Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Dritte Liga: Brennende Hochdorfer, mutlose Haßlocher

Für den Haßlocher Yannik Polifka (Mitte) gibt es gegen die mHSG-Abwehr mit Mihailo Ilic (rechts) kein Durchkommen.
Für den Haßlocher Yannik Polifka (Mitte) gibt es gegen die mHSG-Abwehr mit Mihailo Ilic (rechts) kein Durchkommen.

Es kommt nicht oft vor, dass Andreas Reckenthäler, Trainer des Drittligisten TSG Haßloch, die Worte fehlen. Nach dem Derby bei der mHSG Friesenheim/Hochdorf allerdings ist er sprachlos. Und ein Spieler der Gastgeber fühlt sich ziemlich müde.

In einem einseitigen Lokalderby besiegt die mHSG Friesenheim/Hochdorf die TSG Haßloch mit 29:22 (12:8). Dabei sind nur die Gastgeber in Derbystimmung. Haßloch bastelt hingegen weiter am perfekten Fehlstart, wartet auch nach vier Spielen weiterhin auf den ersten Sieg in der Dritten Liga 2023/2024.

Nur eine der beiden Mannschaften ist bereit für das mit Spannung erwartete Lokalderby. Die Gäste sind es nicht. Entsprechend bedient ist TSG-Trainer Andreas Reckenthäler: „Mir fehlen die Worte. Und wer mich kennt, weiß, dass das nicht so einfach ist“, kommentiert der sonst wortgewaltige Übungsleiter die Partie. Was er in den 60 Minuten zuvor gesehen hat, hat ihm die Sprache verschlagen. Keine zehn Minuten sind gespielt, da liegen die Gastgeber vor rund 250 Zuschauern schon mit 5:1 vorn. Gestützt auf eine starke Defensive und jede Menge spürbare Verunsicherung bei Haßloch, sind es immer wieder leichte Tore, die dem Handballleistungszentrum in die Karten spielen. Reckenthäler: „Wir haben von Anfang an ohne Mut, Körpersprache und Leidenschaft gespielt.“

Trainer feiert Geburtstag

Ganz anders die Stimmungslage bei den Gastgebern. Die brennen zum Geburtstag von Trainer Gabriel Schmiedt ein kleines emotionales Feuerwerk ab. Der Jubilar analysiert gewohnt ruhig: „Wir haben uns die beiden Punkte verdient. Wir haben mehr investiert, hatten eine gute Abwehr und Beinarbeit.“ Nur in ganz wenigen Phasen werden die Gäste der mHSG gefährlich, verkürzen von 2:6 (11.) auf 5:6 (14.). „Wir hatten auch gute Phasen“, sagt TSG-Spielmacher Lars Hannes, der aber auch anerkennt, „dass unsere Körpersprache nicht für ein Derby angemessen war.“

Dabei kann er zumindest noch in Anspruch nehmen, dass sich die TSG in Durchgang eins Chancen herausspielt, einige freie Bälle liegen lässt, Roko Peribonio im HSG-Tor einmal mehr der gewohnt starke Rückhalt ist.

Mentaler Rückenwind

Friesenheim/Hochdorf hat nicht den Rucksack des Fehlstarts auf dem Rücken, kann mit schon vier Punkten ein wenig befreiter aufspielen und nutzt diesen mentalen Rückenwind, setzt sich nach dem 6:5 wieder auf 9:5 ab, geht verdient mit einem Vorsprung von vier Toren in die Pause. „Nach dem 6:5 hatte ich kurz Angst, dass es kippen könnte, aber wir haben füreinander gekämpft“, bilanziert mHSG-Kapitän Niko Sorda. Er räumt ein, dass dabei auch der Saisonstart eine Rolle gespielt haben kann: „Man hat gemerkt, dass das Selbstvertrauen da ist.“ Bei Luis Maier zum Beispiel, mit Mihailo Ilic und je sechs Treffern erfolgreichster Torschütze der Gastgeber und im Rückraum kaum zu bremsen. Der will seinen Verdienst aber nicht so hoch hängen: „Unser großer Fokus lag auf der Abwehr. Und das haben wir vor allem in der ersten Hälfte gut umgesetzt.“

Die vier Tore Vorsprung zur Pause genügen letztlich. Zwar kommt Haßloch stark aus der Kabine, verkürzt schnell auf 14:16 (38.), aber die Gastgeber setzen sich sofort wieder auf 20:15 (41.) ab und verwalten diesen Vorsprung sicher zum Sieg. „Wir wollten diesen Sieg mehr“, ist sich Sorda sicher. Noch kürzer fasst es Mihailo Ilic zusammen, der am Abend zuvor noch mit den Eulen Ludwigshafen unterwegs war, erst um 4.30 Uhr vom Zweitliga-Spiel in Nettelstedt wieder zu Hause war: „Wir hatten eine starke Abwehr und einen starken Torwart.“ Nach dem Sieg ist er aber vor allem eines: „Etwas müde.“

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