Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Drittligist TSG Haßloch im letzten Saisonspiel gegen Mundenheim

Leo Pfeil (hier noch 2021 im Trikot der mHSG Hochdorf-Friesenheim II) schließt eine Rückkehr zur TSG Haßloch nicht aus.
Leo Pfeil (hier noch 2021 im Trikot der mHSG Hochdorf-Friesenheim II) schließt eine Rückkehr zur TSG Haßloch nicht aus.

Als Nothelfer war er zu Beginn des Jahres eingestiegen. Und nach dem letzten Spiel der Saison 2022/2023 wird Leo Pfeil am Samstag den Drittligisten TSG Haßloch schon wieder verlassen. Auch für den Gegner VTV Mundenheim ist es ein Abschied.

Es wird für den 23-jährigen Linksaußen, der in den vergangenen Wochen die Blau-Weißen nach ihrem enormen Verletzungspech unterstützt hat, ein besonderer Abschied. Es ist die Partie gegen seinen früheren Verein, die VTV Mundenheim (Samstag 19.30 Uhr, TSG-Sportzentrum).

Dazu ist es auch noch ein Derby zweier Vereine, deren Spieler Freundschaften untereinander pflegen. „Ich freue mich auf das Spiel, auch wenn viele sagen, es hat keinen sportlichen Wert mehr“, erzählt Pfeil. In der Tat: Die TSG Haßloch hat mit dem Punktgewinn bei der HSG Pohlheim, wo sie über weite Strecken geführt hatte, den Klassenverbleib vorzeitig gesichert. Dagegen muss die VTV Mundenheim nach der jüngsten Niederlage vor eigener Kulisse gegen den TV Gelnhausen erneut den Gang in die Viertklassigkeit antreten. Trotzdem will sich die Mannschaft des jungen Trainers Steffen Schneider auch im Pfalzderby bei den Bären keinesfalls vorzeitig geschlagen geben.

Letzter Sieg am 17. Dezember

Die Bären wollen sich ebenfalls zum Abschluss der kurzen Saison von ihrer besten Seite ihren treuen Fans präsentieren. „Wir wollen nochmals zeigen, dass wir Handball spielen können. Wir sind auch alle motiviert, mit einem Sieg die Saison abzuschließen“, sagt Pfeil. Er weiß selbst, wie es sich anfühlt, wenn eine Mannschaft lange keine zwei Punkte mehr geholt hat. Am 17. Dezember hat die TSG zum bislang letzten Mal gewonnen beim 26:23 bei der DJK Waldbüttelbrunn.

Studieren im Ausland

Dass er in der kommenden Saison nicht dabei sein wird, hat einen guten Grund. Pfeil, der im vierten Semester Internationales Personalmanagement an der Hochschule in Ludwigshafen studiert, wird das nächste Semester im Ausland verbringen und kann sich deshalb im Moment keinem Verein anschließen. Wohin es ihn zum Studium ziehen wird, ist noch ungewiss. „Es wird eine Hochschule in Skandinavien sein“, sagt Leo Pfeil, der sich bereits an mehreren Universitäten für sein Auslandssemester beworben hat und noch auf die Zusage wartet.

Vom TSG-Team beeindruckt

Die vergangenen Wochen bei den Bären möchte er nicht missen. Pfeil: „Es war eine schöne Zeit. Ich wurde gut aufgenommen, ich habe auch nach meiner Verletzung wieder richtig Lust auf Handball bekommen. Ich finde den Zusammenhalt in der Mannschaft großartig.“ Er ist beeindruckt, wie das Team um Cheftrainer Andreas Reckenthäler sowie dem designierten Sportlichen Leiter, dem verletzten Kapitän Kevin Seelos, in der schwierigen Phase in den vergangenen Wochen zusammengehalten hat und nach dem angekündigten Rücktritt des Sportlichen Leiters Thomas Müller – er wird sich zum Saisonende zurückziehen – selbst um den Fortbestand der Mannschaft und die weitere Kaderplanung innerhalb kürzester Zeit gekümmert hat.

Rückkehr möglich

Deshalb schließt der in Meckenheim lebende Student eine Rückkehr zu den Bären nach seinem Auslandseinsatz nicht aus. „Ich kann mich aktuell aber noch nicht festlegen, da ich nicht weiß, wie es dann mit meinem Studium weitergeht“, sagt Pfeil. Sowohl Kevin Seelos als auch Andreas Reckenthäler haben ihm signalisiert, dass sie die Tür für ihn offenhalten werden.

Abschied nehmen

Sein Fokus liegt jetzt auf der Begegnung gegen die VTV Mundenheim, die die Mannschaft nochmals erfolgreich bestreiten möchte. Danach werden einige Akteure der TSG Haßloch offiziell verabschiedet.

Nachfolgende Spieler verlassen die Bären zum Saisonende: Lino Messerschmidt, Dennis Götz, Moritz Mangold und Konstantin Herbert. Vor Wochen hatte bereits Jan Triebskorn vorzeitig die TSG Haßloch verlassen. Als Haßlocher Neuzugänge stehen bisher fest: Philipp Alt (Rhein-Neckar Löwen A -Jugend), Lukas Wichmann (Rhein-Neckar Löwen II), Marvin Gerdon, Yannik Muth, Yannik Polifka (alle mHSG Friesenheim-Hochdorf) sowie Marco Kimpel (HSG Worms).

Zum letzten Mal sind am Samstagabend in offizieller Mission Thomas Müller, der Sportliche Leiter, sowie die Abteilungsleiter Rita und Egbert Best dabei. Müller hatte in über 13 Jahren maßgeblich mit den nach über 30 Jahren ausscheidenden Bests den Fortbestand der Ersten Mannschaft in der TSG Haßloch gesichert.

Der TSG-Gast VTV Mundenheim

Die Handballer der VTV Mundenheim wollen sich ordentlich aus der Dritten Liga verabschieden. Auch wenn der Abstieg bereits seit vergangenem Wochenende feststeht, geht die Mannschaft von Trainer Steffen Schneider am Samstag kämpferisch ins Derby bei der TSG Haßloch.

Nein, Überraschungen wird es wenige geben: „Ein schnelles Umschaltspiel aus einer stabilen Abwehr heraus war schon immer das Spiel von Andi“, weiß Schneider. TSG-Cheftrainer Andreas „Andi“ Reckenthäler ist schließlich kein Unbekannter bei den VTV, war der Amtsvorgänger von Steffen Schneider als Trainer bei den Hornissen, die damals mit einer ähnlichen Spielphilosophie angetreten waren. „Eine Überraschung ist eher, welche Spieler er dafür aufbietet.“ Immerhin war im Kader der Haßlocher in der Rückrunde einiges in Bewegung. „Sie sind praktisch nie mit dem gleichen Kader angetreten.“

Mit gutem Gefühl gehen

Das ist ein Grund mehr, warum sich die Mundenheimer vor allem auf sich konzentrieren wollen. „Wir wollen zumindest mit einem guten Gefühl aus der Saison gehen.“ Das sei in der Vorwoche im Heimspiel gegen den TV Gelnhausen teilweise gelungen. Die VTV knüpften endlich wieder an die Leistung aus der Vorrunde an. „Wir haben uns in diesem Spiel nur nicht belohnt.“ Das will der Absteiger nun im Lokalderby nachholen.

Dieser Ehrgeiz sei größer als eine möglichst paritätische Verteilung der Einsatzzeiten zum Saisonabschluss, kündigte Schneider an. „Es gibt keinen Grund, die Spielanteile zu verteilen.“ Jeder Spieler habe im Laufe der Saison genügend Gelegenheit erhalten, sich zu präsentieren. Darüber hinaus bleibe der VTV-Kader trotz des Abstieges weitestgehend komplett. Lediglich Thoren Pönisch und Max Schneider beendeten ihre Karriere. Man fahre nicht chancenlos nach Haßloch. Allerdings müssten die VTV dafür ein letztes Mal an die Leistungsgrenze gehen. Das war in der Rückrunde zu selten gelungen.

x