Neustadt „Ein bisschen Qual gehört dazu“
Einsätze der Feuerwehr sind oft anstrengend, wer da nicht fit ist, hat ein Problem. „Fit für den Einsatz“ heißt ein Sportprogramm, das die Unfallkasse Rheinland-Pfalz entwickelt hat. Seit etwa einem halben Jahr ist das Programm Grundlage einer gemeinsamen Feuerwehrsportgruppe von Feuerwehrleuten aus den Verbandsgemeinden Maikammer und Edenkoben sowie der Stadt Neustadt, die sich alle 14 Tage in der Sporthalle Kalmit in Maikammer treffen. Zirkeltraining, das klingt anstrengend und sieht auch so aus. Die fünf Männer und zwei Frauen, die auf Matten, an Kästen, einer Sprossenwand und anderen Geräten, die im großen Kreis aufgebaut sind, unterschiedliche Übungen absolvieren, schnaufen teils schwer und bei einigen fließt der Schweiß. „Vivien, hast Du einen schlechten Wochenstart gehabt“, hat André Luipold, Zugführer des Löschzugs Lachen-Speyerdorf, Übungsleiterin Vivien Schwaab gefragt, als sie die Übungen erklärte. „Er ist immer der größte Pienser“, sagt Schwaab lachend. „Ein bisschen quälen gehört dazu“, weiß Luipold, der einer der Initiatoren der Feuerwehrsportgruppe ist. Der Landesfeuerwehrverband habe auf das Angebot der Unfallkasse aufmerksam gemacht und in Gesprächen mit Feuerwehrleuten aus den Verbandsgemeinden Maikammer und Edenkoben sei die Idee entstanden eine gemeinsame Feuerwehrsportgruppe zu gründen, erzählt Luipold. In der Regel kommen etwa 15 Feuerwehrmänner und -frauen zum Training, wegen der Ferien ist die Gruppe heute etwas kleiner. Luipold wünscht sich, dass noch mehr das Angebot annehmen, „doch die haben Schiss, dass sie es nicht schaffen“. „Wir passen uns dem langsamsten an“, betont Schwaab, die geprüfte Trainerin für Fitness und Gesundheit und Übungsleiterin beim TV Maikammer ist. Ihr Ehemann ist in Maikammer bei der Feuerwehr und so kam es, dass sie Trainerin bei der Feuerwehrsportgruppe wurde. Vor dem Zirkeltraining hat die Gruppe einige Dehn- und Streckübungen gemacht. Das war weitaus einfacher als das Zirkeltraining. „Noch 20 Sekunden“, sagt Schwaab nun. Was nicht bedeutet, dass in 20 Sekunden Schluss ist, da geht es nur zur nächsten Station, die ebenso anstrengend ist. „Es ist wichtig, dass alle Muskeln beansprucht werden“, erklärt Schwaab. Neben dem Zirkeltraining gebe es zur Abwechslung auch andere Trainingseinheiten „und ich bin offen für Neues“. Zum Abschluss werden noch einmal Dehnübungen gemacht und danach spielen einige noch Fuß- oder Volleyball. Heute hat die Gruppe die ganze Halle zur Verfügung, außerhalb der Ferien sind zur gleichen Zeit zwei weitere Sportgruppen in der Halle. Etwas mehr Platz wäre schon gut, aber es sei schwierig gewesen einen gemeinsamen Termin und für diesen Termin dann eine Halle zu finden, sagt Luipold. Christian Schmidt lässt für die Feuerwehrsportgruppe alle zwei Wochen den Stammtisch der Haardter Feuerwehr sausen. Seine Kollegen von der Haardter Löschgruppe habe er bisher nicht dazu bewegen können, sich zu bewegen, statt am Stammtisch zu sitzen, bedauert Schmidt. Am Anfang sei er „eigentlich nur vorbei gekommen, um mir das mal anzugucken“. Er habe dann gemerkt, dass die Sportgruppe die Möglichkeit biete, den ganzen Körper zu trainieren und dass seine Kondition besser geworden sei. „Man merkt schon etwas, vor allem alle 14 Tage den Muskelkater“, witzelt Eric Walter. Er ist Atemschutzgeräteträger bei der Edenkobener Feuerwehr, die Geräte wiegen etwa 40 Kilogramm. „Da muss man fit sein“, sagt Walter. Mit Fitness hat Tobias Neu keine Probleme, er ist von seinem Heimatort Weyher, wo er bei der Feuerwehr ist, nach Maikammer gejoggt. Er treibe gern und viel Sport, „aber hier in der Gruppe macht es mehr Spaß“, sagt Neu. „Man nimmt sich immer vor, Sport zu machen und macht es dann doch nicht“, so die Erfahrung von Louisa Fruth und Christine Paulus, die beide bei der Edenkobener Feuerwehr aktiv sind. Durch die Gruppe habe man einen festen Termin und es mache Spaß. Beide haben den Eindruck, dass sie fitter geworden sind. Andreas Schwaab kann nicht immer am Training teilnehmen, da die Maikammerer Feuerwehr, in der er aktiv ist, manchmal zum gleichen Zeitpunkt Übungen hat „und die gehen vor“. Es sei auch schon mal vorgekommen, dass einige der Feuerwehren während der Zeit des Trainings Einsatz hatten und deshalb kaum jemand da war, erzählt Schwaab. Er und Luipold sind sich einig, dass die gemeinsame Sportgruppe nicht nur zur Verbesserung der Fitness beitrage, sondern auch dazu, dass sich die Feuerwehrleute der verschiedenen Einheiten kennenlernen, das fördere den Kameradschaftsgeist, was sich positiv bei gemeinsamen Einsätzen auswirke.