutschten, trafen beide Vereine nach dem zweiten Wiederaufstieg des FC 08 in die Verbandsliga Südwest ab 1994 wieder jährlich aufeinander. Bis schließlich Herxheim 2007 in die Landesliga Ost abstieg. Ob sich die beiden Mannschaften jemals wieder in der höchsten Spielklasse des Verbandes begegnen, ist zwar Zukunftsmusik, aber durchaus denkbar, denn beide befinden sich in einem Aufwärtstrend. So beendeten die Herxheimer die vergangene Saison als Tabellenvierter der Landesliga Ost und die 08er beendeten die Runde als Fünfplatzierter der Bezirksliga Vorderpfalz. Beide Teams gehören in ihrer Spielklasse auch in diesem Jahr zum engeren Favoritenkreis. Die Mannschaft der Haßlocher wurde vor dieser Saison erneut verstärkt. Mit dem beim FC 08 bereits bekannten Christian Bayer sowie Ryan Allen und Patrick Coenen kamen drei Spieler vom Landesligisten TuS Altleiningen, die gemeinsam 2012 mit dem VfL Neustadt den Aufstieg in die Verbandsliga Südwest geschafft hatten und viel Erfahrung mitbringen. Gleiches gilt für das neu formierte Trainergespann Andreas Brill/Christian Rebres, das heute Abend zu seiner Pflichtspielpremiere kommt. Bezüglich der Anfangsformation ist die spannendste Frage, welchem Torwart das Vertrauen geschenkt wird. Sebastian Kaiser, die Nummer zwei der vergangenen Saison, bewies bei seinen Einsätzen bereits seine Klasse, bekam aber mit Yannik Sahin, der vom FC Speyer 09 verpflichtet wurde, einen starken Konkurrenten. Beide kämpfen nun nach dem Wechsel des bisherigen Stammtorwarts Kai Anschütz zum Oberliga-Absteiger FV Dudenhofen um die Stammposition zwischen den Haßlocher Pfosten. Für Kaiser, der vor einem Jahr vom TuS Hördt zu den 08ern kam, ist trotz großen Vertrauens in die Stärke der eigenen Mannschaft Herxheim der klare Favorit. „Als Südpfälzer kenne ich diese Mannschaft sehr gut, und ich bin mir sicher, dass sie auch in dieser Saison um die Meisterschaft in der Landesliga Ost mitspielen wird“, prognostizierte er. Aber es gibt ja noch die ungeschriebenen Pokalgesetze, die immer wieder für Überraschungen sorgen. Vor einem Jahr starteten die 08er mit einem 5:0-Sieg bei TuS Maikammer in den Verbandspokalwettbewerb und schlugen in der zweiten Runde sogar Landesligist SV Phönix Schifferstadt mit 2:0. In Runde drei kam jedoch mit der 0:4-Heimniederlage gegen den FSV Offenbach das Aus. In der aktuellen Pokalrunde blieben Überraschungen bisher Mangelware. Von 33 Landesligisten schieden mit Geinsheim, dem Ludwigshafener SC und dem SV Mackenbach erst drei aus. Im Falle eines Scheiterns in Haßloch wären die von Ex-Profi Christian Slatnek trainierten Herxheimer der vierte Landesligist, den das Aus in Runde eins treffen würde.