Haßloch RHEINPFALZ Plus Artikel Ehrenamt: Rentnertruppe kümmert sich um Grünanlagen der Kirche

Fleißige Rentner (von links): Matthias Schorer, Robert Mattern, Wolfgang Schmitt, Ulrich Klink, Oskar Himmighöfer, Gerhard Heim
Fleißige Rentner (von links): Matthias Schorer, Robert Mattern, Wolfgang Schmitt, Ulrich Klink, Oskar Himmighöfer, Gerhard Heim und Hans Rieger bei Arbeiten rund um die Lutherkirche.

Seit etwa anderthalb Jahren kümmert sich die rüstige Rentnertruppe „MannSchafft“ tatkräftig und ehrenamtlich um die Grünanlagen der Protestantischen Kirchengemeinde Haßloch. Einige sind schon über 80 Jahre alt. Was die Helfer motiviert.

Wann immer Matthias Schorer die Mitglieder seiner „MannSchafft“ zusammentrommelt, sind sie zur Stelle, die meist grauhaarigen, aber nichtsdestotrotz höchst agilen älteren Herren. Schlüpfen in Arbeitshose oder Blaumann, packen Harken, Rechen, Scheren und Grünschnitttonnen in Kofferraum oder Pkw-Anhänger und stülpen schon mal die Arbeitshandschuhe über. Damit Büsche und Bäume rund um die Kirchen und Kitas der Protestantischen Gemeinde Haßloch nicht allzu sehr in den Himmel wachsen.

Diesmal hat es die Außenanlage der Lutherkirche bitter nötig. Hans Rieger hat schon mal seinen Traktor vorgefahren. Die Essigbäume, und nicht allein die, haben mächtig aufgetrumpft während des wachstumsfreundlichen Regens der vergangenen Wochen. Und auch sonst füllen sich Grünschnitttonnen und Hänger gleich mehrmals zur Abfuhr. Die Gärtnertruppe arbeitet zügig und konzentriert, aber nicht verbissen. „Ist schon anstrengend“, sagt Ulrich Klink, der mit 60 Jahren und noch berufstätig zu den „Youngsters“ der Ehrenamtler zählt. „Aber es macht vor allem Spaß.“

Matthias Schorer und seine Frau Maria sind in Haßloch sozusagen „Neig’schmeggde“, 2016 erst von Maxdorf ins Großdorf übersiedelt. Im Hinblick auf seinen Ruhestand habe er gleich nach dem Ortswechsel Ausschau nach einer sinnvollen ehrenamtlichen Tätigkeit gehalten, so der heute 66-jährige Elektroingenieur, der zuletzt bei der BASF Teamleiter von knapp 40 Technikern war, die in der Betreuung von Auslegung, Aufbau, Programmierung und Betrieb von Prozessleitsystemen tätig sind.

Hausmeister entlastet

Bei der Wahl zum Presbyterium der Protestantischen Kirchengemeinde im Jahr 2019 kandidierte Matthias Schorer, kirchenaffin und langjähriges Mitglied in der Evangelischen Jugendkantorei der Pfalz, hielt prompt Einzug ins Gremium und bald schon Ausschau nach einem praktischen Betätigungsfeld. Pfarrer Friedrich Schmidt-Roscher unterstützte bei der Findung und mit etwas Vorlauf formierte sich schließlich im Januar 2023 die tatkräftige Gruppe der Ü-60er, etliche davon sogar Ü-80er.

Damit war der ohnehin überlastete fest bestallte Hausmeister, der sämtliche protestantische Einrichtungen technisch wie pflegerisch betreut, immerhin von der Grünpflege entlastet. Und der Einsatz heute, an der Lutherkirche, zeigt auch der unbedarften Betrachterin, was die zupackenden Männerarme da nachhaltig bewirken. Kein Zweifel: Der Name ist Programm.

Oskar Himmighöfer – er ist 84 – stemmt gerade einen Zweimeter-Auswuchs Richtung Hänger, dort steht schon der Kollege mit der Elektrosäge bereit. Robert Mattern erzählt, er habe daheim einen großen Garten und – oje, damit auch ganz schön zu tun. Aber trotzdem macht er den Einsatz hier gerne, auch die Gemeinschaft mit den Mitstreitern schätzt er.

Viele Jahre als Florist gearbeitet

Dass Gerhard Heim (83) mit von der Partie ist, finden alle prima. Denn er war früher lange Jahre Florist in Haßloch, verbrachte nach dem Ruhestand mehr als zehn Jahre im Ausland und kehrte „aus Heimweh nach den Enkelkindern“ wieder ins Großdorf zurück. „Prima, dass wir ihn dabei haben“, sagt Wolfgang Schmidt, „denn er kennt sich aus und merkt, wenn wir manchmal zu ängstlich sind mit dem Schneiden.“

Mittlerweile wuseln die heute in Achterformation angetretenen Gärtner so effektiv und eng verzahnt durchs Gelände, dass man sie problemlos für Profis halten würde. Und natürlich – nach dem Arbeitseinsatz gibt es erst einmal den wohlverdienten Schoppen. „Überhaupt ist die soziale Komponente, das gemeinsame Gespräch, meist erst nach der Arbeit, und die fröhliche Geselligkeit eine ganz wichtige Komponente“, betont Matthias Schorer, der auch kein Kind von Traurigkeit ist.

Abendplausch beim Bier

„Wir treffen uns jenseits der Arbeitsphasen einfach mal so zu einem Abendplausch beim Bier. Oder mal zum Grillen; und ein Sommerfest hat im letzten Jahr ebenfalls stattgefunden.“ Über den Grünanlage-Einsatz hinaus gibt es obendrein vielfach weitere Gelegenheiten für die rüstigen und rührigen Ehrenamtler, Engagement zu zeigen. Das beginnt beim Ausbau fürs Gemeindefest, dem Fegen der Vorplätze bei größeren Events. Und hat sich mittlerweile auch herumgesprochen. So ist der Vorsitzende des Vogelpark-Vereins, Wilhelm Weidenbach, auf die Truppe aufmerksam geworden. Dort werde man im Herbst bei der Laubbeseitigung zur Hand gehen, stellt Matthias Schorer in Aussicht.

„Vorrang haben natürlich unsere kirchlichen Einsatzfelder, und die wollen wir nach Kräften pflegen. Alle unsere Mitglieder haben in irgendeiner Form Bezug zur Kirchengemeinde. Bibelarbeit bieten wir hier nicht an. Es handelt sich einfach um Gottesdienst mit den Händen“, so bringt Matthias Schorer sein „MannSchafft“-Projekt auf eine griffige Formel.

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